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Freiheit, Determinismus und Verantwortung | komplette Unterrichtsreihe Philosophie Sek II
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Freiheit, Determinismus und Verantwortung | komplette Unterrichtsreihe Philosophie Sek II
Diese Reihe behandelt Willensfreiheit, Determinismus und Verantwortung in zehn Stunden. Sie klärt, ob Menschen verantwortlich handeln können, wenn jede Entscheidung Ursachen hat. Enthalten sind fünf Positionstexte von Aristoteles bis zur Libet-Debatte, acht Arbeitsblätter, ein Gruppenpuzzle, vier Methodenkarten, ausformulierte Lösungen und eine Leistungsüberprüfung über 100 Punkte mit Musterlösung.
Worum es in dieser Reihe geht
Leitfrage: Können Menschen verantwortlich handeln, wenn jede Entscheidung Ursachen hat?
Die Freiheitsdebatte scheitert im Unterricht oft daran, dass Determinismus und Zwang gleichgesetzt werden. Die Reihe trennt beides von der zweiten Stunde an sauber und baut darauf die Positionen auf: Aristoteles bestimmt Verantwortung über Ursprung und Wissen, Spinoza erklärt das Freiheitsgefühl aus der Unkenntnis der eigenen Ursachen, Kant sichert praktische Freiheit als Bedingung moralischer Verpflichtung. Frankfurt liefert mit den Wünschen zweiter Ordnung ein kompatibilistisches Kriterium, das sich an Beispielen prüfen lässt. Die neurowissenschaftliche Herausforderung wird nicht als Widerlegung präsentiert, sondern als Anlass, genau zu bestimmen, welche Freiheitsvorstellung von Messdaten überhaupt betroffen wäre. Der Anwendungsfall Sucht und Selbstkontrolle macht die Unterscheidungen an einer lebensnahen Konstellation überprüfbar.
Die fünf Positionen im Vergleich
- Aristoteles (Nikomachische Ethik, Buch III): Verantwortlich sind Handlungen, deren Ursprung im Handelnden liegt und die mit Wissen um die Umstände vollzogen werden.
- Baruch de Spinoza (Ethik): Menschen halten sich für frei, weil sie ihre Handlungen kennen, die sie bestimmenden Ursachen aber nicht durchschauen.
- Immanuel Kant (Kritik der praktischen Vernunft): Moralische Verpflichtung setzt praktische Freiheit voraus, auch wenn Handlungen als Naturereignisse kausal erklärt werden.
- Harry Frankfurt (Freedom of the Will and the Concept of a Person): Willensfreiheit besteht darin, dass ein handlungswirksamer Wunsch mit einem reflektierten Wunsch zweiter Ordnung übereinstimmt.
- Neurowissenschaftliche Herausforderung (Libet-Debatte und neuere Entscheidungsexperimente): Messbare neuronale Vorbereitung vor bewussten Entscheidungen fordert einfache Vorstellungen eines bewusst auslösenden Willens heraus.
Der Weg durch die zehn Stunden
| Std. | Schwerpunkt | Lernprodukt |
|---|---|---|
| 1 | Problemauftakt: Freiheit und Verantwortung | Ersturteil mit zwei Gründen |
| 2 | Begriffe klären und Argumente prüfen | Begriffskarte und Argumentgerüst |
| 3 | Position I: Aristoteles | Prämissen-Schluss-Schema |
| 4 | Position II: Baruch de Spinoza | These-Begründung-Beispiel-Karte |
| 5 | Position III: Immanuel Kant | Rekonstruktion mit verdeckter Prämisse |
| 6 | Kontroverse: Harry Frankfurt und Neurowissenschaftliche Herausforderung | Vergleichsmatrix mit Kriterien |
| 7 | Angewandte Problemreflexion: Sucht und Selbstkontrolle | Begründete Fallentscheidung |
| 8 | Strukturierte Kontroverse und Urteilsbildung | Urteil mit Einwand und Rückantwort |
| 9 | Klausurwerkstatt: Analyse, Vergleich, Erörterung | Einleitung, Argumentabsatz und Schluss |
| 10 | Leistungsaufgabe und reflektierter Transfer | Bewerteter Text und Lernstandsprofil |
Die zehn Einzelstunden lassen sich ohne Umbau als fünf Doppelstunden führen. Die angewandte Problemreflexion in Stunde sieben arbeitet am Fall Sucht und Selbstkontrolle.
Differenzierung, Diagnose und Sprachsensibilität
Jede Stunde liegt auf den Niveaus Basis, Standard und Vertiefung vor. Basis arbeitet mit gekürzten Arbeitsaufträgen, Satzstartern, markierten Argumentbausteinen und einer Begriffsbank, Standard mit eigenständiger Rekonstruktion und kriteriengeleitetem Vergleich, Vertiefung mit verdeckten Prämissen, Gegenbeispiel und Transfer auf einen unbekannten Fall. Den Auftakt bildet eine Eingangsdiagnose mit anonymem Ersturteil und Sicherheitsskala, im Verlauf folgen formative Checks. Operatoren werden expliziert; Fachbegriffe sind in vollständigen Begründungssätzen zu verwenden.
