Geschichte · Klasse 6–7 · Sekundarstufe I
Römisches Reich in der Sek I: Cäsar, Pompeji und die Götter planen
Das Römische Reich gehört zu den Themen, bei denen Lehrkräfte zu viel auf einmal wollen: Republik, Kaiserzeit, Cäsar, Alltag, Religion. Diese Seite zeigt, wie sich der Stoff in einer Reihe von Klasse 6 oder 7 ordnen lässt, welche Quellenfragen sich lohnen und wo Schülerinnen und Schüler typischerweise falsch abbiegen.
753 v. Chr.Traditionelles Gründungsdatum Roms, eine Überlieferung und kein gesichertes Ereignis
509 v. Chr.Traditioneller Beginn der Republik nach dem Ende des Königtums
27 v. Chr.Augustus begründet die Kaiserzeit, den Principat
79 n. Chr.Ausbruch des Vesuvs, Verschüttung von Pompeji und Herculaneum
Das Römische Reich lässt sich in Klasse 6 oder 7 am besten über drei klar getrennte Zugänge unterrichten. Der erste ist die Strukturgeschichte von der Republik zur Kaiserzeit mit wenigen, gut geklärten Begriffen wie Senat, Konsul, Diktator und Provinz. Der zweite ist die Biografie Julius Cäsars, an der sich zeigen lässt, warum die Republik an ihre Grenzen kam und wie Machtkonzentration entstand. Der dritte ist Pompeji, das als archäologische Quelle den Alltag der Menschen sichtbar macht. Dazu kommt ein kurzer Blick auf die griechischen Götter und ihre römische Übernahme. Als Richtwert genügen für diese vier Bausteine etwa zwölf bis vierzehn Unterrichtsstunden, sofern Sie den Gesamtüberblick knapp halten und Zeit für zwei Quellenstunden reservieren. Entscheidend ist, dass jede Stunde eine Frage beantwortet, etwa „Warum wurde ein Einzelner so mächtig?“ oder „Was verrät eine verschüttete Stadt, was ein Text nicht verrät?“, und nicht bloß Wissen aneinanderreiht.
Wie viel Zeit braucht das Römische Reich in Klasse 6 oder 7?
Eine feste Stundenzahl gibt es nicht, denn Stoffverteilungen unterscheiden sich von Land zu Land und oft von Schule zu Schule. Ein brauchbarer Planungswert für die Hauptlinie ist ein Block von zwölf bis vierzehn Stunden. Wer mehr Raum hat, vertieft Alltag und Religion. Wer weniger hat, streicht nicht gleichmäßig, sondern entscheidet sich für einen roten Faden: entweder die Frage nach Macht und Herrschaft (Republik, Cäsar, Kaiserzeit) oder die Frage nach dem Leben der Menschen (Pompeji, Götter, Alltag).
Bewährt hat sich, die Reihe von der Abschlussaufgabe her zu planen. Wenn die Lernenden am Ende erklären sollen, warum die römische Republik in eine Monarchie überging, brauchen sie die Stunden zu Ämtern, Cäsar und Augustus zwingend. Pompeji und die Götter laufen dann als Ergänzung mit, nicht als zweiter Hauptstrang. Wie Zeitbedarf und Stundenverlauf bei einem verwandten Rom-Thema konkret aussehen können, beschreibt der Beitrag zu Alltag im alten Rom zwischen Forum und Kolosseum.
Planen Sie außerdem eine Rückkopplung zum Vorwissen ein. Die Lernenden bringen aus der Grundschule und aus Filmen Bilder mit: Gladiatoren, Legionäre, Togen. Eine kurze Eingangsabfrage mit der Frage „Was wissen wir schon über Rom, und woher?“ lässt sich später als Vergleich nutzen und macht sichtbar, welche Vorstellungen aus Spielfilmen und welche aus Quellen stammen.
Republik und Kaiserzeit: Welche Begriffe müssen sitzen?
