Obligatorische Lehrmittel und Zusatzmaterial: was daneben Platz hat
Zusatzmaterial neben dem Lehrmittel
Obligatorische Lehrmittel und Zusatzmaterial: was daneben Platz hat
Diese Seite ordnet, wann Zusatzmaterial eine Lücke im obligatorischen Lehrmittel schliesst, wann es ein Kapitel ersetzt und wann das Lehrmittel allein ausreicht.
- 1Obligatorisches Lehrmittel je Fachbereich, als gemeinsame Grundlage der Klasse
- 45 MinutenDauer einer Lektion, auf die sich Zeitangaben im Lehrmittel meist bezogen sind
- 3Prüfpunkte vor dem Einsatz von Zusatzmaterial: Lücke, Aktualität, Systematik
- TeamEbene, auf der sich die Wahl von Zusatzmaterial meist am besten abstimmen lässt
Zusatzmaterial hat neben dem obligatorischen Lehrmittel dort Platz, wo eine Lücke besteht, eine Darstellung veraltet ist oder ein einzelnes Kapitel ersetzt werden soll — nicht dort, wo das Lehrmittel bereits eine tragfähige Grundlage bietet. Entscheidend ist, ob ein Zusatzmaterial zur Systematik des Lehrmittels passt oder eine bewusste Einführung braucht. Wer diese Prüfung einmal je Kapitel vornimmt, spart sich die Arbeit in den Folgejahren — bis in die Vorbereitung auf die Maturität hinein.
Wofür das Lehrmittel da ist und wofür nicht
Das obligatorische Lehrmittel legt für einen Fachbereich die systematische Grundlage: Aufbau, Progression und in der Regel auch die Zuordnung zu den Kompetenzbereichen des Lehrplan 21. Es ist dafür gedacht, über ein oder mehrere Schuljahre hinweg konsequent verwendet zu werden, nicht dafür, jedes einzelne Thema erschöpfend zu behandeln.
Zusatzmaterial ergänzt diese Grundlage dort, wo das Lehrmittel bewusst knapp bleibt, ein Thema nicht abdeckt oder aus Aktualitätsgründen nicht mehr passt. Es tritt neben das Lehrmittel, nicht an seine Stelle, ausser bei einzelnen, klar abgegrenzten Kapiteln.
Diese Unterscheidung hilft bei der Auswahl: Wer ein Zusatzmaterial sucht, sollte sich vorab fragen, ob eine Lücke im Lehrmittel geschlossen, eine Aktualisierung vorgenommen oder tatsächlich ein ganzes Kapitel ersetzt werden soll, weil sich die Anforderungen an das Material je nach Zweck unterscheiden.
Diese Unterscheidung lohnt sich auch mit Blick auf die Beschaffung: Eine Lücke lässt sich oft mit einem einzelnen, kurzen Zusatzmaterial schliessen, während der Ersatz eines Kapitels meist eine vollständige Unterrichtsreihe verlangt. Wer den Zweck vorab klärt, sucht gezielter und sichtet dabei weniger ungeeignete Materialien, bevor das passende gefunden wird.
Diese Grundunterscheidung lässt sich auch neuen Lehrpersonen im Kollegium rasch vermitteln, weil sie unabhängig vom konkreten Fachbereich funktioniert. Wer sie einmal verinnerlicht hat, muss bei jedem neuen Material nur noch entscheiden, welcher der drei Fälle vorliegt, statt die Systematik jedes Mal neu zu durchdenken.
Für die Klasse bleibt diese Unterscheidung meist unsichtbar, solange der Übergang zwischen Lehrmittel und Zusatzmaterial sprachlich und inhaltlich sauber gestaltet ist. Eine kurze Überleitung, etwa ein Satz, der Bezug auf das vorangehende Kapitel nimmt, reicht dafür in den meisten Fällen aus.
Lücken im Lehrmittel gezielt schliessen
Jedes Lehrmittel setzt Schwerpunkte, und diese Schwerpunkte lassen zwangsläufig andere Aspekte eines Themas offen. Eine Lücke zu erkennen setzt voraus, das Lehrmittel und seinen Aufbau gut zu kennen, statt jede Lücke erst während des Unterrichtens zu entdecken.
Für das Schliessen einer Lücke eignet sich Zusatzmaterial, das genau den offenen Aspekt behandelt, ohne den übrigen Aufbau des Lehrmittels zu stören. Eine thematisch passende Unterrichtsreihe wie Frau Jenny Treibel: Gefühl, Geld und Gesellschaft lässt sich beispielsweise gezielt dort einsetzen, wo das Lehrmittel einen literarischen Text nur knapp streift.
