Hausaufgabe und Übungsauftrag: Unterrichtsvorbereitung über die Stunde hinaus

Silo Unterrichtsvorbereitung, Methode Hausaufgabe

Hausaufgabe und Übungsauftrag: Unterrichtsvorbereitung über die Stunde hinaus

Wie sich eine Hausaufgabe oder ein Übungsauftrag so vorbereiten lässt, dass die Lerngruppe sie ohne Rückfrage allein bearbeiten kann: Umfang, Selbstkontrolle, häusliche Ausstattung und die Besprechung in der folgenden Stunde.

  • 15–20 Min.realistischer Bearbeitungszeitraum je Übungsauftrag
  • 5 Min.Besprechungszeit in der folgenden Stunde
  • 1 Lösungsblattfür die Selbstkontrolle ohne Rückfrage
  • kein Internetals Grundvoraussetzung für die häusliche Bearbeitung

Zur Unterrichtsvorbereitung gehört auch die Aufgabe, die über die Stunde hinaus allein bearbeitet werden soll: Sie braucht eine Aufgabenstellung, die ohne Rückfragemöglichkeit verständlich ist, einen realistischen Zeitrahmen von etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten, eine Möglichkeit zur Selbstkontrolle über ein Lösungsblatt oder einen Erwartungshorizont sowie den Verzicht auf Material oder Internetzugang, der zuhause nicht bei jeder Schülerin und jedem Schüler gleichermaßen vorhanden ist. In der folgenden Stunde reichen dann fünf Minuten für eine wirksame Besprechung.

Was eine allein bearbeitbare Aufgabe braucht

Eine Aufgabe, die zuhause bearbeitet werden soll, kann sich nicht auf spontane Rückfragen während der Bearbeitung verlassen. Was im Unterricht mit einer kurzen Nachfrage geklärt würde, bleibt zuhause entweder unklar oder wird auf eine Weise interpretiert, die von der eigentlichen Absicht abweicht, ohne dass das vor der Abgabe auffällt.

Die Aufgabenstellung muss deshalb bereits beim ersten Lesen vollständig verständlich sein, mit einem konkreten Arbeitsauftrag statt einer allgemeinen Formulierung. Für die grundsätzliche Frage, wie viel Material und Zeit eine Stunde insgesamt braucht, unabhängig von der Frage der Hausaufgabe im Speziellen, liefert Unterrichtsvorbereitung: Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau die allgemeine Grundlage.

Ein einfacher Test vor der eigentlichen Vergabe hilft dabei: Lässt sich die Aufgabenstellung in einem einzigen Satz zusammenfassen, ohne dass etwas Wesentliches fehlt, ist sie meist klar genug formuliert. Braucht es mehrere Sätze mit Einschränkungen und Ausnahmen, um die Aufgabe vollständig zu erklären, wird sie zuhause ohne Rückfragemöglichkeit häufig missverstanden.

Sinnvoll ist außerdem, die Aufgabenstellung schriftlich mitzugeben, statt sie nur mündlich am Stundenende zu nennen. Eine mündliche Ankündigung in den letzten Minuten einer Stunde geht in der allgemeinen Unruhe beim Packen häufig unter, während eine schriftliche Fassung auf einem Arbeitsblatt oder im Heft auch bei Unaufmerksamkeit im Moment der Ansage noch nachlesbar bleibt.

Umfang realistisch bemessen

Fünfzehn bis zwanzig Minuten gelten als realistischer Richtwert für eine einzelne Aufgabe, die neben anderen Verpflichtungen und den Hausaufgaben anderer Fächer zu bewältigen ist. Wird dieser Rahmen deutlich überschritten, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Aufgabe vollständig und sorgfältig bearbeitet wird, eher als dass mehr gelernt würde.

Bei einer Reihe zu Musik von 1950 bis heute lässt sich der Umfang etwa auf das Anhören eines kurzen Musikbeispiels mit zwei bis drei konkreten Beobachtungsfragen begrenzen, statt eine umfassende Recherche zu einer ganzen Stilepoche zu verlangen. Wie sich ein solcher Auftrag konkret zuschneiden lässt, zeigt Unterrichtsvorbereitung Musik von 1950 bis heute: Hausaufgabe und Übungsauftrag.