In der Sekundarstufe I genügt ein enger Kern an Strukturbegriffen, wenn er sicher beherrscht wird. Patrizier und Plebejer bezeichnen die Gruppen in der frühen Republik, die um politische Teilhabe stritten. Der Senat war die Versammlung der einflussreichen Männer, die Politik beriet und faktisch lenkte. Zwei Konsuln führten die Staatsgeschäfte, jeweils für ein Jahr, was Machtkonzentration verhindern sollte. Ein Diktator wurde in der Republik nur für eine Krisenzeit und zeitlich begrenzt ernannt; die spätere Bedeutung des Wortes liegt davon weit entfernt. Eine Provinz war eine außerhalb Italiens eroberte und von einem Statthalter verwaltete Region.
Die Kaiserzeit führen Sie am besten über den Begriff Principat ein. Augustus verstand sich als erster Bürger, behielt Senat und Ämter bei und band Heer und Verwaltung dennoch an seine Person. Gerade diese Fassade ist für Klasse 6 und 7 gut zu vermitteln, weil sie zeigt, dass Machtwechsel nicht immer mit einem Umsturz verbunden sein müssen. Ein Begriffsnetz, das die Lernenden im Verlauf der Reihe selbst ergänzen, ist wirksamer als eine Vokabelliste am Anfang.
| Begriff |
Kurzerklärung für Klasse 6–7 |
Häufiger Denkfehler |
| Senat |
Versammlung einflussreicher Männer, die Politik berät und lenkt |
Wird mit einem Parlament im heutigen Sinn gleichgesetzt |
| Konsul |
Zwei Amtsträger, die den Staat für ein Jahr führen |
Wird als König oder Kaiser verstanden |
| Diktator |
In der Republik ein zeitlich begrenztes Krisenamt |
Wird mit dem heutigen Wortgebrauch vermischt |
| Provinz |
Eroberte Region außerhalb Italiens mit einem Statthalter |
Wird als Bundesland oder freie Region gedacht |
| Principat |
Herrschaft des Augustus unter Beibehaltung der alten Ämter |
Wird als offene Monarchie beschrieben |
Julius Cäsar: Biografie als Zugang oder als Verkürzung?
Eine Person eignet sich in Klasse 6 und 7 gut als Einstieg, weil sie Handlungen erzählbar macht. Cäsars Laufbahn führt durch die Ämter der Republik, durch den Krieg in Gallien, über den Rubikon in den Bürgerkrieg und endet mit seiner Ermordung im Jahr 44 v. Chr. Daran lässt sich zeigen, wie das Machtgefüge der Republik unter Druck geriet. Die Gefahr liegt darin, aus der Strukturgeschichte eine Geschichte großer Männer zu machen, in der Rom nur noch Cäsar heißt.
Eine Gegenmaßnahme besteht darin, neben Cäsar immer die Gruppen mitzudenken, die ihn trugen oder bekämpften: Soldaten, die ihm Treue schuldeten, Senatoren, die ihre Stellung bedroht sahen, Menschen in Rom, die von Getreideverteilungen abhingen. Die Leitfrage lautet dann nicht „Wer war Cäsar?“, sondern „Warum konnte ein Einzelner so viel Macht erreichen, und warum war das für andere bedrohlich?“. Ein Beitrag, der Biografiearbeit, Machtaufstieg und Quellenkritik für die Sek I zusammenführt, ist Julius Cäsar im Unterricht.
Besonders wichtig ist die Klärung, dass Cäsar kein Kaiser war. Die Lernenden verknüpfen die Wörter „Cäsar“ und „Kaiser“ schnell, was auch sprachlich nachvollziehbar ist, denn „Kaiser“ geht auf den Namen zurück. Eine kurze Gegenüberstellung der Titel Diktator, Konsul und Princeps verhindert, dass die Kaiserzeit rückwirkend in Cäsars Lebenszeit verlegt wird.
Cäsars eigene Schriften: Quelle oder Selbstdarstellung?
Cäsar hat selbst über den Gallischen Krieg und den Bürgerkrieg geschrieben. Für den Unterricht ist das ein Glücksfall, weil sich daran Quellenkritik üben lässt, ohne dass die Lernenden Latein können müssen. Sie arbeiten mit Übersetzungen kurzer Ausschnitte und stellen zwei Fragen: Wer schreibt, und für wen? Cäsar schreibt in der dritten Person, nüchtern und knapp, und stellt sein Handeln als notwendig und überlegt dar. Der Text diente auch dazu, seine Position in Rom zu stärken.