Wichtig ist, die Lücke präzise zu benennen, bevor nach Zusatzmaterial gesucht wird: Fehlt ein bestimmter Aspekt eines Themas, fehlt eine bestimmte Textsorte, oder fehlt schlicht die Aktualität. Je genauer die Lücke beschrieben ist, desto gezielter lässt sich passendes Material finden.
Eine Lücke lässt sich auch daran erkennen, dass dieselbe Rückfrage der Klasse Jahr für Jahr wiederkehrt, ohne dass das Lehrmittel eine befriedigende Antwort liefert. Solche wiederkehrenden Fragen sind ein zuverlässiger Hinweis darauf, wo Zusatzmaterial den grössten Nutzen bringt, zuverlässiger oft als eine einmalige, spontane Einschätzung.
Auch eine kurze Rückmeldung der Klasse selbst, etwa am Ende eines Kapitels, zeigt oft zuverlässig, wo eine Lücke besonders spürbar war. Diese Rückmeldung lässt sich mit geringem Aufwand einholen und liefert eine zusätzliche, von der eigenen Einschätzung unabhängige Perspektive auf denselben Sachverhalt.
Eine einmal identifizierte Lücke bleibt in der Regel über mehrere Jahre bestehen, solange sich das Lehrmittel nicht ändert. Zusatzmaterial, das eine solche Lücke einmal geschlossen hat, lässt sich deshalb in den Folgejahren unverändert wiederverwenden, ohne jedes Jahr erneut gesucht werden zu müssen.
Ein Kapitel durch eigenes Material ersetzen
Manchmal lohnt es sich, ein einzelnes Kapitel des Lehrmittels vollständig durch eigenes Material zu ersetzen, etwa wenn ein Thema im Lehrmittel veraltet dargestellt ist oder ein aktuelleres Werk denselben Lernzweck besser erfüllt. Diese Entscheidung sollte begründet und nicht beiläufig getroffen werden.
Ein Material wie Gittersee: Jugend, Überwachung und unsichere Wahrheit eignet sich als Ersatz für ein älteres Kapitel zu einem verwandten Thema, weil es einen aktuelleren Zugang zu ähnlichen Fragestellungen bietet, ohne den systematischen Aufbau des Lehrmittels insgesamt zu verlassen.
Beim Ersatz eines Kapitels lohnt sich ein Blick darauf, ob das restliche Lehrmittel an späterer Stelle auf das ersetzte Kapitel zurückgreift. Ist das der Fall, sollte diese Verknüpfung entweder mit dem Zusatzmaterial nachgebildet oder an der betreffenden Stelle im Unterricht ergänzt werden.
Vor dem Ersatz eines Kapitels lohnt sich zudem die Frage, ob eine Lernkontrolle bereits auf den bisherigen Kapitelinhalt abgestimmt ist. Wird das Kapitel ersetzt, muss die Lernkontrolle entsprechend angepasst werden, damit sie weiterhin zum tatsächlich unterrichteten Inhalt passt und nicht auf einen nicht mehr behandelten Stoff verweist.
Ein vollständiger Ersatz lohnt sich in der Regel nur, wenn er sich über mehrere Schuljahre hinweg wiederholt einsetzen lässt, nicht für eine einmalige Verwendung. Wer diese Rechnung vorab aufstellt, vermeidet, viel Zeit in eine Anpassung zu investieren, die sich für den tatsächlichen Nutzen kaum auszahlt.
Ein ersetztes Kapitel lässt sich zudem mit einer kurzen Notiz versehen, warum die Ersetzung vorgenommen wurde. Diese Notiz hilft nicht der aktuellen Klasse, sondern vor allem der eigenen künftigen Planung oder einer Kollegin, die dieselbe Klasse später übernimmt und die Entscheidung sonst nicht nachvollziehen könnte.
Wenn das Lehrmittel älter ist als der Lehrplan 21
Manche Lehrmittel wurden vor der Einführung des Lehrplan 21 entwickelt und decken deshalb nicht jeden Kompetenzbereich in der heute vorgesehenen Form ab. Das macht ein Lehrmittel nicht automatisch unbrauchbar, verlangt aber eine bewusste Prüfung, welche Kompetenzbereiche zusätzlich abgedeckt werden müssen.
Für diese Prüfung hilft ein systematischer Abgleich: welche Kompetenzbereiche das Lehrmittel bereits ausreichend behandelt, und für welche es ergänzendes Material braucht. Eine Reihe wie Terme und Gleichungen kann dabei helfen, einen Kompetenzbereich abzudecken, der im älteren Lehrmittel knapper behandelt wird als im Lehrplan 21 vorgesehen.