Leistungsüberprüfung mit 100 Punkten
Enthalten ist eine vollständige Leistungsaufgabe mit Textgrundlage und den Anforderungsbereichen I bis III, dazu ein Punkteraster über 100 Punkte, eine ausformulierte Musterlösung und eine Fehleranalyse. Die Klausurwerkstatt in Stunde neun bereitet Einleitung, Argumentabsatz und Schluss gezielt vor, sodass die Bewertung für die Lerngruppe nachvollziehbar bleibt.
Lehrplanbezug Nordrhein-Westfalen und Berlin
- Nordrhein-Westfalen: Freiheit und moralisches Handeln: Determinismus, Indeterminismus, Kompatibilismus und Verantwortung.
- Berlin: Menschsein sowie Kriterien moralisch richtigen Handelns; Freiheit als Bedingung von Verantwortung.
Ausgerichtet am Kernlehrplan Philosophie für die gymnasiale Oberstufe in Nordrhein-Westfalen (Fassung 2026, Einführung ab dem Schuljahr 2027/28, anschlussfähig an den Kernlehrplan 2013) sowie am Rahmenlehrplan für die gymnasiale Oberstufe Philosophie in Berlin und Brandenburg (Fassung 2025). Das Material ist nicht ministeriell geprüft und wird eigenverantwortlich eingesetzt.
Diese Reihe im Zusammenhang
Die Reihe ist Teil einer Serie von zehn Philosophie-Reihen für die Sekundarstufe II mit einheitlichem Aufbau, gleichen Operatoren und kompatiblen Vergleichskriterien. Thematisch schließen unmittelbar an: Individuum und Gesellschaft - Macht, Anerkennung und Entfremdung, Gerechtigkeit, globale Verantwortung, Krieg und Frieden, Was ist der Mensch? - Natur, Kultur und Identität. Wer mehrere Reihen einsetzt, findet sie gebündelt im Sparpaket Freiheit, Macht und Gerechtigkeit.
Lieferung und Lizenz
Sofortiger digitaler Download nach dem Kauf. Enthalten sind der Lehrkraft- und Arbeitsteil (DOCX und PDF, 43 Seiten) und die Unterrichtspräsentation (PPTX und PDF, 20 Folien). Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft, die Schullizenz für alle Lehrkräfte einer Schule. Die Positionstexte sind didaktisch neu formulierte Rekonstruktionen und ersetzen keine wissenschaftliche Originalausgabe; sie ermöglichen urheberrechtlich unproblematisches, textnahes Arbeiten im Unterricht.
Häufige Fragen
Wie wird die Libet-Debatte dargestellt?
Als offene Kontroverse. Der Positionstext referiert Aufbau und Befunde der Experimente und stellt die methodischen Einwände daneben, sodass die Lernenden prüfen können, welche Freiheitsbegriffe durch die Daten berührt werden und welche nicht.
Lässt sich die Reihe auch im Ethikunterricht einsetzen?
Ja. Die Trennung von Determinismus, Zwang und Verantwortung ist in Ethik, Werte und Normen sowie Praktischer Philosophie gleichermaßen tragfähig; die Lehrplanbezüge sind für Philosophie ausgewiesen, die Materialien selbst sind fachlich offen.
Wie ist die Differenzierung angelegt?
Auf drei Niveaus. Basis arbeitet mit gekürzten Aufträgen, Satzstartern und markierten Argumentbausteinen, Standard mit eigenständiger Rekonstruktion, Vertiefung mit verdeckten Prämissen, Gegenbeispielen und Transfer auf einen unbekannten Fall.
Ist eine Diagnose vorgesehen?
Zu Beginn steht ein anonymes Ersturteil mit Begründung und Sicherheitsskala. Im Verlauf folgen formative Checks, am Ende ein Lernstandsprofil, das den Zuwachs gegenüber dem Ersturteil sichtbar macht.
Kann ich die Reihe auf weniger Stunden kürzen?
Die zehn Stunden lassen sich als fünf Doppelstunden führen. Wer kürzen muss, kann eine der drei Einzelpositionen als Hausaufgabe auslagern; die Stundenentwürfe weisen die dafür nötigen Anschlüsse aus.

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FAQ zu diesem Material
Bewertung: Freiheit, Determinismus und Verantwortung | komplette Unterrichtsre...
Freiheit, Determinismus und Verantwortung | komplette Unterrichtsreihe Philos... ist eine vollständig ausgearbeitete Unterrichtsreihe für Ethik in EF · Q1 · Q2. Stärke des Materials ist die direkte Einsatzbereitschaft: Arbeitsblätter, Lösungen und Erwartungshorizont liegen fertig vor, sodass eine Stunde ohne zusätzliche Vorbereitung starten kann.
Passend für Lehrkräfte, die ein Thema kurzfristig abdecken, für Referendarinnen und Referendare mit hohem Planungsdruck und für Vertretungsstunden – und überall dort, wo eine Stunde kurzfristig stehen muss.



