Gerechtigkeit und Fairness – Ethik Unterrichtsmaterial (Sek I, Klasse 7–10)
Verteilungsfragen und Fairness anhand konkreter Fälle diskutieren und begründen.
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ERG · Ethik, Religionen, Gemeinschaft · 2. und 3. Zyklus
Unterrichtsmaterial für Ethik, Religionen, Gemeinschaft: Gerechtigkeit und Gewissen, Vorurteile und Zivilcourage, religiöse Traditionen und das Zusammenleben im Netz. Digitale Downloads, die sich für Schweizer Schulzimmer anpassen lassen.
Kurz gesagt: ERG verbindet drei Stränge: ethische Urteilsbildung, Wissen über Religionen und Weltanschauungen sowie das Zusammenleben in der Gemeinschaft. Das Material hier deckt alle drei ab – von Fairness im 2. Zyklus bis zu Gewissen, Zivilcourage und Hate Speech im 3. Zyklus. Es stammt aus deutscher Produktion, ist sofort verfügbar und mit wenigen Eingriffen auf Schweizer Verhältnisse umstellbar.
ERG ist der Fachbereich, in dem es selten eine einzig richtige Antwort gibt. Genau darin liegt die Schwierigkeit: Lehrpersonen müssen ein Gespräch moderieren, in dem Überzeugungen aufeinandertreffen, und trotzdem fachlich fundiert bleiben. Ohne vorbereitete Fälle, klare Gesprächsregeln und abgestufte Aufgaben kippt eine Lektion schnell in eine Meinungsrunde ohne Erkenntnisgewinn.
Dazu kommt die religionskundliche Seite. Wissen über Christentum, Judentum, Islam und weitere Traditionen soll sachlich vermittelt werden, nicht bekennend. Das verlangt Material, das Quellen zeigt, Perspektiven nebeneinanderstellt und Lernende zu eigenen Fragen führt – und das die Vielfalt in der Klasse als Ausgangspunkt nimmt statt als Störung.
Diese fünf Reihen bilden den Kern: ethische Grundfragen, Umgang mit Vielfalt und religionskundliches Wissen.
Verteilungsfragen und Fairness anhand konkreter Fälle diskutieren und begründen.
Dilemmata bearbeiten und eigene Entscheide nachvollziehbar begründen.
Umgang mit Vielfalt, Ausgrenzung erkennen und Handlungsmöglichkeiten üben.
Religionskundliches Grundwissen im Gruppenpuzzle, sachlich und quellennah.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Traditionen im Dialog erschliessen.
Beginnen Sie mit einer Situation, die alle kennen: eine ungleiche Verteilung in der Gruppe, ein Streit um Regeln, ein Kommentar im Klassenchat. Aus dem Fall entwickeln die Lernenden zuerst spontane Urteile, danach Kriterien – und erst zuletzt kommt der Fachbegriff. Diese Reihenfolge verhindert, dass Ethik zur Begriffsdefinition verkommt.
Im zweiten Schritt folgt der Perspektivenwechsel: Wie beurteilen andere Traditionen dieselbe Frage? Hier greifen die religionskundlichen Reihen, weil sie Wissen liefern, ohne zu werten. Den Abschluss bildet ein Transfer in die eigene Lebenswelt, etwa eine Vereinbarung für den Umgang im Klassenchat. So entsteht in etwa acht bis zwölf Lektionen eine Sequenz mit sichtbarem Ergebnis.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| 2. Zyklus (3./4. Klasse) | Regeln, Fairness, Gewinnen und Verlieren | Erfahrungen benennen |
| 2. Zyklus (5./6. Klasse) | Freundschaft, Streit, erste Dilemmata | Gründe unterscheiden |
| 3. Zyklus, 1./2. Jahr | Gerechtigkeit, Gewissen, Vorurteile | Urteile begründen |
| 3. Zyklus, 3. Jahr | Religionen im Vergleich, Hate Speech, Klimaethik | Positionen abwägen |
| Sekundarstufe II | Vertiefung in Philosophie oder Religion | Argumentation prüfen |
In ERG differenziert man weniger über Textmenge als über Denkbewegungen. Eine erste Stufe ordnet vorgegebene Argumente einer Position zu, eine zweite formuliert ein eigenes Urteil mit einer Begründung, eine dritte prüft den stärksten Gegeneinwand und revidiert das Urteil gegebenenfalls. Alle arbeiten am selben Fall, was das gemeinsame Gespräch überhaupt erst möglich macht.
Hilfreich sind zudem sprachliche Gerüste: Satzanfänge für Begründungen, eine Wortliste mit Fachbegriffen und ein Beobachtungsbogen für die Gesprächsführung. Damit können auch Lernende mit Deutsch als Zweitsprache anspruchsvolle Beiträge leisten, und die integrative Förderung lässt sich ohne Sonderaufgaben mitdenken.