Wichtig bleibt dabei, keinen bestimmten Kompetenzcode zu behaupten, den das Zusatzmaterial angeblich abdeckt, sondern allgemein zu formulieren, dass sich ein Material im entsprechenden Kompetenzbereich einsetzen lässt.
Ein älteres Lehrmittel bleibt dabei oft in vielen Teilen weiterhin brauchbar, auch wenn einzelne Kompetenzbereiche ergänzt werden müssen. Ein vollständiger Wechsel zu einem neueren Lehrmittel ist selten nötig, wenn sich die fehlenden Bereiche gezielt mit Zusatzmaterial abdecken lassen.
Ein solcher Abgleich lohnt sich in gewissen Abständen erneut, weil sich sowohl die Auslegung des Lehrplan 21 als auch das verfügbare Zusatzmaterial über die Zeit weiterentwickeln. Eine einmal erstellte Übersicht lässt sich dafür mit vertretbarem Aufwand aktualisieren, statt jedes Mal neu beginnen zu müssen.
Für ein sehr altes Lehrmittel, das mehrere Kompetenzbereiche gleichzeitig nur unzureichend abdeckt, kann sich mit der Zeit auch die Frage stellen, ob ein Wechsel des Lehrmittels selbst sinnvoller wäre als eine fortlaufende Ergänzung. Diese Entscheidung liegt in der Regel nicht bei der einzelnen Lehrperson, sondern wird im Team oder auf Schulebene getroffen.
Passende Unterrichtsreihen im Katalog




Zusatzmaterial neben dem Lehrmittel einordnen
| Situation | Was das Zusatzmaterial leisten soll | Worauf achten |
|---|---|---|
| Lücke im Lehrmittel | einen offenen Aspekt gezielt abdecken | Lücke vorab genau benennen |
| Veraltete Darstellung | aktuelleren Zugang zum Thema bieten | systematischen Aufbau des Lehrmittels nicht verlassen |
| Kompetenzbereich fehlt im älteren Lehrmittel | Kompetenzbereich zusätzlich abdecken | keinen bestimmten Kompetenzcode behaupten |
| Kapitel wird vollständig ersetzt | gleichwertigen Lernzweck erfüllen | spätere Verweise im Lehrmittel prüfen |
| Digitales Zusatzangebot | schnelle Aktualisierung ermöglichen | systematisch dem Kapitel zuordnen |
| Abstimmung im Kollegium | doppelte Arbeit vermeiden | gemeinsame Übersicht führen |
Zusatzmaterial, das zur Systematik des Lehrmittels passt
Zusatzmaterial fügt sich am reibungslosesten ein, wenn es sich in die vorhandene Systematik des Lehrmittels einordnen lässt, statt eine eigene, abweichende Struktur mitzubringen. Das betrifft etwa die Aufgabentypen, die Progression innerhalb eines Themas oder die Art, wie Lösungen dargestellt werden.
Ein Material wie Vektoren – Grundlagen und Rechnen lässt sich gut neben einem mathematischen Lehrmittel einsetzen, wenn die Notation und der Aufbau der Aufgaben mit dem Lehrmittel übereinstimmen, weil die Lernenden dann keine zusätzliche Umgewöhnung leisten müssen, um mit dem Zusatzmaterial zu arbeiten.
Wo die Systematik nicht vollständig übereinstimmt, hilft eine kurze Einführung, die den Lernenden erklärt, warum ein Zusatzmaterial anders aufgebaut ist als das gewohnte Lehrmittel, damit die Abweichung nicht als Verwirrung, sondern als bewusste Ergänzung wahrgenommen wird.
Wo die Systematik eines Zusatzmaterials deutlich von der des Lehrmittels abweicht, kann es sich trotzdem lohnen, wenn der inhaltliche Gewinn den Umgewöhnungsaufwand übersteigt. Eine kurze Abwägung vorab, wie gross dieser Aufwand tatsächlich ausfällt, verhindert, dass ein inhaltlich starkes Material allein wegen einer abweichenden Struktur verworfen wird.
Auch die Reihenfolge, in der ein Thema entwickelt wird, gehört zur Systematik eines Lehrmittels: Beginnt es mit einem konkreten Beispiel und leitet die Regel daraus ab, oder umgekehrt. Zusatzmaterial, das dieser Reihenfolge folgt, wirkt für die Lernenden vertrauter als Material mit entgegengesetztem Aufbau.