Für Klasse 6 und 7 reicht es, wenn die Lernenden den Unterschied zwischen Bericht und Rechtfertigung erkennen. Ein Arbeitsauftrag könnte lauten: „Markiere im Text, wo Cäsar sein Handeln begründet. Überlege, warum er das tut.“ Als Gegenprobe eignen sich kurze Hinweise darauf, dass die Gegner Cäsars anders erzählten, auch wenn deren Texte meist nur indirekt überliefert sind. Wichtig ist, dass Sie die Quellenlage ehrlich benennen und keine Gegenstimme erfinden, die es in dieser Form nicht gibt.
Eine ausführlichere Sicht auf den Umgang mit Tafelbild, Folie und Skizze bei diesem Thema bietet die Unterrichtsvorbereitung zu Julius Cäsar.
Pompeji und Herculaneum: Was ist Befund, was Rekonstruktion?
Die beiden Städte wurden im Jahr 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet. Für den Unterricht sind sie ein seltener Fall, in dem Gebäude, Wandmalereien, Gebrauchsgegenstände und Inschriften in großer Zahl erhalten blieben. Genau das macht sie zu einer Sachquelle: Die Lernenden sehen nicht, was jemand über Rom schrieb, sondern was Menschen tatsächlich nutzten.
Die zentrale Methodenfrage lautet: Was sehen wir wirklich, und was ist ergänzt? Ein Stadtplan zeigt Befund. Ein farbiges Computerbild eines Hauses zeigt Rekonstruktion. Beides ist legitim, aber die Lernenden sollen den Unterschied benennen können. Ein einfaches Raster hilft: links notieren sie, was erhalten ist, rechts, was Forschende daraus schließen. So wird deutlich, dass Geschichte nicht einfach vorliegt, sondern aus Spuren erarbeitet wird.
Zwei Hinweise zur Genauigkeit: Pompeji und Herculaneum wurden auf unterschiedliche Weise verschüttet, was sich auf Erhaltung und Funde auswirkt. Und die berühmten Abgüsse von Opfern sind Hohlräume in der Asche, die mit Gips ausgegossen wurden; sie zeigen keine Körper im ursprünglichen Zustand. Beides lässt sich in einer Stunde kurz einordnen. Für die Vorbereitung sind die Beiträge zum Vesuvausbruch von 79 n. Chr. und zu Kulturverlust, Sachquellen und Rekonstruktion hilfreich.
Griechische Götter und die römische Übernahme
Die Römer übernahmen viele griechische Göttervorstellungen und setzten sie mit eigenen Gottheiten gleich. Die Forschung nennt das Interpretatio Romana. Dahinter steckt kein bloßes Umbenennen, sondern ein Angleichen: Eine römische Gottheit mit ähnlichem Zuständigkeitsbereich wurde mit der griechischen verbunden, und Mythen wurden weitererzählt. Für den Unterricht reicht eine Tabelle mit den bekanntesten Paaren, ergänzt um die Frage, wo sich Spuren in unserer Sprache und in Planetennamen finden.
Der Zusammenhang erlaubt eine Verbindung zum Thema Antikes Griechenland, das viele Lehrkräfte vor Rom unterrichten. Wenn die griechischen Götter dort bereits behandelt wurden, genügt in der Römer-Reihe eine Wiederholungsstunde mit Schwerpunkt auf dem Vergleich. Zur Vertiefung der Mythen im Geschichtsunterricht dient der Beitrag Griechische Götter und Mythen im Geschichtsunterricht.
| Griechisch |
Römisch |
Zuständigkeit (Kurzform) |
| Zeus |
Jupiter |
Himmel, oberster Gott |
| Hera |
Juno |
Ehe und Familie |
| Poseidon |
Neptun |
Meer |
| Athene |
Minerva |
Weisheit, Handwerk |
| Ares |
Mars |
Krieg |
| Aphrodite |
Venus |
Liebe |
| Hermes |
Merkur |
Handel, Botenwesen |
Material für das Römische Reich in der Sek I
Die folgenden vier Materialien decken jeweils einen der oben beschriebenen Bausteine ab. Welche Sie einsetzen, hängt davon ab, welchen roten Faden Sie für Ihre Klasse gewählt haben.
