Religion · Niedersachsen

Christlicher Religionsunterricht in Niedersachsen: Fachgruppen auf das gemeinsame Fach vorbereiten

von Luca 23.09.2026 1 Min. Lesezeit
Christlicher Religionsunterricht in Niedersachsen: Fachgruppen auf das gemeinsame Fach vorbereiten

Niedersachsen bereitet mit dem Christlichen Religionsunterricht ein gemeinsam evangelisch-katholisch verantwortetes Fach vor, dessen genauer Einführungstermin laut Presseberichten für die kommenden Schuljahre vorgesehen ist. Für Fachkonferenzen bedeutet das schon jetzt, Materialbestände zu sichten und sich auf gemeinsame Themenfelder zu verständigen. Verbindliche Details zum aktuellen Umsetzungsstand sollten direkt beim Kultusministerium oder beim RPI Loccum erfragt werden.

Ein neues gemeinsames Fach nimmt Form an

Der Christliche Religionsunterricht soll evangelischen und katholischen Unterricht in einem gemeinsamen Fach zusammenführen, statt beide Konfessionen weiterhin getrennt zu unterrichten. Laut Berichten liegen Kernlehrpläne für Grundschule und weiterführende Schule bereits vor, der genaue Zeitpunkt einer flächendeckenden Einführung ist am besten direkt beim Kultusministerium oder beim RPI Loccum zu erfragen.

Für Religionslehrkräfte beider Konfessionen bedeutet die Umstellung, sich schon vor dem offiziellen Start mit den Grundzügen des neuen Fachs vertraut zu machen. Ein erster Schritt kann ein gemeinsamer Studientag der evangelischen und katholischen Kolleginnen und Kollegen sein, an dem die vorliegenden Kernlehrpläne gemeinsam gelesen werden. Ein solcher Studientag funktioniert am besten mit konkreten Beispielreihen statt mit einer rein theoretischen Einführung in das neue Fach.

Auch der Blick auf das Selbstverständnis der eigenen Fachgruppe gehört dazu: Wird Religion bislang eher konfessionell profiliert unterrichtet oder schon jetzt vergleichend gearbeitet, verändert das, wie groß der Umstellungsaufwand für die einzelne Lehrkraft tatsächlich ausfällt.

Die gemeinsame Fachkonferenz vorbereiten

Die Fachkonferenz ist der Ort, an dem sich evangelische und katholische Lehrkräfte auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen müssen, bevor das neue Fach im Stundenplan ankommt. Sinnvoll ist eine erste Sitzung, in der beide Seiten ihre bisherigen Reihen vorstellen und gemeinsam prüfen, welche Themen sich problemlos zusammenführen lassen und welche konfessionelle Unterschiede besonders deutlich zeigen.

Einsatzbereite Unterrichtsreihen für den evangelischen und katholischen Unterricht bietet dafür bereits jetzt eine Grundlage, aus der sich gemeinsame und konfessionsspezifische Bausteine unterscheiden lassen.

Ein einfacher erster Schritt kann eine gemeinsame Tabelle sein, in der beide Konfessionen ihre Reihen nach Jahrgangsstufe und Thema eintragen. Schon dieser Überblick zeigt häufig, an welchen Stellen sich Themen überschneiden und wo bislang unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt wurden, ohne dass eine Seite ihre Perspektive aufgeben muss.

Materialbestand sichten und ordnen

Vor der Einführung des neuen Fachs lohnt sich eine Bestandsaufnahme des vorhandenen Materials beider Konfessionen: Welche Reihen lassen sich unverändert übernehmen, welche behandeln Themen, die künftig gemeinsam unterrichtet werden, und wo gibt es doppelte Bearbeitungen desselben Themas aus rein konfessioneller Perspektive.

Hinweise zur Differenzierung im Kerncurriculum Niedersachsen geben Anregungen, wie sich Material für heterogene Lerngruppen anpassen lässt, was auch für die künftige Praxis mit unterschiedlichen konfessionellen Vorerfahrungen der Klasse hilfreich ist.