Der tatsächliche Zeitaufwand lässt sich am zuverlässigsten einschätzen, indem die Aufgabe vorab selbst bearbeitet wird, mit einer zusätzlichen Zeitspanne für den Umstand, dass eine Schülerin oder ein Schüler mit dem Stoff weniger vertraut ist als die Lehrkraft selbst. Eine grobe Faustregel ist, die eigene Bearbeitungszeit für die Vorbereitung mindestens zu verdoppeln.

Bei mehreren Fächern, die parallel Hausaufgaben stellen, addiert sich der Gesamtumfang für die Lerngruppe schnell, ohne dass eine einzelne Lehrkraft davon notwendig erfährt. Eine bewusst knapp gehaltene eigene Aufgabe reduziert zumindest den eigenen Anteil an dieser Gesamtbelastung, auch wenn sich die Belastung durch andere Fächer nicht beeinflussen lässt.

Bei besonders leistungsstarken oder besonders langsam arbeitenden Schülerinnen und Schülern weicht die tatsächliche Bearbeitungszeit erfahrungsgemäß stärker vom Richtwert ab als bei der Mehrheit der Lerngruppe. Eine Aufgabe, die einen klar abgegrenzten Pflichtteil und eine optionale Zusatzfrage für schnellere Bearbeitung enthält, fängt diese Spannbreite auf, ohne den Zeitrahmen für die übrige Lerngruppe zu verändern.

Selbstkontrolle einbauen

Eine Aufgabe, bei der die Lerngruppe erst in der nächsten Stunde erfährt, ob sie richtig bearbeitet wurde, verschenkt einen Teil des möglichen Lerneffekts. Eine Möglichkeit zur Selbstkontrolle, etwa über ein separates Lösungsblatt oder einen kurzen Erwartungshorizont, erlaubt eine erste Einschätzung noch am selben Abend.

Bei einer Reihe zu Rhythmus und Sprache – Kreativer Musikunterricht für Klasse 7–9 kann diese Selbstkontrolle etwa über ein kurzes Audiobeispiel erfolgen, mit dem sich das eigene Ergebnis vergleichen lässt, ohne dass eine Lehrkraft dafür erreichbar sein muss. Wie sich ein solcher Übungsauftrag mit eingebauter Kontrolle vorbereiten lässt, beschreibt Rhythmus und Sprache vorbereiten: Hausaufgabe und Übungsauftrag.

Nicht jede Aufgabe lässt sich mit einer einfachen Musterlösung kontrollieren, insbesondere wenn eine eigene Position oder Interpretation gefragt ist. In diesem Fall reichen stattdessen zwei bis drei Leitfragen, anhand derer die eigene Bearbeitung überprüft werden kann, etwa ob alle geforderten Aspekte tatsächlich berücksichtigt wurden.

Das Lösungsblatt oder der Erwartungshorizont sollte erst nach der eigenständigen Bearbeitung eingesehen werden, etwa als separates Blatt zum Umdrehen oder als Datei, die erst nach Abschluss der Aufgabe geöffnet wird. Liegt die Lösung von Anfang an sichtbar neben der Aufgabe, sinkt der Anreiz zur eigenständigen Bearbeitung erheblich.

Häusliche Ausstattung berücksichtigen

Nicht jede Schülerin und jeder Schüler verfügt zuhause über dieselbe Ausstattung. Ein verlässlicher Internetzugang, ein Drucker oder bestimmte Materialien wie Fachliteratur oder spezielle Werkzeuge sind nicht bei jeder Familie gleichermaßen vorhanden, auch wenn das in der eigenen Vorstellung leicht übersehen wird.

Bei einer Reihe zu Klanginstallation und Sound Art – Kreativer Musikunterricht für Klasse 7–9 bedeutet das etwa, dass eine Aufgabe zum eigenständigen Aufnehmen von Klängen mit haushaltsüblichen Gegenständen auskommen sollte, statt spezielle Aufnahmegeräte vorauszusetzen, die nicht jede Familie besitzt. Wie sich ein solcher Auftrag ausstattungsunabhängig gestalten lässt, zeigt Unterrichtsvorbereitung Klanginstallation und Sound Art: Hausaufgabe und Übungsauftrag.