Rom im ÜberblickKlasse 6–7 · Kaiserzeit
Reihe mit Lernheft
Das Paket kombiniert eine Unterrichtsreihe zum kaiserlichen Rom mit einem Lernheft. Laut Beschreibung eignet es sich für Hausaufgaben, Prüfungsvorbereitung oder Vertiefungsphasen und passt damit als Rahmen für den gesamten Block.
Julius CäsarKlasse 6–7 · Biografie
Biografiearbeit
Die Reihe ist für den Einsatz in der gymnasialen Sekundarstufe I beschrieben. Sie enthält Arbeitsblätter, visuelle Hilfsmittel, Single-Choice-Tests und kreative Projekte und eignet sich für die Stunden zum Machtaufstieg und zu den Quellenfragen.
Pompeji und HerculaneumAb Klasse 7 · Sachquelle
Quellenarbeit
Enthalten sind Informationstexte zur Lebenswelt, Bildquellen und Stadtpläne sowie kreative Aufgaben wie „Ein Tag in Pompeji“. Arbeitsblätter zu Leseverstehen, Quellenanalyse und Reflexion sowie editierbare Versionen mit Lösungsteil gehören ebenfalls dazu.
Griechische GötterSek I · Mythen und Götter
Götterreihe
Die Unterrichtsreihe zu den griechischen Göttern enthält Texte, einen Multiple-Choice-Test, Freitextaufgaben und kreative Methoden. Laut Beschreibung eignet sie sich für Gruppenarbeit und Stationenlernen und enthält Erwartungshorizonte und Lösungen.
Typische Fehlvorstellungen und wie Sie darauf reagieren
Die häufigste Vorstellung lautet, Rom habe vor allem aus Gladiatorenkämpfen bestanden. Sie stammt aus Filmen und ist nicht völlig falsch, aber stark verengt. Eine Gegenstrategie besteht darin, Arena und Alltag nebeneinanderzustellen: Wie viel Raum nahmen Spiele im Leben eines Handwerkers ein, wie viel Arbeit, Markt und Familie? Die Pompeji-Funde mit Läden, Werkstätten und Wandkritzeleien liefern dafür Material.
Die zweite Fehlvorstellung betrifft Cäsar als Kaiser. Sie lässt sich mit einem Zeitstrahl klären, auf dem Cäsars Tod 44 v. Chr. und der Beginn des Principats unter Augustus 27 v. Chr. getrennt markiert sind. Eine dritte Vorstellung geht davon aus, dass Rom als Stadt „plötzlich“ ein Weltreich war. Hier hilft der Hinweis, dass die Ausdehnung über Jahrhunderte verlief, mit Kriegen, Bündnissen und Provinzgründungen. Eine vierte lautet, Pompeji zeige das Römische Reich insgesamt. Tatsächlich zeigt die Stadt eine mittlere Handelsstadt in Kampanien; für Rom selbst oder die Provinzen gelten andere Bedingungen.
Bewertung und Differenzierung in der Reihe
Als Lernzielkontrolle eignet sich ein Mix aus kurzem Wissenstest und einer Transferaufgabe. Ein Test prüft Begriffe und Abfolgen, die Transferaufgabe prüft Urteilsfähigkeit, etwa mit der Frage, ob Cäsar eher Retter oder Gefährder der Republik war. Beachten Sie bei der Bewertung, ob die Antwort begründet ist, und lassen Sie auch Positionen gelten, die Sie selbst anders einordnen würden.
Für die Differenzierung bieten sich drei Stufen an: Lernende, die Unterstützung brauchen, arbeiten mit Satzanfängen und Wortlisten; die Mittelgruppe formuliert eigene Begründungen; schnelle Lernende vergleichen zwei Quellen. Der Zeitplan unten zeigt eine mögliche Verteilung. Er ist ein Vorschlag und keine Vorgabe, denn Ihr Lehrplan und Ihre Stundentafel bestimmen den tatsächlichen Rahmen.
