Mitarbeit beurteilen: die Leistungsfeststellung neben der Schularbeit
Mitarbeit als Leistungsfeststellung
Mitarbeit beurteilen: die Leistungsfeststellung neben der Schularbeit
Mitarbeit ist neben Schularbeit, mündlicher Prüfung und praktischer Arbeit eine eigenständige Form der Leistungsfeststellung. Diese Seite zeigt, wie sich Mitarbeit laufend beobachten, dokumentieren und im Gespräch nachvollziehbar begründen lässt.
- 4in der LBVO genannte Formen der Leistungsfeststellung: Mitarbeit, mündliche Prüfung, schriftliche Arbeit, praktische Arbeit
- 2Beurteilungszeitpunkte je Schuljahr: Schulnachricht und Jahreszeugnis
- 0 %von der LBVO vorgeschriebene Prozentgewichtung der Mitarbeit — es gibt keine bundesweit fixierte Quote
- Richtwertmehrmals im Semester eigene Beobachtungsnotizen führen, statt erst kurz vor der Notenkonferenz zu urteilen
Mitarbeit ist neben Schularbeiten, mündlichen und praktischen Prüfungen eine eigenständige Form der Leistungsfeststellung nach der LBVO, die anders als etwa die Reifeprüfung nicht auf einen einzelnen Termin, sondern auf laufende Beobachtung über das Semester setzt. Eine feste Prozentgewichtung schreibt die LBVO dafür nicht vor. Nachvollziehbar wird die Mitarbeitsnote durch laufende Aufzeichnungen, zu Semesterbeginn kommunizierte Kriterien und ein Gespräch, in dem sich die Note gegenüber Schülerinnen, Schülern und Erziehungsberechtigten begründen lässt.
Mitarbeit als eigenständige Form der Leistungsfeststellung
Die LBVO kennt mehrere Formen der Leistungsfeststellung nebeneinander: Mitarbeit, mündliche Prüfungen, schriftliche Arbeiten und praktische Arbeiten. Keine dieser Formen ersetzt die andere, und keine ist von vornherein wichtiger als die übrigen. Mitarbeit unterscheidet sich von der Schularbeit vor allem dadurch, dass sie nicht an einem einzelnen Termin entsteht, sondern sich über den gesamten Beurteilungszeitraum aufbaut — aus mündlichen Beiträgen, aus der Beteiligung an Gruppenarbeiten, aus schriftlichen Kurzformen wie Tests oder Hausübungskontrollen, die keine Schularbeit sind, und aus dem sichtbaren Umgang mit dem Unterrichtsgegenstand über Wochen hinweg.
Wie stark Mitarbeit gegenüber Schularbeiten ins Gewicht fällt, regelt die LBVO nicht mit einer festen Prozentzahl. Die Gewichtung ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Fachlehrplan, Anzahl der Schularbeiten im jeweiligen Unterrichtsgegenstand und der pädagogischen Einschätzung der Lehrkraft, wie aussagekräftig die einzelnen Leistungsfeststellungen für die Gesamtbeurteilung sind. Wer eine bestimmte Prozentquote als bundesweit verbindlich darstellt, verwechselt schulautonome oder fachlich übliche Praxis mit einer gesetzlichen Vorgabe, die es in dieser Form nicht gibt.
Wer sich einen Überblick verschaffen will, wie Mitarbeit im jeweiligen Unterrichtsgegenstand neben anderen Leistungsfeststellungen steht, findet Grundlagen dazu auch im Fach-Hub Deutsch nach Lehrplan 2023, der als Ausgangspunkt für ergänzendes Unterrichtsmaterial über mehrere Schulstufen hinweg dient. Der Vergleich mit anderen Unterrichtsgegenständen zeigt dabei, dass sich die praktische Ausgestaltung der Mitarbeitsbeurteilung durchaus unterscheidet, während der rechtliche Rahmen — mehrere gleichrangige Formen der Leistungsfeststellung, keine fixe Prozentvorgabe — über alle Gegenstände hinweg derselbe bleibt.
