Unterrichtsvorbereitung im Team: Material in der Fachschaft teilen
Unterrichtsvorbereitung in der Fachschaft
Unterrichtsvorbereitung im Team: Material in der Fachschaft teilen
Diese Seite ordnet die Unterrichtsvorbereitung im Team: Material teilbar machen, ohne dass es unbrauchbar wird, eine gemeinsame Materialbasis, Arbeitsteilung nach Themen, unterschiedliche Unterrichtsstile und was dokumentiert sein muss, damit andere damit arbeiten können.
- 1gemeinsamer Ablageort für geteiltes Material je Fachschaft
- 3Angaben, die jedes geteilte Material mindestens braucht
- 1Person je Thema, die die Arbeitsteilung verantwortet
- 0stillschweigende, ungeprüfte Annahmen über den Unterrichtsstil der Kollegin
Unterrichtsvorbereitung im Team gelingt, wenn Material so geteilt wird, dass es auch ohne den Kontext der ursprünglichen Autorin brauchbar bleibt: mit kurzer Angabe zu Zielgruppe, Zeitbedarf und benötigtem Vorwissen. Eine gemeinsame Materialbasis funktioniert nur mit klarer Arbeitsteilung nach Themen, damit nicht mehrere Personen dasselbe doppelt vorbereiten. Unterschiedliche Unterrichtsstile lassen sich nicht vereinheitlichen, wohl aber durch eine knappe Dokumentation überbrücken, die festhält, was ein Material voraussetzt und wie es gedacht war.
Material teilen, ohne dass es unbrauchbar wird
Geteiltes Material verliert häufig seinen Wert, sobald es die Hände der Person verlässt, die es ursprünglich erstellt hat. Ein Arbeitsblatt, das im Kopf der Autorin selbstverständlich zu einer bestimmten Erklärung, einem bestimmten Zeitpunkt in der Reihe und einer bestimmten Klassenstufe gehört, wird für eine Kollegin ohne diesen Kontext zu einem Fragment, das erst mühsam wieder eingeordnet werden muss.
Damit Material seinen Wert über die eigene Verwendung hinaus behält, braucht es eine minimale Rahmung: für welche Jahrgangsstufe es gedacht ist, wie viel Zeit es beansprucht und welches Vorwissen vorausgesetzt wird. Diese drei Angaben lassen sich in wenigen Sekunden ergänzen, sparen der nutzenden Person aber die Zeit, die sonst für Nachfragen oder eigenes Ausprobieren draufginge, und verhindern zugleich Enttäuschung, wenn ein Material an der eigenen Klasse ausprobiert und für unpassend befunden wird.
Fertig dokumentierte Reihen mit klarer Zielgruppenangabe, etwa zu Tierschutz in der Biologie und menschlichen Ökosystemen, zeigen, wie sich diese Rahmung in der Praxis umsetzen lässt, ohne dass die eigentliche inhaltliche Arbeit dadurch aufwendiger wird. Wie sich eine solche Reihe für die gemeinsame Nutzung in der Fachschaft aufbereiten lässt, beschreibt die Unterrichtsvorbereitung zu Tierschutz in der Biologie.
Ein häufiger Grund, warum Material trotz guter Absicht nicht geteilt wird, ist die Sorge, es sei noch nicht gut genug für andere Augen. Diese Sorge lässt sich entkräften, indem geteiltes Material von Anfang an nicht als fertiges Produkt, sondern als Arbeitsstand verstanden wird, der von der nutzenden Person ohnehin an die eigene Klasse angepasst wird. Ein brauchbarer, aber unperfekter Entwurf mit klarer Rahmung nützt der Fachschaft mehr als ein makelloses Dokument, das aus Zurückhaltung nie geteilt wird, und diese Haltung entlastet auch neue Kolleginnen und Kollegen, die selbst noch keine große eigene Sammlung mitbringen.
Eine gemeinsame Materialbasis aufbauen
Eine gemeinsame Materialbasis scheitert selten an fehlendem Willen und häufig an fehlender Struktur. Wenn jede Lehrkraft Material in ihrem eigenen Ordner, ihrer eigenen Cloud oder ihrem eigenen Ablagesystem sammelt, entsteht auch bei bestem Willen keine nutzbare gemeinsame Basis, weil niemand außerhalb der eigenen Struktur findet, was bereits vorhanden ist.
