Politik Sek I
Was ist Demokratie?
Grundlegende Reihe zu demokratischen Prinzipien, in kurze Themenblöcke gegliedert, geeignet als Einstiegsformat für die ersten Kurzeinheiten im Schuljahr.
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Demokratiebildung · Sek I · Schulalltag
20 einsetzbare Kurzformate à 15 Minuten nach dem Vorbild der Verfassungsviertelstunde, ein Jahresplan für Demokratiebildung über zwei Halbjahre und sechs kompakte Reihen zu Grundgesetz, Verfassungsgrundsätzen und direkter Demokratie für die Sekundarstufe I.
Demokratie im Schulalltag bedeutet, demokratische Grundprinzipien nicht nur im Politikunterricht zu behandeln, sondern über kurze, regelmäßige Formate von 15 Minuten im gesamten Schuljahr präsent zu halten, wie es das bayerische Modell der Verfassungsviertelstunde seit 2025/26 vormacht. Reihen wie Was ist Demokratie?, Das Grundgesetz in Deutschland oder Verfassungsgrundsätze in Deutschland liefern dafür in sich abgeschlossene Kurzeinheiten, die sich ohne lange Vorbereitung in einer Viertelstunde einsetzen lassen.
Seit dem Schuljahr 2025/26 führt Bayern die Verfassungsviertelstunde ein: ein wöchentliches Format von 15 Minuten, in dem Klassen der Jahrgangsstufen 2 und 4 in der Grundschule, 6 und 8 an Mittel- und Realschulen sowie 6, 8 und 11 am Gymnasium zentrale Werte des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung anhand aktueller, lebensnaher Beispiele besprechen, ohne Benotung und mit Themenmitbestimmung der Klasse (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Stand 03.09.2026). Thüringen ist im Februar 2026 mit 22 Pilotschulen in ein vergleichbares Format gestartet (Quelle: Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Stand 03.09.2026). Beide Modelle zeigen denselben Grundgedanken: Demokratiebildung wirkt stärker über kurze, wiederkehrende Impulse als über einzelne Projekttage.
Diese Seite ergänzt zwei bereits bestehende Angebote im Shop, statt sie zu wiederholen. Wer den Klassenrat als demokratische Institution der Grundschule aufbauen möchte, findet dafür die Seite Klassensprecher und Klassenrat. Wer Wahlsysteme, Parteien und konkrete Landtags- oder Bundestagswahlen unterrichten möchte, wird auf der Seite Wahlen im Unterricht fündig. Und wer mit extremen oder grenzwertigen Äußerungen im Klassenzimmer umgehen muss, findet dafür einen eigenen Gesprächsleitfaden auf der Seite Demokratiebildung: Umgang mit extremen Äußerungen. Diese Seite hier konzentriert sich auf das, was zwischen diesen drei Themen fehlt: kurze, alltagstaugliche Formate, die demokratische Grundprinzipien unabhängig von Wahlterminen und ohne institutionellen Rahmen wie den Klassenrat regelmäßig ins Bewusstsein holen.
Rechtlich und organisatorisch gilt: Die Einführung eines festen Kurzformats liegt in der Verantwortung der einzelnen Schule und des jeweiligen Bundeslands. Die hier vorgestellten Formate lassen sich unabhängig von einer offiziellen Verfassungsviertelstunde als freiwilliges Angebot in Klassenleiterstunden, Vertretungsstunden oder im Politikunterricht selbst einsetzen.
Die folgenden sechs Reihen sind bewusst in kurze, thematisch geschlossene Einheiten gegliedert und eignen sich damit besonders für 15-Minuten-Formate.
Politik Sek I
Grundlegende Reihe zu demokratischen Prinzipien, in kurze Themenblöcke gegliedert, geeignet als Einstiegsformat für die ersten Kurzeinheiten im Schuljahr.
Politik Sek I, Kl. 5–9
Entstehung, Inhalte und Bedeutung des Grundgesetzes, mit klar abgrenzbaren Teilthemen, die sich einzeln in einer Viertelstunde behandeln lassen.
Politik Sek I, Kl. 5–9
Staatsstrukturprinzipien wie Demokratie, Rechtsstaat und Sozialstaat einzeln erklärt, mit Alltagsbeispielen, die sich direkt für kurze Impulse eignen.
Politik Sek I, Kl. 5–9
Grundlagen, Demokratie und Rechte in Deutschland kompakt aufbereitet, geeignet als Nachschlagequelle für konkrete Fragen aus der Klasse.
Politik Sek I, Kl. 5–9
Prinzip, Chancen und Herausforderungen direkter Mitbestimmung, mit Fallbeispielen, die sich gut für eine Pro-Contra-Kurzdiskussion eignen.
Politik Sek I, Kl. 5–9
Bedeutung, Grenzen und Beispiele der Pressefreiheit, mit aktuellen Fallbeispielen, die sich für einen Einstieg über ein Zeitungsbild oder eine Schlagzeile eignen.