Was zur Mitarbeit zählt — und was nicht
Zur Mitarbeit zählt, was im laufenden Unterricht sichtbar wird: mündliche Beiträge zum Unterrichtsgegenstand, die Qualität von Wortmeldungen, die Beteiligung an Partner- und Gruppenarbeiten, das Verhalten bei einem Lehrausgang, sofern er fachlich ausgewertet wird, sowie kurze schriftliche oder praktische Überprüfungen, die keine Schularbeit sind. Auch die Fähigkeit, Hausübungen selbstständig und nachvollziehbar zu bearbeiten, fließt in vielen Unterrichtsgegenständen in die Mitarbeit ein, sofern die Lehrkraft das zu Beginn des Semesters transparent gemacht hat.
Nicht zur Mitarbeit zählt reines Wohlverhalten oder Sozialverhalten im engeren Sinn — Höflichkeit, Pünktlichkeit oder Ordnung sind kein Ersatz für fachliche Beiträge und dürfen die Note nicht tragen, auch wenn sie den Unterrichtsalltag erleichtern. Eine saubere Abgrenzung hilft besonders dort, wo Schülerinnen und Schüler leise, aber fachlich präzise arbeiten: Wer wenig spricht, aber in schriftlichen Kurzformen oder in Gruppenarbeiten konstant zeigt, dass er den Stoff durchdrungen hat, braucht andere Gelegenheiten zur Mitarbeit als jemand, der sich mündlich stark einbringt.
Auch die Hausübung nimmt eine besondere Stellung ein: Sie ist keine eigene Beurteilungskategorie neben Mitarbeit, mündlicher Prüfung, schriftlicher und praktischer Arbeit, wirkt sich aber häufig indirekt auf die Mitarbeit aus, wenn Hausübungen als Grundlage für die anschließende Unterrichtsstunde dienen und deren Bearbeitung sichtbar wird. Wer regelmäßig unvorbereitet erscheint, zeigt das meist zuerst in der Mitarbeit der folgenden Stunde und nicht in einer eigenen Hausübungsnote, was den engen Zusammenhang zwischen beiden Bereichen erklärt, ohne sie gleichzusetzen.
Beobachten und dokumentieren: laufende Aufzeichnungen statt Bauchgefühl
Eine Mitarbeitsnote, die erst am Ende des Semesters aus der Erinnerung entsteht, hält einer Rückfrage selten stand. Bewährt hat sich eine laufende, knappe Dokumentation: ein kurzer Vermerk pro relevanter Unterrichtsstunde, der nicht jede Wortmeldung protokolliert, aber besonders starke oder auffällig schwache Beiträge festhält, dazu Notizen zu Gruppenarbeiten und kurzen schriftlichen Überprüfungen. Wer Unterrichtsreihen mit klar abgegrenzten Arbeitsphasen einsetzt, etwa die Unterrichtsreihe zu Filmmusik für die SEK I, findet darin oft schon fertige Anlässe für solche Beobachtungsnotizen, weil einzelne Stunden auf konkrete, bewertbare Teilleistungen zulaufen.
Die Form der Dokumentation ist nicht amtlich vorgeschrieben — ob Strichliste, digitale Tabelle oder Notizfeld im Klassenbuch, entscheidend ist, dass die Aufzeichnungen im Zweifel eine Note stützen können. Besonders hilfreich sind Notizen, die nicht nur eine Einschätzung, sondern einen kurzen Anlass festhalten, etwa welche Frage beantwortet oder welcher Beitrag zur Gruppenarbeit geleistet wurde. Das erleichtert später sowohl das eigene Gedächtnis der Lehrkraft als auch das Gespräch mit Schülerinnen, Schülern oder Erziehungsberechtigten, wenn eine Mitarbeitsnote infrage gestellt wird.