Wichtig ist dabei eine Sortierung neben dem Thema auch nach der Textsorte: Bibeltexte, Katechismusauszüge und lebensweltliche Materialien lassen sich unterschiedlich leicht in ein gemeinsames Fach überführen.

Konfessionelle Unterschiede als Lerngegenstand

Statt konfessionelle Unterschiede im gemeinsamen Fach zu verschweigen, lohnt es sich, sie explizit zum Lerngegenstand zu machen: Abendmahl und Eucharistie, die Verehrung von Heiligen oder unterschiedliche Vorstellungen von Kirche selbst eignen sich gut, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Traditionen sichtbar zu machen, statt sie zu glätten.

Eine Unterrichtsreihe zum Kirchenverständnis bietet dafür einen Ausgangspunkt, der beide konfessionellen Sichtweisen auf Kirche nebeneinander behandelt, bevor gemeinsame und unterschiedliche Aspekte herausgearbeitet werden.

Ein Tafelbild mit zwei Spalten für die evangelische und katholische Sicht auf Heilige, ergänzt um eine dritte Spalte für Gemeinsamkeiten, macht sichtbar, dass Unterschiede nicht automatisch Gegensätze bedeuten. Für die Klasse wird so erfahrbar, dass beide Konfessionen denselben Glauben unterschiedlich ausgestalten.

Werte und Normen bleibt Alternative

Für Schülerinnen und Schüler, die nicht am künftigen gemeinsamen Fach teilnehmen, bleibt das Fach Werte und Normen die reguläre Alternative. Fachkonferenzen sollten frühzeitig klären, wie Übergänge zwischen beiden Fächern organisatorisch gehandhabt werden, damit ein Wechsel nicht zu Lücken im Kompetenzaufbau führt.

Eine Jahresplanung entlang des Kirchenjahres kann helfen, gemeinsame Themen wie Feste im Kirchenjahr so zu platzieren, dass sie unabhängig vom endgültigen Starttermin bereits jetzt sinnvoll unterrichtet werden können. Eine Unterrichtsreihe zu Traditionen und Reformen der Kirche passt gut in diesen Zusammenhang, weil sie kirchliche Entwicklung selbst zum Thema macht.

Eine gemeinsame Übersicht, welche Themen künftig im neuen Fach und welche weiterhin getrennt behandelt werden, sollte spätestens ein Schulhalbjahr vor dem geplanten Start vorliegen, damit auch Werte-und-Normen-Lehrkräfte ihre Planung entsprechend anpassen können.

Häufige Fragen

Wann startet der Christliche Religionsunterricht in Niedersachsen?

Der genaue Zeitpunkt einer flächendeckenden Einführung ist Presseberichten zufolge in den kommenden Schuljahren vorgesehen, sollte für verbindliche Aussagen aber direkt beim Kultusministerium oder beim RPI Loccum erfragt werden. Fachkonferenzen können sich unabhängig vom genauen Termin schon jetzt inhaltlich vorbereiten.

Ersetzt das neue Fach den bisherigen evangelischen und katholischen Religionsunterricht vollständig?

Das neue Fach soll beide Konfessionen in einem gemeinsam verantworteten Unterricht zusammenführen. Wie genau bestehende evangelische und katholische Angebote dabei aufgehen oder parallel bestehen bleiben, ist eine organisatorische Frage, die am besten mit der Schulleitung und den zuständigen kirchlichen Stellen geklärt wird.

Was passiert mit Schülerinnen und Schülern, die nicht teilnehmen?

Für sie bleibt Werte und Normen das reguläre Ersatzfach. Fachkonferenzen sollten frühzeitig festlegen, wie ein Wechsel zwischen den Fächern organisiert wird, damit inhaltliche Übergänge nachvollziehbar bleiben.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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