Ein einziger, für alle zugänglicher Ablageort, egal ob digital oder als physischer Ordner im Fachraum, ist wichtiger als ein ausgefeiltes Ablagesystem. Eine einfache Ordnerstruktur nach Thema, ergänzt um die eingangs genannten drei Rahmenangaben, reicht für die meisten Fachschaften aus und lässt sich ohne technische Vorkenntnisse pflegen.
Themen mit klarer immunologischer oder biologischer Systematik, wie in Das Immunsystem im Biologie-Unterricht, eignen sich gut, um eine solche Struktur exemplarisch aufzubauen, weil sich Unterthemen eindeutig benennen und in der Ablage klar voneinander abgrenzen lassen. Eine Kurzvorbereitung dazu liefert die Unterrichtsvorbereitung zum Immunsystem im Biologie-Unterricht.
Digitale Ablagesysteme bieten hier einen praktischen Vorteil gegenüber physischen Ordnern, weil sich Material gleichzeitig nach Thema und nach Jahrgangsstufe auffindbar machen lässt, ohne es doppelt abzulegen. Wichtig bleibt dabei, die Struktur einfach zu halten: Eine Fachschaft mit wenigen, klar benannten Hauptordnern findet sich schneller zurecht als eine mit vielen verschachtelten Unterordnern, die nur die Person versteht, die sie ursprünglich angelegt hat.
Arbeitsteilung nach Themen statt nach Zufall
Ohne klare Arbeitsteilung entsteht in einer Fachschaft entweder Doppelarbeit, weil zwei Personen unabhängig voneinander dasselbe Thema aufbereiten, oder eine Lücke, weil beide davon ausgehen, die jeweils andere Person kümmere sich darum. Beides lässt sich vermeiden, wenn Themen zu Beginn eines Schuljahres oder Halbjahres namentlich zugeordnet werden, statt die Zuständigkeit offen zu lassen.
Diese Zuordnung muss nicht bedeuten, dass eine Person das gesamte Material allein erstellt. Sie bedeutet vor allem, dass eine Person die Verantwortung dafür trägt, dass zu diesem Thema überhaupt geteiltes Material entsteht, sei es durch eigene Erstellung, durch Aufbereitung vorhandenen Materials oder durch Koordination mehrerer Beitragender.
Ökologische Themen mit mehreren möglichen Zugängen, etwa in Strukturen und Zusammenhänge in Ökosystemen, eignen sich gut für eine solche verteilte Zuständigkeit, weil sich Teilaspekte klar voneinander trennen lassen, an denen unterschiedliche Personen parallel arbeiten können. Wie sich diese Reihe für die Arbeitsteilung in der Fachschaft aufbereiten lässt, zeigt die Unterrichtsvorbereitung zu Strukturen und Zusammenhängen in Ökosystemen.
Die Zuordnung sollte auch dann bestehen bleiben, wenn eine Person das Thema in einem Jahr nicht selbst unterrichtet. Wer die Zuständigkeit an das eigene Unterrichtsdeputat koppelt, verliert bei jedem Stundenplanwechsel die Übersicht darüber, wer für welches Thema zuständig ist. Eine über mehrere Jahre stabile Zuordnung, unabhängig davon, wer das Thema im jeweiligen Jahr tatsächlich unterrichtet, hält die Verantwortlichkeit auch bei wechselnden Einsatzplänen nachvollziehbar.
Unterschiedliche Unterrichtsstile anerkennen, nicht vereinheitlichen
Zwei Lehrkräfte im selben Fach unterrichten selten auf identische Weise, selbst wenn sie dasselbe Thema behandeln. Die eine setzt stärker auf strukturierte Arbeitsblätter mit engem Aufgabenformat, die andere auf offenere Aufgabenstellungen mit mehr Diskussionsanteil. Der Versuch, diese Unterschiede über gemeinsames Material zu glätten, führt meist zu Material, das für beide Stile nur mittelmäßig passt.
Sinnvoller ist, Material so zu dokumentieren, dass erkennbar bleibt, für welchen Stil es ursprünglich gedacht war, statt es stillschweigend als universell einsetzbar zu deklarieren. Eine kurze Notiz wie ,eher für strukturierte Erarbeitung gedacht' oder ,braucht eine Klasse, die offene Diskussion gewohnt ist' hilft der nutzenden Person, schnell einzuschätzen, ob das Material zum eigenen Stil passt oder angepasst werden muss.