Wer mehrere Klassen und Unterrichtsgegenstände gleichzeitig unterrichtet, profitiert von einem einheitlichen Format über alle Gruppen hinweg, statt für jede Klasse ein anderes System zu führen. Ein wiederkehrender Rhythmus — etwa ein kurzer Rückblick am Ende jeder Unterrichtswoche, in dem auffällige Beiträge aus dem Gedächtnis in die Dokumentation übertragen werden — verhindert, dass sich Beobachtungen über mehrere Wochen ansammeln und an Genauigkeit verlieren. Gerade in Gegenständen mit vielen Schülerinnen und Schülern pro Klasse macht dieser feste Rhythmus den Unterschied zwischen einer belastbaren und einer nachträglich konstruierten Mitarbeitsnote aus.
Mitarbeit transparent machen: Kriterien, Frühwarnung, Gespräch
Transparenz beginnt vor der ersten Note: Wer zu Semesterbeginn offenlegt, welche Formen der Mitarbeit zählen und wie regelmäßige Beteiligung im Verhältnis zu Schularbeiten und mündlichen Prüfungen steht, muss später seltener einzelne Einschätzungen im Nachhinein rechtfertigen. Das gilt besonders für Unterrichtsgegenstände ohne Schularbeit, in denen die Mitarbeit einen größeren Anteil der Beurteilung trägt und Schülerinnen sowie Schüler entsprechend früh wissen sollten, worauf es ankommt.
Zeichnet sich ab, dass die Mitarbeit über längere Zeit nicht ausreicht, greift die Frühwarnung: Sie informiert Schülerinnen, Schüler und Erziehungsberechtigte rechtzeitig, bevor sich ein Nicht genügend am Ende des Beurteilungszeitraums abzeichnet, und eröffnet damit die Möglichkeit, gegenzusteuern. Ein klärendes Gespräch, das konkrete Beispiele aus der laufenden Dokumentation nennt, wirkt dabei überzeugender als eine pauschale Einschätzung. Wer die Kriterien schon im Vorfeld schriftlich festgehalten hat, tut sich in diesem Gespräch leichter, weil sich die aktuelle Einschätzung an einem nachvollziehbaren Maßstab statt an einem Gefühl aus dem Moment festmachen lässt.
In der Schulnachricht zur Semestermitte zeigt sich zum ersten Mal offiziell, wie sich die laufende Mitarbeit bislang niederschlägt. Sie ist eine gute Gelegenheit, das Gespräch mit Erziehungsberechtigten zu suchen, bevor sich eine schwache Mitarbeit bis zum Jahreszeugnis verfestigt. Wer die Schulnachricht ausschließlich als formalen Zwischenstand behandelt, statt sie als Anlass für ein klärendes Gespräch zu nutzen, verschenkt einen Zeitpunkt, an dem noch genügend Unterrichtszeit bleibt, um an der Mitarbeit gezielt zu arbeiten.
Passende Unterrichtsreihen im Katalog
Formen der Leistungsfeststellung im Vergleich
| Form | Zeitpunkt | Typisches Merkmal |
|---|---|---|
| Mitarbeit | laufend über das Semester | keine feste Prozentgewichtung durch die LBVO |
| Schularbeit | angekündigter Einzeltermin | Anzahl steht im Fachlehrplan, nicht in der LBVO |
| Mündliche Prüfung | einzelner, angekündigter Termin | eigenständige Beurteilungsform neben der Mitarbeit |
| Praktische Arbeit | themenabhängig, oft mehrteilig | häufig in gestaltenden oder technischen Gegenständen |
| Frühwarnung | vor drohendem Nicht genügend | informiert rechtzeitig, kein eigener Notentyp |
Mitarbeit und Schularbeit im Zusammenspiel
Wie viele Schularbeiten ein Unterrichtsgegenstand pro Semester vorsieht, steht im jeweiligen Fachlehrplan, nicht in der LBVO — die Verordnung regelt nur den Rahmen, etwa die Ankündigung der Stoffgebiete mindestens eine Woche vorher, die Terminbekanntgabe zu Semesterbeginn und höchstens eine Schularbeit pro Tag. In Unterrichtsgegenständen mit wenigen oder keinen Schularbeiten trägt die Mitarbeit entsprechend mehr Gewicht für die Gesamtbeurteilung, während sie in stark schularbeitslastigen Gegenständen eher ergänzend wirkt und einzelne Ausreißer in Schularbeiten einordnen hilft.