| Stunde |
Schwerpunkt |
Leitfrage |
Zeitbudget |
| 1 |
Einstieg und Vorwissen |
Was wissen wir über Rom, und woher? |
45 Min. |
| 2–3 |
Republik und ihre Ämter |
Wie sollte Macht begrenzt werden? |
90 Min. |
| 4–6 |
Cäsar: Laufbahn und Macht |
Warum konnte ein Einzelner so mächtig werden? |
135 Min. |
| 7 |
Cäsars Schriften |
Wer schreibt, und mit welchem Ziel? |
45 Min. |
| 8 |
Augustus und Principat |
Was änderte sich, was blieb gleich? |
45 Min. |
| 9–11 |
Pompeji und Herculaneum |
Was zeigen Funde, was Texte nicht zeigen? |
135 Min. |
| 12 |
Götter und Interpretatio Romana |
Wie wurden Götter übernommen? |
45 Min. |
| 13–14 |
Transfer und Lernkontrolle |
Warum endete die Republik? |
90 Min. |
Was diese Seite bereitstellt
-
PlanungsrahmenZeitbudget und Stundenfolge als Vorschlag
-
BegriffsklärungSenat, Konsul, Diktator, Provinz, Principat
-
QuellenfragenCäsars Schriften und Pompeji als Sachquelle
-
FehlvorstellungenTypische Denkfehler mit Gegenstrategien
-
GötterpaareGriechisch-römische Zuordnung als Tabelle
-
BewertungLernkontrolle und Differenzierung in drei Stufen
Weiterlesen
Diese Beiträge und Seiten vertiefen einzelne Teile der Reihe.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden sollte ich für das Römische Reich einplanen?
Als Richtwert haben sich zwölf bis vierzehn Stunden bewährt, wenn Republik, Cäsar, Kaiserzeit, Pompeji und die Götter nacheinander behandelt werden. Das ist ein Planungswert und keine Vorgabe. Mit weniger Zeit lohnt es sich, einen roten Faden zu wählen, etwa Macht und Herrschaft oder Alltag und Religion, und den anderen Strang nur anzureißen. Prüfen Sie immer, was Ihre Stundentafel und Ihre schulinternen Absprachen vorsehen.
Passt das Material zu unserem Lehrplan?
Lehrpläne unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform, deshalb prüfen Sie am besten die Vorgaben Ihres Bundeslandes. Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an. Das Material ist nicht ministeriell geprüft. Details zur Garantie finden Sie auf der Seite zur stifo-Garantie.
Soll ich Cäsar als Einstieg oder als Abschluss behandeln?
Beides ist möglich. Als Einstieg bietet Cäsar einen Erzählfaden, über den Sie die Ämter und Begriffe der Republik anhand konkreter Handlungen einführen. Als Abschluss dient er als Fallbeispiel, an dem die Lernenden zuvor erarbeitete Begriffe anwenden. Wer zuerst die Republik klärt, vermeidet, dass Cäsar als einziger Akteur wahrgenommen wird; wer mit der Person beginnt, gewinnt meist schneller die Aufmerksamkeit der Klasse.
Wie gehe ich mit Cäsars eigenen Schriften um?
Verwenden Sie kurze, übersetzte Ausschnitte und stellen Sie die Frage nach Autor und Absicht in den Mittelpunkt. Cäsar schreibt über sein eigenes Handeln, und der Text sollte auch seine Stellung in Rom stützen. Die Lernenden sollen erkennen, dass Berichte keine neutrale Wiedergabe sind. Vermeiden Sie es, Gegenstimmen zu konstruieren, die nicht überliefert sind; benennen Sie stattdessen offen, dass die Quellenlage einseitig ist.
Wie unterscheide ich im Unterricht Befund und Rekonstruktion in Pompeji?
Lassen Sie die Lernenden zwei Spalten anlegen: In die eine tragen sie ein, was erhalten ist, in die andere, was Forschende daraus schließen oder ergänzt haben. Ein Stadtplan, ein erhaltenes Wandbild und eine Inschrift gelten als Befund, ein Computerbild eines Hauses oder ein nachgebautes Dach als Rekonstruktion. So lernen sie, dass Aussagen über die Vergangenheit auf Spuren und auf Deutung beruhen.
Wie verbinde ich die griechischen Götter mit dem Römischen Reich?
Über die Interpretatio Romana: Die Römer setzten ihre Gottheiten mit griechischen gleich, etwa Zeus mit Jupiter oder Athene mit Minerva, und übernahmen viele Mythen. Eine Tabelle mit den bekannten Paaren genügt als Grundlage. Anschließend können die Lernenden prüfen, wo römische Namen heute noch vorkommen, zum Beispiel bei Planeten. Wurden die Götter bereits im Griechenland-Block behandelt, reicht eine Wiederholungsstunde.