Sparpaket Improvisation & Ensemble
Die drei Reihen zur Improvisations- und Ensemblearbeit gebündelt.
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Darstellendes Spiel · Improvisation & Ensemble · Sek II (Klasse 11–13)
Drei Unterrichtsreihen zur Improvisationsarbeit im Kurs Darstellendes Spiel: die Grundregeln des Impro-Spiels, das Etablieren von Figuren und Orten im leeren Raum sowie die Chor- und Ensemblearbeit mit der ganzen Gruppe. Ergänzend erhalten Sie das Sparpaket und das XXL-Paket zum gesamten Kurs.
Kurz gesagt: Improvisation ist im Darstellenden Spiel Methode und Inhalt zugleich. Die Reihen führen von den Grundregeln des Impro-Spiels – Angebote annehmen, blockieren vermeiden, Fehler nutzen – über das Etablieren von Figuren und Orten bis zur Chor- und Ensemblearbeit, in der die Gruppe als kollektive Figur auftritt.
Improvisation gilt vielen als lockerer Einstieg, tatsächlich ist sie ein präzises Handwerk mit klaren Regeln. Die zentrale ist das Annehmen von Angeboten: Was die Mitspielenden setzen – eine Figur, ein Ort, eine Beziehung, ein Gegenstand –, gilt und wird weitergeführt. Wer blockiert, beendet die Szene; wer erweitert, treibt sie voran. Diese Regel ist im Unterricht deshalb so wertvoll, weil sie eine soziale Haltung einübt, die weit über die Bühne hinausreicht: aufmerksam zuhören, an das Vorherige anknüpfen, gemeinsam etwas herstellen.
Ein zweiter Ertrag liegt im Umgang mit Unsicherheit. Improvisation macht sichtbar, dass eine Szene nicht scheitert, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, sondern dass genau daraus Material entsteht. Für die spätere Inszenierungsarbeit ist das entscheidend: Szenen, die aus Improvisationen hervorgehen, sind meist konkreter und körperlicher als Szenen, die am Schreibtisch entworfen wurden. Viele Eigenproduktionen entstehen deshalb aus improvisiertem Material, das anschließend fixiert und wiederholbar gemacht wird.
Die Reihen bauen aufeinander auf: von den Grundlagen über die Arbeit an Figuren und Orten bis zur chorischen Arbeit mit der ganzen Gruppe.
Die drei Reihen zur Improvisations- und Ensemblearbeit gebündelt.
Angebote annehmen, Blockaden erkennen, Szenen gemeinsam weiterentwickeln.
Wie im leeren Raum Räume, Beziehungen und Figuren glaubhaft entstehen.
Chorisches Sprechen und Bewegen: die Gruppe als gemeinsame Bühnenfigur.
Aus improvisiertem Material eine tragfähige Szenenfolge entwickeln.
Alle Themenfelder des Kurses von der Grundlagenphase bis zur Aufführung.
Am Anfang stehen Übungen, in denen alle gleichzeitig agieren und niemand einzeln beobachtet wird: gemeinsames Gehen mit Tempowechseln, Spiegelübungen zu zweit, Assoziationsketten im Kreis. Sie klären die Grundregeln, ohne sie zu erklären. Erst danach folgt die klassische Zweierszene mit einer klaren Vorgabe – etwa einem Ort und einer Beziehung –, die zunächst nur eine Minute dauert. Kurze Szenen sind hier wirksamer als lange, weil sie den Druck nehmen und viele Durchgänge in einer Stunde erlauben.
In der zweiten Phase kommt die Arbeit an Figuren und Orten hinzu. Ein Ort entsteht auf der Bühne nicht durch Kulissen, sondern durch die Art, wie die Spielenden mit ihm umgehen: Wer eine Tür öffnet, muss sie an derselben Stelle wieder schließen. Solche Vereinbarungen lassen sich gut an kurzen Übungen sichern. Die dritte Phase führt zur Chorarbeit: Die Gruppe spricht und bewegt sich gemeinsam, reagiert auf Impulse aus der Gruppe und erzeugt Bilder, die eine einzelne Figur nicht herstellen kann. Aus diesen chorischen Sequenzen entstehen häufig die stärksten Momente einer Eigenproduktion.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Klasse 11 (EF) | Grundlagenphase | Impro-Regeln, Ensembleregeln und Arbeit im leeren Raum |
| Klasse 12 (Q1) | Vertiefung | Figuren und Orte etablieren, chorische Formen, Szenenaufbau |
| Klasse 13 (Q2) | Projektphase | Improvisiertes Material fixieren, Eigenproduktion und Aufführung |
Improvisation lebt von der Anzahl der Durchgänge, deshalb ist die Organisation der Gruppe entscheidend. In großen Kursen bewährt sich die Arbeit an mehreren Spielflächen parallel, sodass jede Kleingruppe spielt, während eine andere beobachtet; erst in der Auswertungsphase kommt der Kurs wieder zusammen. Für zurückhaltende Lernende sind Formate hilfreich, in denen sie zunächst Teil eines Chores sind oder nur eine Funktion übernehmen – Geräusche, ein Gegenstand, eine wiederkehrende Bewegung –, bevor sie eine sprechende Figur spielen.