Diese Verteilung ist auch fachlich sinnvoll: Ein Thema wie das Unterrichtsmaterial zu Glück für den Ethik-Unterricht lässt sich kaum allein über eine schriftliche Arbeit erfassen, weil gerade die mündliche Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen zeigt, ob eine Schülerin oder ein Schüler eigenständig argumentiert. In solchen Gegenständen ersetzt eine sorgfältig geführte Mitarbeitsbeurteilung, was eine Schularbeit strukturell nicht leisten kann, ohne dass daraus ein Widerspruch zur schriftlichen Leistungsfeststellung entstehen müsste.
Der Blick über die Grenze zeigt, wie unterschiedlich Systeme dieselbe Grundfrage lösen: In der Schweiz mündet die laufende Beobachtung über den Unterricht ebenfalls in eine Note, dort aber über Lernkontrollen und ein eigenes Beurteilungsgespräch im Zyklus 3, das die Zeugnisnote gegenüber Erziehungsberechtigten begründet — strukturell vergleichbar zum Gespräch nach einer österreichischen Frühwarnung, aber eingebettet in ein kantonal unterschiedlich geregeltes Beurteilungssystem. Für die österreichische Praxis bleibt entscheidend, dass Mitarbeit hierzulande eine von mehreren gleichrangigen, aber bundesweit einheitlich benannten Formen der Leistungsfeststellung ist.
Die Rolle von Klassenvorstand bzw. Jahrgangsvorstand
Der Klassenvorstand, an berufsbildenden höheren Schulen der Jahrgangsvorstand, behält über mehrere Unterrichtsgegenstände hinweg im Blick, wie sich Mitarbeitsnoten über die Klasse verteilen, und wird häufig dann eingebunden, wenn eine Frühwarnung ausgesprochen wird oder ein Erziehungsberechtigter Rückfragen zur Mitarbeitsbeurteilung stellt. Diese koordinierende Funktion ersetzt nicht die fachliche Beurteilung der einzelnen Lehrkraft, hilft aber, Muster zu erkennen — etwa wenn eine Schülerin oder ein Schüler in mehreren Gegenständen gleichzeitig auffällig schwach mitarbeitet, was auf Ursachen außerhalb des einzelnen Unterrichtsgegenstands hindeuten kann.
Fachübergreifende Abstimmung lohnt sich auch bei der Frage, wie Lehrausgänge fachlich ausgewertet werden. Cluster wie die Begleitung zum Thema Mittelalter zeigen, dass sich Beobachtungsanlässe für Mitarbeit nicht auf den Klassenraum beschränken müssen, sondern sich ebenso in projektartig angelegten Unterrichtsreihen finden lassen. Wer solche Reihen in mehreren Unterrichtsgegenständen ähnlich anlegt, erleichtert dem Klassenvorstand oder Jahrgangsvorstand den Überblick, weil vergleichbare Beobachtungsformate über die Fächer hinweg entstehen.
Stolperstellen aus der Praxis
Ein wiederkehrendes Problem ist die nachträgliche Rekonstruktion einer Mitarbeitsnote aus dem Gedächtnis, wenn zum Konferenztermin plötzlich Aufzeichnungen fehlen. Wer stattdessen laufend dokumentiert, etwa anhand konkreter Unterrichtseinheiten wie dem Unterrichtsmaterial zur Großen Pest im 14. Jahrhundert, hat im Zweifel belastbare Anhaltspunkte zur Hand, statt sich auf einen allgemeinen Eindruck verlassen zu müssen. Ein zweiter Stolperstein ist die Vermischung von Mitarbeit und Sozialverhalten: Wer Störungen im Unterricht in die fachliche Note einfließen lässt, vermengt zwei Beurteilungsebenen, die nach der LBVO getrennt zu behandeln sind.