Eine 15-Minuten-Einheit funktioniert nur, wenn sie einer festen Dramaturgie folgt, weil sonst entweder die Zeit nicht reicht oder das Gespräch zu oberflächlich bleibt. Bewährt hat sich ein Dreischritt: ein kurzer, konkreter Impuls aus dem Alltag der Klasse oder der aktuellen Nachrichtenlage, eine offene Frage, die zum eigenen Urteil auffordert, und eine kurze Sicherung, in der ein bis zwei Kernaussagen festgehalten werden. Wichtig ist, dass die Lehrkraft moderiert, statt zu belehren, und dass unterschiedliche Positionen in der Klasse ausdrücklich Platz haben, solange sie den Rahmen des Grundgesetzes nicht verlassen.
Die Themenauswahl darf die Klasse mitbestimmen. Das erhöht die Akzeptanz und sorgt dafür, dass das Format nicht als zusätzlicher Pflichtstoff, sondern als eigener Raum wahrgenommen wird. In der Praxis bewährt sich eine Mischung: etwa die Hälfte der Themen greift aktuelle Ereignisse auf, die andere Hälfte arbeitet systematisch die Grundprinzipien aus dem Grundgesetz und der jeweiligen Landesverfassung ab.
Eine Bewertung findet nicht statt. Das unterscheidet die Verfassungsviertelstunde bewusst von einer regulären Unterrichtsstunde und signalisiert der Klasse, dass es um echte Meinungsbildung geht, nicht um eine abfragbare Lernleistung. Diese Regel gilt in allen bekannten Modellen und sollte auch bei einem selbst organisierten Format übernommen werden.
Die folgende Tabelle zeigt sieben konkrete Formate aus dem Pool von 20 einsetzbaren Kurzeinheiten, jeweils mit Ablaufidee, Zeitbedarf und passendem Material.
| Format | Ablaufidee | Zeitbedarf | Passendes Material |
|---|---|---|---|
| Schlagzeile des Tages | Aktuelle Nachricht mit Grundgesetzbezug einordnen lassen | 15 Minuten | Grundgesetz |
| Ein Artikel, eine Frage | Einen Grundgesetzartikel lesen und eine Alltagsfrage dazu diskutieren | 15 Minuten | Verfassungsgrundsätze |
| Pro-Contra-Blitzrunde | Kontroverse Alltagsfrage in zwei Gruppen kurz vertreten lassen | 15 Minuten | Direkte Demokratie |
| Zeitungsbild lesen | Pressefoto oder Karikatur zu einem aktuellen Ereignis deuten | 15 Minuten | Pressefreiheit |
| Rechte-Check | Ein konkretes Recht benennen und an einem Schulbeispiel prüfen | 15 Minuten | Gesetze der Politik |
| Begriffsklärung | Einen Fachbegriff wie Rechtsstaat oder Gewaltenteilung an einem Beispiel erklären | 15 Minuten | Was ist Demokratie? |
| Meine Stimme zählt | Eine Klassenfrage demokratisch abstimmen und das Verfahren reflektieren | 15 Minuten | Was ist Demokratie? |
Damit die Kurzformate nicht zufällig, sondern systematisch über das Schuljahr verteilt werden, lässt sich ein einfacher Jahresplan mit acht Etappen anlegen.
Ein wöchentliches Format von 15 Minuten, in dem Klassen aktuelle Beispiele mit Bezug zum Grundgesetz besprechen, ohne Benotung. Bayern führt es seit dem Schuljahr 2025/26 ein, Thüringen ist im Februar 2026 mit 22 Pilotschulen gestartet. Ob es in weiteren Bundesländern eingeführt wird, entscheidet das jeweilige Land, Stand 03.09.2026.
Nein, außer das jeweilige Bundesland hat es verbindlich vorgeschrieben. Die hier vorgestellten Kurzformate lassen sich unabhängig davon freiwillig in Klassenleiterstunden, Vertretungsstunden oder im Politikunterricht einsetzen. Prüfen Sie vor der Einführung die Vorgaben Ihres Bundeslands und Ihrer Schule.
Der Klassenrat ist eine feste demokratische Institution mit eigenen Ämtern und regelmäßigen Sitzungen, während die hier vorgestellten Kurzformate ohne institutionellen Rahmen auskommen und sich auf inhaltliche Impulse zu Grundgesetz und Verfassung konzentrieren. Beide Ansätze lassen sich parallel nutzen.
Die Seite zu Wahlen im Unterricht behandelt Wahlsysteme, Parteien und konkrete Wahltermine. Diese Seite konzentriert sich auf wiederkehrende Kurzformate zu Grundgesetz und Verfassungsprinzipien, unabhängig von Wahlterminen, und eignet sich damit für den gesamten Schuljahresverlauf.
Nach dem Beutelsbacher Konsens dürfen unterschiedliche Positionen ausdrücklich nebeneinanderstehen, solange sie den Rahmen des Grundgesetzes nicht verlassen. Bei extremen oder grenzverletzenden Äußerungen hilft der eigene Gesprächsleitfaden auf der Seite zum Umgang mit extremen Äußerungen im Klassenzimmer.
Indem Sie die 20 Formate auf acht Etappen über das Schuljahr verteilen: von Grundlagen im Herbst über Verfassungsgrundsätze im Winter bis zu direkter Beteiligung im Frühjahr, mit einer Rückschau und Themenwahl der Klasse zum Schuljahresende.