Themen mit gesellschaftlicher Tragweite, wie in Qualitatives Wachstum und nachhaltige Entwicklung in Europa und der Welt, lassen sich sowohl strukturiert als auch diskursiv unterrichten, weshalb sich hier besonders gut zeigen lässt, wie ein und dasselbe Grundmaterial für unterschiedliche Stile unterschiedlich eingesetzt werden kann. Eine entsprechende Kurzvorbereitung beschreibt die Unterrichtsvorbereitung zu Qualitativem Wachstum und nachhaltiger Entwicklung.
Ein Missverständnis entsteht häufig dann, wenn eine Lehrkraft geteiltes Material unverändert übernimmt, obwohl es für einen anderen Stil gedacht war, und anschließend enttäuscht ist, dass es in der eigenen Klasse nicht funktioniert. Dieses Risiko sinkt deutlich, wenn die Stilangabe direkt neben Zeitbedarf und Vorwissen steht, statt in einer separaten, leicht übersehenen Anmerkung.
Passende Unterrichtsreihen im Katalog
Rahmenangaben für geteiltes Unterrichtsmaterial
| Angabe | Warum sie nötig ist | Aufwand zur Ergänzung |
|---|---|---|
| Jahrgangsstufe | verhindert falsche Passung zur Lerngruppe | unter 1 Minute |
| Zeitbedarf | erleichtert die Einplanung in eine fremde Stunde | 1–2 Minuten |
| Vorausgesetztes Vorwissen | vermeidet Überforderung ohne Kontext | 2–3 Minuten |
| Bekannte Stolperstellen | spart Zeit bei der Durchführung | 2–5 Minuten |
| Gedachter Unterrichtsstil | erleichtert die Einschätzung der Passung | 1–2 Minuten |
Was dokumentiert sein muss, damit andere damit arbeiten können
Die Dokumentation von geteiltem Material muss nicht umfangreich sein, um wirksam zu sein. Entscheidend sind wenige, konsistent gepflegte Angaben statt einer einmaligen, ausführlichen Beschreibung, die danach nicht mehr aktualisiert wird. Ein knapper Kopfbereich auf jedem Dokument mit Jahrgangsstufe, Zeitbedarf und Vorwissen erfüllt diesen Zweck meist zuverlässiger als eine separate, oft veraltende Übersichtsdatei.
Zusätzlich hilfreich, aber nicht zwingend, ist ein kurzer Hinweis auf besondere Stolperstellen, die bei der Erprobung aufgefallen sind, etwa eine Aufgabe, die regelmäßig missverstanden wird, oder ein Zeitpunkt in der Stunde, an dem häufig mehr Zeit gebraucht wird als geplant. Solche Hinweise entstehen nebenbei während des eigenen Unterrichtens und kosten kaum zusätzlichen Aufwand, wenn sie direkt nach der Stunde kurz notiert werden.
Ebenso hilfreich ist ein Hinweis darauf, welche Materialien zusätzlich zum eigentlichen Dokument benötigt werden, etwa bestimmte Anschauungsobjekte, Zugang zu einem Fachraum oder technische Ausstattung. Ohne diesen Hinweis stellt eine nutzende Person solche Voraussetzungen oft erst am Stundentag selbst fest, wenn keine Zeit mehr bleibt, sie kurzfristig zu organisieren.
Literarische Reihen mit historischem Kontext, wie zu Wanderer, kommst du nach Spa von Heinrich Böll, profitieren besonders von solchen Stolperstellen-Hinweisen, weil der historische Bezug je nach Vorwissen der Klasse unterschiedlich viel zusätzliche Erklärung braucht, was für eine Kollegin ohne diesen Hinweis leicht zu einer überraschenden Zeitüberschreitung führen kann.
Wenn geteiltes Material trotzdem nicht passt
Auch mit guter Dokumentation passt geteiltes Material nicht immer eins zu eins zur eigenen Lerngruppe. Eine Klasse mit deutlich anderem Leistungsniveau, eine andere Klassengröße oder ein knapperes Zeitbudget können dazu führen, dass ein an sich gut dokumentiertes Material trotzdem angepasst werden muss, bevor es in der eigenen Stunde funktioniert.
In diesem Fall lohnt es sich, die eigene Anpassung wiederum kurz zu dokumentieren und der ursprünglichen Fassung hinzuzufügen, statt eine eigene, isolierte Version ohne Rückbindung an das Original zu erstellen. So wächst mit der Zeit eine Materialbasis, die mehrere erprobte Varianten für unterschiedliche Ausgangslagen enthält, statt einer einzigen Fassung, die für keine Lerngruppe wirklich optimal passt.