Der Lehrplan 21 ist die gemeinsame Vorlage, die jeder Kanton eigenständig in Kraft setzt. Bei ERG ist die Kantonsvielfalt besonders gross: In Zürich heisst der Fachbereich «Religionen, Kulturen, Ethik», in Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden «Lebenskunde», in Glarus «Klassenstunde», in St. Gallen gibt es das Wahlangebot «ERG-Schule» und «ERG-Kirchen», im Wallis «Religion». Prüfen Sie deshalb vor der Planung die Bezeichnung und den Umfang in Ihrem Kanton.
Fachlich zitieren Sie in den Fachbereichen von Natur, Mensch, Gesellschaft meist ohne Buchstaben-Aspekt, also etwa ERG 4.2. Massgebend für die Planung sind die Grundansprüche, die bis Ende Zyklus alle erreichen sollen, sowie die Orientierungspunkte Ende der 4. und Mitte der 8. Klasse. Weil ERG stark auf überfachliche Kompetenzen zielt – Dialogfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Umgang mit Vielfalt –, lohnt es sich, diese in der Planung explizit auszuweisen.
Erstens die Orthografie: Das scharfe s kommt in der Schweizer Rechtschreibung nicht vor. Ersetzen Sie es durchgehend durch Doppel-s, bevor Sie Arbeitsblätter austeilen; in bearbeitbaren Dateien geht das in einem Durchgang. Setzen Sie zugleich Guillemets, wo im Original andere Anführungszeichen stehen.
Zweitens die Fachbezeichnung: Aus «Religion», «Ethik» oder «Werte und Normen» wird ERG beziehungsweise die Bezeichnung Ihres Kantons. Streichen Sie Verweise auf Kernlehrpläne, Inhaltsfelder und Bundesländer; Schweizer Lehrpersonen suchen stattdessen nach Kompetenzstufen mit Code und nach Zyklusangaben. Doppelte Stufenangaben helfen zusätzlich, weil in der Deutschschweiz zunehmend nach HarmoS gezählt wird.
Drittens die Notenskala: In Deutschland ist die Eins die beste Note, in der Schweiz die Sechs; Vier bedeutet genügend, halbe Noten sind üblich. Jeder Bewertungsraster und jeder Selbsteinschätzungsbogen muss umgedreht werden. Gerade in ERG, wo häufig prozessorientiert beurteilt wird, lohnt sich ein eigener Raster mit den Kriterien Sachwissen, Begründung und Gesprächsverhalten.
Viertens die Beispiele: Deutsche Feiertagsregelungen, Kirchensteuer, Religionsunterricht nach Bekenntnis und Verweise auf deutsche Behörden passen nicht. Ersetzen Sie sie durch Schweizer Bezüge – etwa die kantonal unterschiedliche Stellung der Landeskirchen oder das Verhältnis von Schule und Kirche in Ihrem Kanton. Im Wortschatz gilt: Lehrperson, Schulzimmer, Lektion, Lernkontrolle, Lehrmittel; Helvetismen wie Velo oder Znüni sind korrektes Standarddeutsch.
Freiheit und Verantwortung
Glück und ein gutes Leben
Cybermobbing und Hate Speech
Umwelt- und Klimaethik
Judentum verstehen: Ursprünge bis Moderne
Fair spielen: Regeln und TeamgeistNein. In Zürich heisst er «Religionen, Kulturen, Ethik», in Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden «Lebenskunde», in Glarus «Klassenstunde», im Wallis «Religion»; St. Gallen kennt «ERG-Schule» und «ERG-Kirchen». Inhaltlich bleibt der Kompetenzaufbau des Lehrplans 21 die Grundlage, die Bezeichnung und der Umfang sind aber kantonal geregelt.
Der Unterricht ist religionskundlich und nicht bekennend angelegt. Persönliche Erfahrungen der Lernenden dürfen vorkommen, sollten aber freiwillig bleiben und nie beurteilt werden. Bewährt hat sich, zuerst Sachwissen zu klären und Erfahrungsberichte erst danach zuzulassen.
Trennen Sie Sachwissen, Begründungsqualität und Gesprächsverhalten in drei Kriterien und machen Sie sie vorher transparent. Beurteilt wird nicht die Meinung, sondern die Begründung. In der Schweiz ist die Sechs die beste Note, ab Vier gilt genügend – deutsche Raster müssen entsprechend umgedreht werden.
Ja. Die Reihen zu Fairness, Regeln und Teamgeist sind für die 3. und 4. Klasse gedacht, die Themen Freundschaft und Streit für die 5. und 6. Klasse. Die Reihen für die Sekundarstufe I lassen sich mit reduzierten Aufgaben bereits am Ende des 2. Zyklus einsetzen.
Arbeiten Sie mit anonymisierten Beispielen statt mit Vorfällen aus der eigenen Klasse und vereinbaren Sie vorab Gesprächsregeln. Ziel ist, Muster zu erkennen und Handlungsmöglichkeiten zu üben; die Aufarbeitung konkreter Konflikte gehört ins Standortgespräch, nicht in die Lektion.
Alle Reihen sind digitale Downloads und stehen sofort zur Verfügung, weltweit und ohne Wartezeit. Die Dateien sind bearbeitbar, sodass Sie Beispiele, Fachbegriffe und Beurteilungsraster für Ihre Klasse ändern können.