Ein dritter Stolperstein betrifft Schülerinnen und Schüler, die sich mündlich zurückhalten, aber schriftlich oder praktisch stark sind: Wird Mitarbeit ausschließlich an mündlicher Beteiligung festgemacht, entsteht ein verzerrtes Bild ihrer tatsächlichen Leistung. Materialien mit klar abgegrenzten Arbeitsaufträgen, etwa die Unterrichtsreihe zur frühen Neuzeit für die SEK I, oder Reihen zu Themen wie Gewalt als Unterrichtsthema, schaffen zusätzliche, nicht rein mündliche Anlässe zur Beobachtung. Ergänzend liefert eine breitere Sammlung an Unterrichtsreihen weitere Formate, in denen sich Mitarbeit über unterschiedliche Arbeitsweisen zeigen kann, statt nur über das gesprochene Wort im Plenum.
Beispiele aus der Clusterpraxis
Wie sich Mitarbeit an konkretem Stoff festmachen lässt, zeigt sich am ehesten an einzelnen Themen. Bei Filmmusik und die Mitarbeit beurteilen entstehen Beobachtungsanlässe etwa dann, wenn Schülerinnen und Schüler eine musikalische Szene gemeinsam analysieren und ihre Höreindrücke mündlich begründen müssen — eine Situation, in der sich fachliche Tiefe zeigt, ohne dass eine Schularbeit nötig wäre.
Bei Glück und die Mitarbeit beurteilen liegt der Beobachtungsanlass in der Diskussion selbst: Wer eine ethische Position vertritt und auf Einwände eingeht, zeigt Mitarbeit in einer Form, die sich schriftlich kaum in gleicher Qualität abbilden ließe. Solche Reihen eignen sich besonders, um mündliche Mitarbeit gezielt und nicht nur beiläufig zu beobachten.
Ein historisches Thema wie Die Große Pest im 14. Jahrhundert und die Mitarbeit beurteilen bietet dagegen eher schriftliche und quellenbasierte Anlässe: die Arbeit mit einer Textquelle, die anschließende Einordnung im Plenum, eine kurze schriftliche Zusammenfassung. Hier zeigt sich Mitarbeit weniger im Wortbeitrag selbst als in der nachvollziehbaren Auseinandersetzung mit dem Material.
Bei Die frühe Neuzeit in der Geschichte und die Mitarbeit beurteilen lassen sich schließlich Gruppenarbeitsphasen gut für die Mitarbeitsbeurteilung nutzen, weil arbeitsteilige Aufgaben sichtbar machen, wer welchen Beitrag zum gemeinsamen Ergebnis leistet. Über alle vier Beispiele hinweg zeigt sich derselbe Grundsatz: Mitarbeit lässt sich umso verlässlicher beurteilen, je klarer die einzelne Unterrichtsstunde einen konkreten, beobachtbaren Anlass dafür schafft.
Bausteine einer nachvollziehbaren Mitarbeitsbeurteilung
- Kriterien für Mitarbeit zu Semesterbeginn schriftlich festhalten und kommunizieren.
- Laufend statt rückblickend dokumentieren, mit kurzem Anlass je Notiz.
- Mündliche, schriftliche und praktische Anlässe zur Mitarbeit bewusst mischen.
- Sozialverhalten und fachliche Mitarbeit in der Dokumentation klar trennen.
- Frühwarnung rechtzeitig aussprechen, gestützt auf konkrete Beispiele aus den Notizen.
- Gewichtung von Mitarbeit gegenüber Schularbeiten am Fachlehrplan und an der Zahl der Schularbeiten ausrichten.
- Beobachtungsformate über mehrere Unterrichtsgegenstände hinweg mit dem Klassenvorstand abstimmen.
- Zurückhaltende, aber fachlich starke Schülerinnen und Schüler über zusätzliche, nicht rein mündliche Anlässe einbeziehen.