Als Grundprinzip gilt: Eine Aufgabe, die ohne Internetzugang, ohne Drucker und mit den in nahezu jedem Haushalt vorhandenen Materialien lösbar ist, schließt am wenigsten Schülerinnen und Schüler von vornherein aus. Wo ein Zugang zum Internet doch nötig ist, etwa für eine kurze Recherche, lohnt sich der Hinweis auf eine Alternative innerhalb der Schule, etwa eine feste Zeit in der Bibliothek oder Mediathek.

Auch der zeitliche Rahmen zuhause unterscheidet sich zwischen Familien erheblich, je nach Betreuungssituation und weiteren Verpflichtungen. Eine Aufgabe, die feste Ruhe oder einen längeren zusammenhängenden Zeitblock voraussetzt, benachteiligt Schülerinnen und Schüler, die zuhause selten über einen solchen Block verfügen, gegenüber einer Aufgabe, die sich auch in mehreren kürzeren Abschnitten bearbeiten lässt.

Wo eine Schule eine Hausaufgabenbetreuung oder einen offenen Lernraum anbietet, lohnt sich ein kurzer Hinweis darauf bei der Aufgabenstellung, gerade für Aufträge, die etwas mehr Ausstattung oder Ruhe erfordern als der übliche Rahmen. Dieser Hinweis ersetzt keine grundsätzlich ausstattungsunabhängige Gestaltung, mildert aber die Auswirkung in Einzelfällen ab, in denen sie sich nicht vollständig vermeiden lässt.

Passende Unterrichtsreihen im Katalog

Musik von 1950 bis heute – Unterrichtsmaterial zur Nachkriegs- & Gegenwartsmusik
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Rhythmus und Sprache – Kreativer Musikunterricht für Klasse 7–9
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Klanginstallation und Sound Art – Kreativer Musikunterricht für Klasse 7–9
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Frösche im Ökosystem – Biologieunterricht SEK I | Lebensräume & Kreisläufe
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„Pferde verstehen“ – Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe IPhotoeffekt & Quantenphysik – Unterrichtsreihe Physik SEK IIHypothesentests & Fehlerarten – Komplette Unterrichtsreihe SEK IIUnterrichtsreihe Kunst: Grundlagen der Bildproduktion & -rezeptionLagerstättenbildung und Förderung nichtregenerativer Rohstoffe - Unterrichtsreihe SEK IIEpigenetik, Zellalterung, Genregulation - Unterrichtsreihe

Was ein Übungsauftrag vorab klären muss

Merkmal Woran es sich zeigt Folge bei Vernachlässigung
Klare Aufgabenstellung in einem Satz zusammenfassbar Missverständnisse ohne Rückfragemöglichkeit
Realistischer Umfang 15–20 Min. bei eigener Testbearbeitung unvollständige oder oberflächliche Bearbeitung
Selbstkontrolle Lösungsblatt oder Leitfragen vorhanden keine Rückmeldung vor der nächsten Stunde
Ausstattungsunabhängig ohne Internet und Drucker lösbar ungleiche Bearbeitungschancen
Geplante Besprechung fester Ablauf für 5 Min. Besprechung sprengt den Zeitrahmen

Besprechung in fünf Minuten planen

Eine ausführliche Besprechung jeder einzelnen Hausaufgabe würde in vielen Stunden einen unverhältnismäßig großen Teil der verfügbaren Zeit beanspruchen. Fünf Minuten reichen meist aus, wenn die Besprechung bereits vor der Stunde konkret geplant und nicht spontan improvisiert wird.

Bei einer Reihe zu Frösche im Ökosystem – Biologieunterricht SEK I lässt sich eine solche Besprechung etwa auf einen kurzen Vergleich in Partnerarbeit beschränken, gefolgt von zwei oder drei Wortmeldungen im Plenum zu einer gezielt ausgewählten Teilfrage, statt jede einzelne Antwort im Plenum durchzugehen. Wie sich eine solche kurze Besprechung konkret aufbauen lässt, beschreibt Unterrichtsvorbereitung Frösche im Ökosystem: Hausaufgabe und Übungsauftrag.

