Ethik und Religion in Österreich: Unterrichtsmaterial für den Pflichtgegenstand

Ethik & Religion · Pflichtgegenstand Sek II · AHS, BMS und BHS

Unterrichtsmaterial für Ethik und Religion in Österreich: Freiheit und Verantwortung, Gewissen, Künstliche Intelligenz, Klimaethik und Weltreligionen. Die Reihen sind digitale Sofort-Downloads mit Textauszügen, Aufgaben und Lösungen – passend für den Ethikunterricht in der Sekundarstufe II und den Religionsunterricht.

11 Reihenauf dieser Seite
PflichtgegenstandEthik in der Sek II
50-Minuten-EinheitTaktung der Stunden
Sofort-DownloadVerfügbarkeit

Kurz gesagt: Ethik ist in Österreich seit dem Schuljahr 2021/22 aufsteigend Pflichtgegenstand in der Sekundarstufe II – an AHS, BMS und BHS, und zwar für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen. Anders als in Teilen Deutschlands ist Ethik damit kein Wahlfach, sondern die verpflichtende Alternative. Die Reihen auf dieser Seite decken beide Wege ab: ethische Grundfragen für den Ethikunterricht und Material zu Christentum, Islam und Judentum für den Religionsunterricht.

Ethik und Religion: zwei Wege, ein Bildungsziel

Der Beschluss des Nationalrats vom 20. November 2020 hat die Struktur der Oberstufe verändert: Wer nicht am Religionsunterricht teilnimmt, besucht verpflichtend Ethik. Für Schulen heißt das, dass beide Gegenstände parallel geführt werden und sich inhaltlich abstimmen müssen – Themen wie Gewissen, Verantwortung oder Gerechtigkeit tauchen in beiden auf, nur mit unterschiedlicher Begründungsbasis. Material, das beide Zugänge bedient, spart im Fachteam Abstimmungsarbeit.

Dazu kommt die AHS-Oberstufe mit Psychologie und Philosophie, kurz PuP, als eigenem Pflichtgegenstand in der 7. und 8. Klasse, also der 11. und 12. Schulstufe. Wer dort Kant oder Aristoteles liest, arbeitet mit denselben Quellen wie im Ethikunterricht. Die philosophischen Reihen dieser Seite lassen sich deshalb in beiden Gegenständen einsetzen.

Unterrichtsmaterial für Ethik und Religion

Die folgenden fünf Reihen decken die häufigsten Anwendungsbereiche ab: Freiheit und Verantwortung als Grundlagenthema, Gewissen und moralische Entscheidungen als Kern der Urteilsbildung, Künstliche Intelligenz als aktueller Anwendungsfall, dazu interreligiöse Verständigung und eine Einführung in den Islam.

So bauen Sie die Sequenz über das Semester auf

Ethische Urteilsbildung braucht ein Verfahren, das wiederkehrt. Bewährt hat sich der Dreischritt Fall – Begriff – Urteil: In der ersten Einheit steht ein konkreter Fall, in der zweiten der philosophische Begriff dazu, in der dritten das begründete Urteil mit Gegenargument. In der 50-Minuten-Einheit geht sich dieser Aufbau gut aus, weil für die Diskussion am Ende noch zehn Minuten bleiben.

Über das Semester empfiehlt sich, mit lebensweltnahen Themen zu beginnen und erst danach zu den klassischen Texten zu gehen. Wer im Jänner die Schulnachricht vorbereitet, hat mit dokumentierten Diskussionsbeiträgen, kurzen Tests und schriftlichen Stellungnahmen genügend Belege – gerade in Gesprächsfächern lohnt es sich, die Mitarbeit laufend zu notieren.

Für welche Schulstufe eignet sich das Material?