Wo mehrere Lehrpersonen dasselbe Lehrmittel verwenden, lohnt sich eine gemeinsame Einschätzung, welches Zusatzmaterial sich in der Praxis am reibungslosesten einfügt. Diese gemeinsame Erfahrung ist verlässlicher als eine einzelne, spontane Einschätzung und spart im Kollegium wiederholte Einzelprüfungen desselben Materials.
Digitale Ergänzung zum gedruckten Lehrmittel
Viele Lehrmittel liegen inzwischen auch in digitaler Form oder mit digitalen Zusatzangeboten vor, während anderes Zusatzmaterial ausschliesslich gedruckt oder als Download verfügbar ist. Für den Unterricht lohnt sich eine bewusste Entscheidung, welches Format zum jeweiligen Zweck passt, statt ein Format grundsätzlich zu bevorzugen.
Digitales Zusatzmaterial eignet sich besonders, wenn es schnell aktualisiert werden muss oder wenn Lernende individuell in unterschiedlichem Tempo arbeiten sollen. Gedrucktes Material bleibt dagegen oft praktischer, wenn eine ganze Klasse gleichzeitig mit demselben Text arbeitet.
Unabhängig vom Format gilt: Digitales Zusatzmaterial sollte ebenso systematisch abgelegt und dem jeweiligen Kapitel des Lehrmittels zugeordnet werden wie gedrucktes Material, damit es im Folgejahr wiedergefunden wird, statt erneut gesucht werden zu müssen.
Bei der Wahl zwischen digitalem und gedrucktem Format spielt zusätzlich die technische Ausstattung der jeweiligen Klasse eine Rolle. Eine Klasse mit zuverlässigem Zugang zu eigenen Geräten profitiert stärker von digitalem Zusatzmaterial als eine Klasse, in der Geräte geteilt werden müssen und deshalb gedrucktes Material oft praktischer bleibt.
Ein gemischter Einsatz, etwa ein gedrucktes Arbeitsblatt mit einer digitalen Zusatzressource für schnellere Lernende, verbindet die Vorteile beider Formate, verlangt aber eine klare Organisation, damit die Klasse jederzeit weiss, welches Material an welcher Stelle eingesetzt wird.
Auch die Frage, ob ein digitales Zusatzmaterial dauerhaft verfügbar bleibt oder von einer Internetverbindung abhängt, verdient vor dem Einsatz einen kurzen Blick. Ein einmal heruntergeladenes oder gedrucktes Material bleibt unabhängig von einer schwankenden Verbindung im Schulzimmer verfügbar, ein rein online abrufbares Material nicht.
Die Lehrmittelwahl im Team begründen
Die Wahl des obligatorischen Lehrmittels liegt meist nicht bei der einzelnen Lehrperson, wohl aber die Entscheidung, welches Zusatzmaterial ergänzend eingesetzt wird. Eine im Team abgestimmte Sammlung an Zusatzmaterial verhindert, dass jede Lehrperson dieselbe Lücke im Lehrmittel einzeln und unabhängig schliesst.
Eine gemeinsame Übersicht, welches Zusatzmaterial zu welchem Kapitel des Lehrmittels bereits erprobt wurde, spart im Kollegium Zeit und macht die Wahl nachvollziehbar, auch gegenüber neuen Lehrpersonen, die das Lehrmittel noch nicht kennen. Ergänzende Beispiele für unterschiedliche Fachbereiche zeigen Frau Jenny Treibel neben dem Lehrmittel, Gittersee neben dem Lehrmittel, Terme und Gleichungen als Ergänzung zum Lehrmittel, Vektoren neben dem Lehrmittel, Analysewortschatz und Operatoren neben dem Lehrmittel und Characterisation and Analysing Fiction als Ergänzung zum Lehrmittel.
Wo im Kollegium kein systematischer Austausch etabliert ist, genügt zu Beginn oft schon eine einfache gemeinsame Liste, die mit der Zeit wächst, statt gleich ein aufwendiges System einzuführen. Entscheidend ist weniger die Form der Übersicht als die Verlässlichkeit, mit der sie tatsächlich gepflegt wird.
Bei einem Wechsel im Kollegium, etwa wenn eine Lehrperson die Fachschaft verlässt, lohnt sich eine kurze Übergabe der bisherigen Übersicht an die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen, damit erprobtes Wissen über Zusatzmaterial nicht mit einer einzelnen Person verloren geht.