Vorab sollte feststehen, welcher Teil der Aufgabe im Plenum besprochen wird und welcher als bereits über das Lösungsblatt selbst kontrolliert gilt. Ohne diese Vorentscheidung entsteht in der Praxis häufig eine Besprechung, die deutlich länger dauert als geplant, weil sich die Klärung einzelner Punkte im Gespräch selbst erst ergibt, statt vorab feststeht.

Eine feste Reihenfolge in der Besprechung hilft zusätzlich: zuerst die organisatorische Frage, wer die Aufgabe erledigt hat, danach der inhaltliche Kern in knapper Form, zuletzt ein kurzer Ausblick, wie das Ergebnis in der folgenden Erarbeitung weiterverwendet wird. Diese Reihenfolge verhindert, dass die knappe Zeit zuerst für organisatorische Fragen verbraucht wird und für den eigentlichen Inhalt am Ende zu wenig übrig bleibt.

Bei wiederkehrenden Übungsaufträgen ähnlicher Form lohnt sich ein festes, kurzes Ritual für die Besprechung, etwa immer dieselbe Reihenfolge aus kurzem Partnervergleich und gezielter Plenumsfrage. Ein solches Ritual spart Erklärungszeit, weil die Lerngruppe den Ablauf bereits kennt und sich direkt auf den Inhalt konzentrieren kann, statt sich jedes Mal neu auf ein anderes Vorgehen einzustellen.

Übungsauftrag statt klassischer Hausaufgabe

Ein Übungsauftrag unterscheidet sich von einer klassischen Hausaufgabe dadurch, dass er keinen neuen Stoff einführt, sondern bereits im Unterricht Behandeltes vertieft oder wiederholt. Diese Unterscheidung ist mehr als eine Formsache, weil ein Übungsauftrag ohne vorherige Erklärung in der Stunde selbst auskommen muss, was die Aufgabenstellung entsprechend eng an das bereits Behandelte binden sollte.

Bei einer Reihe zu Pferde verstehen vorbereiten: Hausaufgabe und Übungsauftrag eignet sich als Übungsauftrag etwa eine kurze Anwendung eines bereits eingeführten Fachbegriffs auf ein neues, aber vergleichbares Beispiel, statt eine völlig neue fachliche Frage aufzuwerfen. Diese Nähe zum bereits Behandelten erleichtert die eigenständige Bearbeitung erheblich.

Ein Übungsauftrag lässt sich zudem häufiger und in kürzeren Abständen vergeben als eine umfangreichere klassische Hausaufgabe, gerade weil er auf Bekanntem aufbaut und dadurch weniger Erklärungsbedarf erzeugt. Regelmäßige, kurze Übungsaufträge festigen dabei oft zuverlässiger als seltene, dafür umfangreichere Hausaufgaben, die zeitlich weiter auseinanderliegen.

Wird stattdessen tatsächlich neuer Stoff für zuhause vorbereitet, etwa das Lesen eines neuen Textabschnitts vor der nächsten Stunde, sollte diese Erwartung klar von einem reinen Übungsauftrag unterschieden und entsprechend angekündigt werden. Eine Vermischung beider Formen ohne klare Kennzeichnung führt häufig dazu, dass unklar bleibt, ob am Ende noch etwas Neues erklärt oder direkt auf Bekanntes aufgebaut wird.

Eine einfache sprachliche Kennzeichnung reicht meist aus, etwa ein fester Begriff für Übungsaufträge und ein anderer für vorbereitende Leseaufgaben, konsequent über die gesamte Zeit mit einer Lerngruppe verwendet. Sobald sich dieser Sprachgebrauch etabliert hat, erkennt die Lerngruppe bereits an der Ankündigung selbst, welche Art von Erwartung mit der jeweiligen Aufgabe verbunden ist, ohne dass dies jedes Mal erneut erklärt werden müsste.