Schulstufe Schulart Einsatz
5.–8. Schulstufe Mittelschule, AHS-Unterstufe Religionsunterricht, Wertefragen über die übergreifenden Themen
9.–10. Schulstufe AHS-Oberstufe, BMS, BHS, PTS Ethik als Pflichtgegenstand für alle ohne Religionsunterricht
11.–12. Schulstufe AHS-Oberstufe Ethik und Psychologie und Philosophie, klassische Texte
11.–13. Schulstufe BHS Angewandte Ethik mit Berufsbezug, Vorbereitung mündlicher Teilprüfungen
9.–13. Schulstufe alle Schularten Weltreligionen und interreligiöser Dialog im Religionsunterricht

Differenzierung im Gesprächsfach

Differenzieren heißt hier vor allem: unterschiedliche Zugänge zum selben Fall anbieten. Eine Gruppe arbeitet mit einer Bild- oder Videovignette, eine zweite mit einem kurzen Sachtext, eine dritte mit dem Originalzitat. In der Auswertung treffen sich alle bei derselben Frage, bringen aber unterschiedliche Materialgrundlagen mit – das hebt die Qualität der Diskussion.

Bei schriftlichen Stellungnahmen hilft eine Staffelung der Anforderungen: Position benennen, Position begründen, Gegenposition prüfen. Die Leistungsniveaus Standard und Standard AHS gelten nur in Deutsch, Mathematik und lebender Fremdsprache; in Ethik und Religion sind die Aufgabenformate frei gestaltbar. Droht eine negative Beurteilung, greift das Frühwarnsystem nach § 19 SchUG mit verpflichtender Information und Beratungsgespräch.

Lehrplanbezug und Reifeprüfung

Für die Sekundarstufe I gilt seit 2023/24 aufsteigend der Lehrplan 2023 mit Bildungs- und Lehraufgabe, Didaktischen Grundsätzen, Kompetenzbeschreibungen und Anwendungsbereichen; die 8. Schulstufe folgt 2026/27. Religion zählt zu den Gegenständen, deren Bezeichnung unverändert blieb. Unter den dreizehn übergreifenden Themen sind für Ethik und Religion besonders Interkulturelle Bildung, Politische Bildung und Medienbildung anschlussfähig.

In der Sekundarstufe II ist Ethik seit 2021/22 aufsteigend Pflichtgegenstand für Schülerinnen und Schüler ohne Religionsunterricht. Weder Ethik noch Religion gehören zu den zentral gestellten Klausurfächern – standardisiert sind unter anderem Deutsch, Mathematik beziehungsweise Angewandte Mathematik und die lebenden Fremdsprachen. Wer hier antritt, tut das mündlich: Der schulinterne Themenpool umfasst zwei bis drei Themenbereiche je Jahreswochenstunde, höchstens achtzehn, und in der Prüfung wird einer von zwei gezogenen Bereichen bearbeitet.

Was an deutschem Material konkret angepasst werden muss

Der größte Unterschied steckt schon im Fachnamen. In Deutschland heißt der Gegenstand je nach Bundesland Ethik, Praktische Philosophie oder Werte und Normen und setzt vielerorts bereits in der Sekundarstufe I ein. In Österreich ist Ethik als Pflichtgegenstand der Sekundarstufe II verankert. Deutsche Sek-I-Reihen sind deshalb nicht wertlos, sondern wandern eine Etage höher: Sie eignen sich als Einstiegsniveau in der 9. Schulstufe, als Material im Religionsunterricht oder als Beitrag zu den übergreifenden Themen.

Zweitens Stufen und Beurteilung. „Klasse 9“ eines deutschen Hefts meint die 9. Schulstufe, also die 1. Klasse einer Oberstufe oder das erste Jahr der BHS; „8. Klasse AHS“ ist dagegen die 12. Schulstufe. Die Notenskala lautet Sehr gut (1), Gut (2), Befriedigend (3), Genügend (4), Nicht genügend (5) – Bewertungsraster für Stellungnahmen sollten mit diesen Bezeichnungen arbeiten. Die große schriftliche Leistungsfeststellung heißt Schularbeit, die kurze Überprüfung Test, dazu tritt die Mitarbeit als eigene Säule der Beurteilung.