Wichtig ist dabei, die ursprüngliche Fassung nicht einfach zu überschreiben, sondern die Anpassung als eigene, klar benannte Variante daneben abzulegen. Wird die Originalfassung durch eine an eine bestimmte Klasse angepasste Version ersetzt, geht für zukünftige Nutzerinnen und Nutzer die Information verloren, für welche Ausgangslage die jeweilige Fassung ursprünglich gedacht war.
Historisch geprägte Themen mit variabler Tiefe, wie in E.T.A. Hoffmanns Der goldne Topf, eignen sich gut, um diesen Prozess zu erproben, weil sich der Anspruch je nach Jahrgangsstufe deutlich variieren lässt und mehrere dokumentierte Varianten desselben Grundmaterials für unterschiedliche Lerngruppen sinnvoll nebeneinander bestehen können. Wer solche Varianten von Beginn an mitdenkt, spart sich bei der nächsten abweichenden Lerngruppe die vollständige Neuerstellung und kann stattdessen auf einer bereits vorhandenen, passenderen Fassung aufbauen.
Die Rolle der Fachschaftsleitung bei der Materialpflege
Eine gemeinsame Materialbasis braucht in der Regel eine Person, die sich um die grundlegende Struktur kümmert, ohne dabei für jedes einzelne Dokument inhaltlich verantwortlich zu sein. Diese Rolle liegt oft, aber nicht zwingend, bei der Fachschaftsleitung und beschränkt sich meist auf wenige Aufgaben: die Ordnerstruktur aktuell halten, veraltetes Material kennzeichnen und neue Mitglieder der Fachschaft in das System einführen.
Ohne diese koordinierende Rolle verwildert eine gemeinsame Ablage über die Jahre erfahrungsgemäß, weil niemand explizit dafür zuständig ist, alte Versionen zu entfernen oder doppelt abgelegtes Material zusammenzuführen. Eine feste, aber zeitlich begrenzte Zuständigkeit, etwa für ein Schuljahr, verhindert diesen schleichenden Verfall, ohne eine Person dauerhaft zu binden.
Diese Rolle lässt sich auch rotierend vergeben, sodass sie nicht dauerhaft an einer einzigen Person hängt. Eine jährliche Übergabe mit kurzer Einweisung reicht meist aus, damit die Struktur erhalten bleibt, auch wenn die verantwortliche Person wechselt. Wichtig ist nur, dass die Übergabe tatsächlich stattfindet und die neue verantwortliche Person nicht erst selbst herausfinden muss, welche Regeln für die Ablage bisher galten.
Wer einen fachübergreifenden Überblick über Materialbedarf, Zeitbudget und Stundenaufbau jenseits der Teamarbeit sucht, findet die Grundlagen auf der Seite zu Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau der Unterrichtsvorbereitung.
Von der einzelnen Vorbereitung zur mehrjährig nutzbaren Reihe
Material, das für die Fachschaft dokumentiert wurde, lässt sich häufig über die eigene Verwendung hinaus für mehrere Jahre und mehrere Lerngruppen einsetzen, wenn die Grundstruktur der Reihe stabil bleibt und nur einzelne Elemente aktualisiert werden. Diese langfristige Nutzbarkeit ist der eigentliche Ertrag der anfänglichen Dokumentationsarbeit, auch wenn sie im Moment der Erstellung wie ein zusätzlicher Aufwand wirkt.
Fertige Reihen aus einer Sammlung wie der Sammlung der Unterrichtsreihen bieten hier einen Ausgangspunkt, der bereits eine gewisse Grundstruktur mitbringt und sich mit den eigenen Rahmenangaben ergänzen lässt, statt komplett neu dokumentiert werden zu müssen.
Für eine neue Lerngruppe an eine bereits bestehende Reihe anzupassen, ist eine eigene Aufgabe, die sich von der hier beschriebenen Materialteilung im Team unterscheidet, weil sie eine einzelne, bereits fertige Reihe betrifft statt eines fortlaufenden gemeinsamen Bestands. Wie sich eine bestehende Unterrichtsreihe an eine neue Lerngruppe anpassen lässt, beschreibt die Seite zur Anpassung einer Unterrichtsreihe an eine neue Lerngruppe. Beide Aufgaben ergänzen sich: Eine gut dokumentierte, in der Fachschaft geteilte Reihe lässt sich anschließend leichter auf eine konkrete, neue Lerngruppe zuschneiden, weil die dafür nötigen Ausgangsangaben bereits vorliegen.