Über die Jahre hinweg entsteht so eine gewachsene, im Team getragene Sammlung, die zuverlässiger bleibt als das Wissen einer einzelnen Lehrperson. Diese Sammlung wird umso wertvoller, je konsequenter sie tatsächlich gepflegt und bei jeder neuen Entscheidung auch tatsächlich konsultiert wird.
Für Österreich behandelt Schulbuchaktion und Zusatzmaterial in Österreich dieselbe Fragestellung mit anderem Ausgangspunkt, weiteres Material liefert die Sammlung an Unterrichtsreihen, und die Übersicht zu Deutsch in der Sekundarstufe I ordnet dieses Thema in den grösseren Zusammenhang ein.
Bausteine für Zusatzmaterial neben dem Lehrmittel
- Vor der Suche die Lücke im Lehrmittel genau benennen.
- Zusatzmaterial zur Systematik des Lehrmittels passend auswählen oder kurz einführen.
- Beim Ersatz eines Kapitels spätere Verweise im Lehrmittel mitdenken.
- Kompetenzbereiche eines älteren Lehrmittels mit dem Lehrplan 21 abgleichen.
- Keine Kompetenzcodes behaupten, die das Zusatzmaterial nicht nachweislich abdeckt.
- Digitales und gedrucktes Zusatzmaterial gleichermassen systematisch ablegen.
- Erprobtes Zusatzmaterial im Team dokumentieren, statt Lücken mehrfach einzeln zu schliessen.
- Die Wahl von Zusatzmaterial gegenüber neuen Lehrpersonen nachvollziehbar begründen.
Diese Seite ordnet, wann Zusatzmaterial eine Lücke schliesst, wann es ein Kapitel ersetzt und wann das Lehrmittel allein ausreicht; die verlinkten Unterrichtsreihen zeigen Beispiele aus Deutsch und Mathematik.
Häufige Fragen
Darf ich das obligatorische Lehrmittel durch eigenes Material ersetzen?
Ganz oder teilweise, je nach Situation. Ein einzelnes Kapitel lässt sich ersetzen, wenn es veraltet ist oder ein aktuelleres Material denselben Lernzweck besser erfüllt. Das gesamte Lehrmittel bleibt dagegen die systematische Grundlage über das Schuljahr, gegen die sich Zusatzmaterial nicht insgesamt austauschen lässt.
Wie erkenne ich eine Lücke im Lehrmittel?
Indem das Lehrmittel und sein Aufbau gut bekannt sind, statt Lücken erst während des Unterrichtens zu entdecken. Hilfreich ist, die Lücke genau zu benennen: fehlt ein bestimmter Aspekt eines Themas, eine Textsorte oder schlicht die Aktualität. Je präziser die Lücke beschrieben ist, desto gezielter lässt sich Zusatzmaterial finden.
Was mache ich, wenn das Lehrmittel älter ist als der Lehrplan 21?
Ein systematischer Abgleich zeigt, welche Kompetenzbereiche das Lehrmittel bereits ausreichend abdeckt und für welche ergänzendes Material nötig ist. Dabei sollte kein bestimmter Kompetenzcode behauptet werden, den ein Zusatzmaterial angeblich abdeckt, sondern allgemein formuliert werden, dass sich das Material im entsprechenden Bereich einsetzen lässt.
Muss Zusatzmaterial zur Systematik des Lehrmittels passen?
Es fügt sich am reibungslosesten ein, wenn Aufgabentypen, Progression und Darstellung von Lösungen mit dem Lehrmittel übereinstimmen. Wo das nicht der Fall ist, ersetzt eine kurze Einführung für die Lernenden diese Passung, damit die Abweichung als bewusste Ergänzung und nicht als Verwirrung wahrgenommen wird.
Digital oder gedruckt: Wie wähle ich das passende Format?
Digitales Zusatzmaterial eignet sich, wenn es häufig aktualisiert werden muss oder Lernende individuell im eigenen Tempo arbeiten. Gedrucktes Material ist praktischer, wenn eine ganze Klasse gleichzeitig mit demselben Text arbeitet. Unabhängig vom Format sollte beides systematisch dem jeweiligen Kapitel zugeordnet werden.
Wie stimme ich die Wahl von Zusatzmaterial im Team ab?
Eine gemeinsame, laufend geführte Übersicht, welches Zusatzmaterial zu welchem Kapitel bereits erprobt wurde, verhindert doppelte Arbeit und macht die Wahl auch für neue Lehrpersonen nachvollziehbar. Diese Übersicht ersetzt keine fachliche Einzelprüfung, spart aber, dieselbe Lücke im Lehrmittel mehrfach unabhängig zu schliessen.