Drittens Beispiele, Recht und Takt. Fallbeispiele mit deutschem Rechtsbezug lassen sich meist übertragen, sollten aber die österreichischen Institutionen nennen: Nationalrat statt Bundestag, Bildungsdirektion statt Schulamt, Schulgemeinschaftsausschuss als Mitbestimmungsorgan der Oberstufe. Kalenderangaben gehören auf Jänner umgestellt. Und der Zeittakt: Deutsche Stundenbilder rechnen mit 45 Minuten, in Österreich sind es fünfzig – im Gesprächsfach ermöglicht die zusätzliche Viertelstunde eine echte Schlussrunde.

Wie ist das Material aufgebaut?

  • Fachlich fundiertVon Fachlehrkräften erstellte Inhalte mit korrekter Fachterminologie.
  • QuellennahTextauszüge mit Erschließungshilfen statt bloßer Zusammenfassungen.
  • Mit LösungenErwartungshorizonte für Stellungnahmen und Diskussionsaufgaben.
  • DifferenzierbarZugänge über Fall, Sachtext oder Originalzitat wählbar.
  • EditierbarBearbeitbare Formate – Beispiele und Stufenangaben frei anpassbar.
  • Geräte-tauglichFür Notebook und Tablet der Geräteinitiative geeignet.

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Häufige Fragen

Seit wann ist Ethik in Österreich Pflichtgegenstand?

Seit dem Schuljahr 2021/22 wird Ethik aufsteigend als Pflichtgegenstand in der Sekundarstufe II geführt – an AHS sowie an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen. Verpflichtend ist er für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen. Grundlage ist der Beschluss des Nationalrats vom 20. November 2020.

Kann ich deutsches Ethikmaterial für Sek I verwenden?

Ja, aber mit verschobener Zuordnung. In Deutschland setzt Ethik oder Praktische Philosophie vielfach in der Sekundarstufe I ein, in Österreich ist der Pflichtgegenstand in der Sekundarstufe II verankert. Sek-I-Material eignet sich hier als Einstiegsniveau in der 9. Schulstufe, im Religionsunterricht oder als Beitrag zu den übergreifenden Themen.

Wie verhalten sich Ethik und Religion zueinander?

Sie stehen alternativ nebeneinander: Wer am Religionsunterricht teilnimmt, besucht keinen Ethikunterricht, und umgekehrt. Inhaltlich überschneiden sich beide bei Gewissen, Gerechtigkeit und Verantwortung, unterscheiden sich aber in der Begründungsbasis. Material, das beide Perspektiven ausweist, erleichtert die Abstimmung im Fachteam.

Was ist Psychologie und Philosophie?

Psychologie und Philosophie, kurz PuP, ist ein Pflichtgegenstand der AHS-Oberstufe in der 7. und 8. Klasse, also der 11. und 12. Schulstufe; der Lehrplan stammt aus 2004 mit einer Novelle ab 2017. Die philosophischen Reihen dieser Seite zu Aristoteles und Kant lassen sich dort ebenso einsetzen wie im Ethikunterricht.

Wie prüfe ich Ethik oder Religion bei der Reifeprüfung?

Beide Gegenstände sind nicht zentral gestellt und werden mündlich geprüft. Die Fachlehrkräfte erstellen einen Themenpool aus zwei bis drei Themenbereichen je Jahreswochenstunde, höchstens achtzehn; geprüft wird einer von zwei gezogenen Themenbereichen. Die Reihen dieser Seite lassen sich als Grundlage einzelner Themenbereiche zuschneiden.

In welchen Formaten liegt das Material vor?

Alle Reihen sind digitale Sofort-Downloads in bearbeitbaren Formaten mit Textauszügen, Aufgaben und Erwartungshorizonten. Sie lassen sich ausdrucken oder auf den Notebooks und Tablets aus der Geräteinitiative bearbeiten.