Was eine gemeinsame Materialbasis in der Fachschaft trägt
- Einen einzigen, für alle zugänglichen Ablageort statt mehrerer privater Ordner nutzen.
- Jedes geteilte Material mit Jahrgangsstufe, Zeitbedarf und Vorwissen versehen.
- Themen zu Beginn des Schuljahres namentlich einer verantwortlichen Person zuordnen.
- Unterschiedliche Unterrichtsstile im Material kenntlich machen, statt sie zu vereinheitlichen.
- Bekannte Stolperstellen direkt nach der Erprobung kurz notieren.
- Angepasste Varianten dem Original hinzufügen, statt isolierte Kopien anzulegen.
- Eine Person mit der grundlegenden Pflege der Ablage betrauen, zeitlich begrenzt.
- Veraltetes oder doppeltes Material regelmäßig kennzeichnen oder entfernen.
Wer eine gemeinsame Materialbasis in der Fachschaft aufbauen möchte, findet in den verlinkten Reihen Beispiele für Themen, die sich gut für Arbeitsteilung, Rahmenangaben und unterschiedliche Unterrichtsstile dokumentieren lassen.
Häufige Fragen
Welche Angaben braucht geteiltes Unterrichtsmaterial mindestens?
Jahrgangsstufe, Zeitbedarf und vorausgesetztes Vorwissen reichen als Minimum aus, damit Material auch ohne den Kontext der ursprünglichen Autorin brauchbar bleibt. Zusätzliche Hinweise zu Stolperstellen, benötigten Materialien oder zum gedachten Unterrichtsstil erhöhen den Nutzen weiter, sind aber keine zwingende Voraussetzung für eine grundlegend funktionierende gemeinsame Ablage.
Wie verhindert eine Fachschaft, dass mehrere Personen dasselbe Thema doppelt vorbereiten?
Eine namentliche Zuordnung von Themen zu Personen zu Beginn des Schuljahres oder Halbjahres verhindert die meisten Doppelarbeiten. Die zugeordnete Person muss das Material nicht allein erstellen, trägt aber die Verantwortung dafür, dass zu diesem Thema überhaupt geteiltes Material entsteht, unabhängig davon, wer das Thema im jeweiligen Jahr tatsächlich unterrichtet.
Sollten unterschiedliche Unterrichtsstile in der Fachschaft vereinheitlicht werden?
In der Regel nicht sinnvoll, weil vereinheitlichtes Material meist für keinen der beteiligten Stile wirklich passt. Besser ist, Material mit einem kurzen Hinweis auf den gedachten Stil zu versehen, damit jede Lehrkraft schnell einschätzen kann, ob es zum eigenen Vorgehen passt oder angepasst werden muss.
Wo sollte geteiltes Material für eine Fachschaft abgelegt werden?
Wichtiger als das konkrete System ist ein einziger, für alle zugänglicher Ablageort, egal ob digital oder als physischer Ordner. Eine einfache Struktur nach Thema, ergänzt um wenige Rahmenangaben, reicht für die meisten Fachschaften aus und lässt sich ohne besonderen technischen Aufwand pflegen.
Was tun, wenn geteiltes Material trotz Dokumentation nicht zur eigenen Klasse passt?
Die eigene Anpassung sollte kurz dokumentiert und der ursprünglichen Fassung hinzugefügt werden, statt eine isolierte, unverbundene Version zu erstellen. So entsteht über die Zeit eine Materialbasis mit mehreren erprobten Varianten für unterschiedliche Ausgangslagen, statt einer einzigen, oft unpassenden Fassung.
Wer sollte die gemeinsame Materialablage einer Fachschaft pflegen?
Eine Person, häufig aus der Fachschaftsleitung, sollte die grundlegende Struktur pflegen, ohne für jedes einzelne Dokument inhaltlich verantwortlich zu sein: Ordnerstruktur aktuell halten, veraltetes Material kennzeichnen und neue Mitglieder einführen. Eine zeitlich begrenzte, bei Bedarf rotierende Zuständigkeit verhindert einen schleichenden Verfall der Ablage über mehrere Schuljahre hinweg.