Bewertet werden kann nicht die Originalität eines Einfalls, wohl aber das improvisatorische Handwerk: ob Angebote der Mitspielenden aufgenommen und erweitert werden, ob Ort und Beziehung erkennbar etabliert sind, ob die Figur über die Szene hinweg konsistent bleibt und ob die Spielenden im Ensemble aufeinander achten. Diese Kriterien lassen sich beobachten und mit den Reflexionsbögen belegen. Sinnvoll ist zusätzlich eine kurze schriftliche Auswertung, in der die Lernenden eine eigene Szene mit Fachbegriffen beschreiben.
In den Lehrplänen für Darstellendes Spiel beziehungsweise Theater ist die Improvisation regelmäßig als methodischer Zugang zum Kompetenzbereich Gestaltung verankert: Lernende sollen theatrale Mittel erproben, szenische Ideen entwickeln und Gestaltungsentscheidungen begründen. Die chorische Arbeit deckt zusätzlich den Bereich der Ensemblegestaltung ab, der in vielen Kernlehrplänen eigens ausgewiesen ist, weil er das Fach von einer reinen Rollenarbeit unterscheidet.
Anschlussfähig ist die Improvisationsarbeit vor allem zur Projektphase. Wer in Klasse 11 und 12 systematisch improvisiert hat, verfügt in der Eigenproduktion über einen Vorrat an Szenen, Figuren und Bildern, aus dem sich eine Stückfassung entwickeln lässt. Auch für die szenische Interpretation eines Dramentextes ist improvisatorische Erfahrung nützlich, weil sich Textstellen zunächst improvisierend erproben lassen, bevor die Fixierung erfolgt.
Körper und Bewegung im Raum
Stimme, Sprache und Sprechen auf der Bühne
Rolle und Figurenentwicklung
Sparpaket Schauspieltraining: Körper, Stimme, Rolle
Szenische Interpretation: vom Text zur Szene
Aufführung, Präsentation und TheaterkritikÜbungen für die ganze Gruppe funktionieren auch in großen Kursen, weil alle gleichzeitig agieren. Für Szenenarbeit sind Kleingruppen von drei bis fünf Spielenden sinnvoll, die parallel an mehreren Flächen arbeiten. Entscheidend ist nicht die Kursgröße, sondern dass jede Person pro Stunde mehrfach selbst spielt und nicht nur zusieht.
Hilfreich ist die schrittweise Exposition: erst alle gleichzeitig, dann Kleingruppen, dann einzelne Spielende. Ebenso wichtig sind feste Rückmelderegeln, die Bewertungen wie „gut“ oder „lustig“ ausschließen und stattdessen beschreiben, was zu sehen war. Wenn Fehler ausdrücklich als Spielmaterial behandelt werden, sinkt der Druck deutlich.
Ja, sofern die Kriterien das Handwerk betreffen und nicht den spontanen Einfall: Werden Angebote aufgenommen und erweitert? Sind Ort, Figur und Beziehung erkennbar? Bleibt die Figur konsistent? Wird auf die Mitspielenden geachtet? Diese Punkte sind beobachtbar und lassen sich durch die schriftliche Reflexion ergänzen.
Empfehlenswert ist der Einstieg mit den Grundlagen der Improvisation, weil dort die Spielregeln und die Ensemblehaltung gelegt werden. Anschließend folgt das Etablieren von Angeboten, Figuren und Orten, zuletzt die Chor- und Ensemblearbeit, die die größte Abstimmung in der Gruppe verlangt. Wer bereits mit dem Schauspieltraining gearbeitet hat, kann direkt in der zweiten Reihe einsteigen.
Nein. Die Reihen setzen keine Theatererfahrung voraus, weder bei den Lernenden noch bei der Lehrkraft. Alle Übungen sind mit Ablauf, Zielsetzung und möglichen Varianten beschrieben, sodass sie sich ohne eigene Schauspielausbildung anleiten lassen.
Die Reihen liegen als digitale Dateien zum Download vor und sind bearbeitbar. Übungsbeschreibungen, Spielkarten und Reflexionsbögen lassen sich an Ihre Kursgröße und an die verfügbare Raumsituation anpassen.