Umgang mit nicht erledigten Aufgaben

Nicht jede Aufgabe wird von der gesamten Lerngruppe erledigt, unabhängig davon, wie sorgfältig sie vorbereitet wurde. Ein vorab feststehender, knapper Umgang mit diesem Fall verhindert, dass die kurze Besprechungszeit am Stundenbeginn durch eine längere Diskussion über einzelne fehlende Aufgaben aufgezehrt wird.

Bei einer Reihe zu Unterrichtsvorbereitung Photoeffekt und Quantenphysik: Hausaufgabe und Übungsauftrag bietet sich als Umgang etwa an, fehlende Aufgaben kurz zu notieren und die betroffenen Schülerinnen und Schüler während der Partnerarbeit gezielt zur zügigen Nachbearbeitung anzuhalten, statt die Plenumsbesprechung dafür zu unterbrechen.

Wiederholt fehlende Aufgaben bei derselben Person verdienen eine gesonderte, kurze Rückmeldung außerhalb der eigentlichen Unterrichtszeit, statt regelmäßig öffentlich vor der Lerngruppe angesprochen zu werden. Eine öffentliche Ansprache in jeder einzelnen Stunde verlängert die Besprechungszeit unnötig und verändert selten das grundlegende Verhalten der betroffenen Person.

Bei einer Aufgabe, die auffällig häufig nicht erledigt wird, lohnt sich zudem eine kurze Prüfung, ob der Umfang oder die häusliche Ausstattung tatsächlich realistisch eingeschätzt wurden. Ein wiederkehrendes Muster über mehrere Personen hinweg deutet eher auf ein Problem mit der Aufgabenstellung selbst hin als auf eine einzelne fehlende Anstrengungsbereitschaft.

Eine kurze, formlose Notiz über mehrere Wochen hinweg, welche Aufgaben besonders häufig unerledigt blieben, macht ein solches Muster überhaupt erst sichtbar. Ohne diese Notiz bleibt der Eindruck meist vage und lässt sich schwer von einzelnen, unabhängig voneinander auftretenden Ausnahmefällen unterscheiden, die kein grundsätzliches Problem mit der jeweiligen Aufgabe anzeigen.

Wann Hausaufgaben nicht sinnvoll sind

Nicht jede Stunde sollte automatisch mit einer Hausaufgabe enden. Nach einer besonders anstrengenden oder inhaltlich dichten Doppelstunde kann eine bewusst hausaufgabenfreie Stunde sinnvoller sein als ein zusätzlicher Übungsauftrag, der ohnehin nur noch mit wenig Sorgfalt bearbeitet würde.

Auch direkt vor oder nach Ferien oder an Tagen mit bekannten schulischen Sonderveranstaltungen sinkt die tatsächliche Bearbeitungsquote erfahrungsgemäß deutlich, unabhängig davon, wie sorgfältig die Aufgabe gestellt wurde. In solchen Fällen lohnt sich eher eine freiwillige Zusatzaufgabe für Interessierte als eine für alle verpflichtende Hausaufgabe.

Für die übergeordnete Frage, wie sich Anleitung über eine gesamte Unterrichtsreihe hinweg schrittweise zurücknehmen lässt, sodass Übungsaufträge im Lauf der Reihe zunehmend eigenständiger bearbeitet werden können, liefert Selbstständigkeit über die Unterrichtsreihe steigern: Anleitung zurückfahren die passende Perspektive über mehrere Doppelstunden hinweg.

Bereits aufgebaute Reihen, die realistisch bemessene Übungsaufträge mit eingebauter Selbstkontrolle enthalten, sind in der Sammlung fertiger Unterrichtsreihen zusammengestellt. Am Ende bleibt eine Hausaufgabe nur dann sinnvoll, wenn sie tatsächlich allein bearbeitbar ist, nicht weil sie zur Routine jeder einzelnen Stunde gehört.