Diese Seite ordnet Mitarbeit als eigenständige Form der Leistungsfeststellung neben der Schularbeit ein; die verlinkten Unterrichtsreihen liefern konkrete Anlässe für laufende Beobachtung und Dokumentation.
Häufige Fragen
Muss Mitarbeit einen festen Prozentanteil an der Gesamtnote haben?
Nein. Die LBVO schreibt keine feste Prozentgewichtung für Mitarbeit vor. Wie stark sie gegenüber Schularbeiten und mündlichen Prüfungen ins Gewicht fällt, ergibt sich aus dem Fachlehrplan, der Anzahl der Schularbeiten im jeweiligen Unterrichtsgegenstand und der pädagogischen Einschätzung der Lehrkraft. Eine bundesweit einheitliche Quote, wie sie in manchen Schulen kursiert, ist schulautonome oder fachliche Praxis, keine gesetzliche Vorgabe.
Zählt Sozialverhalten zur Mitarbeitsnote?
Nein, jedenfalls nicht als eigenständiger Faktor. Mitarbeit bezieht sich auf fachliche Beiträge zum Unterrichtsgegenstand — mündliche Beteiligung, Gruppenarbeit, kurze schriftliche oder praktische Überprüfungen. Höflichkeit, Pünktlichkeit oder allgemeines Wohlverhalten dürfen die fachliche Note nicht tragen. Störendes Verhalten kann den Unterricht erschweren, gehört aber in eine andere Beurteilungsebene als die fachliche Mitarbeit.
Wie dokumentiere ich Mitarbeit am praktikabelsten?
Eine Form ist nicht amtlich vorgeschrieben. Bewährt hat sich eine laufende, knappe Dokumentation je relevanter Unterrichtsstunde, die besonders starke oder auffällig schwache Beiträge mit einem kurzen Anlass festhält, statt jede Wortmeldung zu protokollieren. Entscheidend ist, dass die Notizen im Zweifel eine Note stützen und sich später im Gespräch mit Schülerinnen, Schülern oder Erziehungsberechtigten nachvollziehbar begründen lassen.
Wie viele Schularbeiten muss ein Unterrichtsgegenstand haben?
Das steht im jeweiligen Fachlehrplan und nicht in der LBVO. Die LBVO regelt nur den Rahmen der Schularbeit, etwa die Ankündigung der Stoffgebiete mindestens eine Woche vorher, die Terminbekanntgabe zu Semesterbeginn und höchstens eine Schularbeit pro Tag. Die konkrete Anzahl unterscheidet sich je nach Unterrichtsgegenstand, weshalb sich eine pauschale Zahl über alle Fächer hinweg nicht seriös nennen lässt.
Was ist eine Frühwarnung und wann wird sie ausgesprochen?
Die Frühwarnung informiert Schülerinnen, Schüler und Erziehungsberechtigte rechtzeitig, wenn sich abzeichnet, dass die Leistung — häufig gerade die Mitarbeit — für ein Nicht genügend am Ende des Beurteilungszeitraums nicht ausreicht. Sie ist selbst keine Note, sondern eine Mitteilung, die Zeit zum Gegensteuern schafft. Gestützt auf laufende Beobachtungsnotizen lässt sich eine Frühwarnung konkreter und überzeugender begründen als aus einem pauschalen Eindruck heraus.
Wie geht man mit mündlich zurückhaltenden Schülerinnen und Schülern um?
Wird Mitarbeit ausschließlich an mündlicher Beteiligung im Plenum festgemacht, entsteht leicht ein verzerrtes Bild. Zusätzliche Anlässe wie Gruppenarbeiten, kurze schriftliche Überprüfungen oder praktische Aufgaben geben zurückhaltenden, aber fachlich starken Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, ihre Leistung auf anderem Weg zu zeigen. Unterrichtsreihen mit klar abgegrenzten Arbeitsphasen erleichtern es, solche Anlässe gezielt einzubauen, statt sich allein auf spontane Wortmeldungen zu verlassen.