Was einen Übungsauftrag alleinbearbeitbar macht

  • Eine Aufgabenstellung, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt, ohne dass etwas Wesentliches fehlt.
  • Ein realistischer Zeitrahmen von etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten, vorab selbst getestet.
  • Eine eingebaute Möglichkeit zur Selbstkontrolle über Lösungsblatt oder Leitfragen.
  • Ein Verzicht auf Internetzugang, Drucker oder besondere Materialien als Voraussetzung.
  • Eine vorab geplante, auf fünf Minuten begrenzte Besprechung in der folgenden Stunde.
  • Eine klare Bindung des Übungsauftrags an bereits im Unterricht Behandeltes.
  • Ein feststehender, knapper Umgang mit nicht erledigten Aufgaben.
  • Eine bewusste Entscheidung, an welchen Tagen auf eine Hausaufgabe verzichtet wird.

Wer Übungsaufträge vorbereiten will, die tatsächlich allein bearbeitbar sind, findet in den vier vorgestellten Materialien Beispiele für Umfang, Selbstkontrolle und ausstattungsunabhängige Aufgabenstellung.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Übungsauftrag für zuhause höchstens dauern?

Als Richtwert gelten fünfzehn bis zwanzig Minuten, unter Berücksichtigung, dass parallel meist auch andere Fächer Hausaufgaben stellen. Am zuverlässigsten lässt sich der tatsächliche Aufwand einschätzen, indem die Aufgabe vorab selbst bearbeitet und die eigene Zeit mindestens verdoppelt wird, um den geringeren Vertrautheitsgrad der Lerngruppe mit dem Stoff auszugleichen.

Wie baut man Selbstkontrolle in eine Hausaufgabe ein?

Am einfachsten über ein separates Lösungsblatt oder einen kurzen Erwartungshorizont, der erst nach eigenständiger Bearbeitung eingesehen wird. Lässt sich keine einfache Musterlösung formulieren, etwa bei einer eigenen Position oder Interpretation, reichen zwei bis drei Leitfragen, anhand derer die eigene Bearbeitung überprüft werden kann.

Warum spielt die häusliche Ausstattung bei der Aufgabenvergabe eine Rolle?

Internetzugang, Drucker oder bestimmte Materialien sind nicht in jedem Haushalt gleichermaßen vorhanden. Eine Aufgabe, die ohne diese Voraussetzungen und mit haushaltsüblichen Mitteln lösbar ist, schließt am wenigsten Schülerinnen und Schüler von vornherein aus. Ist ein Internetzugang doch nötig, lohnt sich der Hinweis auf eine feste Alternative innerhalb der Schule.

Wie bespricht man eine Hausaufgabe in nur fünf Minuten?

Wirksam ist ein kurzer Vergleich in Partnerarbeit, gefolgt von zwei oder drei gezielten Wortmeldungen im Plenum zu einer vorab ausgewählten Teilfrage, statt jede Antwort einzeln durchzugehen. Vorab sollte feststehen, welcher Teil im Plenum besprochen und welcher bereits über das Lösungsblatt selbst kontrolliert wird, sonst dauert die Besprechung meist länger als geplant.

Worin unterscheidet sich ein Übungsauftrag von einer klassischen Hausaufgabe?

Ein Übungsauftrag führt keinen neuen Stoff ein, sondern vertieft oder wiederholt bereits im Unterricht Behandeltes, ohne dass dafür eine vorherige Erklärung nötig wäre. Das macht ihn besonders für die eigenständige Bearbeitung geeignet und erlaubt häufigere, dafür kürzere Aufträge. Wird tatsächlich neuer Stoff vorbereitet, sollte das klar von einem reinen Übungsauftrag unterschieden werden.

Wie geht man mit wiederholt nicht erledigten Übungsaufträgen um?

Eine kurze, außerhalb der eigentlichen Unterrichtszeit geführte Rückmeldung wirkt meist zuverlässiger als eine wiederholte öffentliche Ansprache vor der Lerngruppe, die zudem die knappe Besprechungszeit unnötig verlängert. Fällt das Muster bei mehreren Personen gleichzeitig auf, lohnt sich zusätzlich eine Prüfung, ob Umfang oder häusliche Ausstattung der Aufgabe realistisch eingeschätzt wurden.