Kita, 3–6 Jahre
Rollenspiel & Verkleiden
Impulse für die Rollenspielecke und Verkleidungskisten, mit denen Kinder erste Rollen frei ausprobieren, ohne festen Text.
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Darstellendes Spiel · Theater · Kita bis Sek II
Ein Probenplan über acht Wochen und eine Auswahltabelle nach Stückformat, Gruppengröße und Alter für alle Stufen: vom Rollenspiel in der Kita über Mitmach-Stücke in der Grundschule bis zur Theatergeschichte in der Oberstufe.
Darstellendes Spiel begleitet Lerngruppen über die gesamte Schullaufbahn, verändert dabei aber Form und Ziel: In der Kita steht das freie Rollenspiel im Vordergrund mit Material wie Rollenspiel & Verkleiden, in der Oberstufe die analytische Auseinandersetzung mit Theaterformen wie im Material zu Antikem Theater und Bertolt Brecht. Diese Seite ordnet die Progression über die Stufen und liefert einen Probenplan über acht Wochen.
Darstellendes Spiel trainiert über alle Altersstufen dieselbe Grundkompetenz: sich in eine Perspektive hineinzuversetzen und diese körperlich, sprachlich und mimisch auszudrücken. Wie diese Kompetenz eingeübt wird, verändert sich jedoch grundlegend. In der Kita geschieht dies überwiegend im freien Spiel, mit Verkleidung, Rollenkarten und wenig Struktur. In der Grundschule treten erste feste Stücke mit Sprechtext und Regieanweisung hinzu, meist als Mitmach-Formate mit der ganzen Gruppe.
In der Sekundarstufe I wird Darstellendes Spiel häufig zum eigenen Methodenbaustein in Deutsch, Religion oder Fremdsprachen, mit Fokus auf Ausdrucksfähigkeit und Textarbeit. In der Oberstufe schließlich verschiebt sich der Schwerpunkt von der eigenen Aufführung zur analytischen und theoriegeleiteten Auseinandersetzung mit Theatergeschichte und Theatertheorie, von der Antike über Brecht bis zum postdramatischen Theater, häufig als eigenständiger Kurs mit Klausurrelevanz.
Diese vier Stufen bauen fachlich aufeinander auf, auch wenn sie in unterschiedlichen Fächern und mit unterschiedlichem Material unterrichtet werden. Wer eine Lerngruppe über mehrere Jahre begleitet, kann diese Progression bewusst nutzen, statt jedes Jahr bei null zu beginnen.
Fachschaften profitieren zusätzlich davon, diese Progression schulintern sichtbar zu machen. Wenn die Deutsch- oder Religionsfachschaft in Klasse 5 oder 6 ein erstes szenisches Projekt verankert, baut die Theater- oder Literaturkurs-Fachschaft in der Oberstufe darauf auf, statt bei den Grundlagen des Ausdrucks neu zu beginnen. Eine kurze Abstimmung zwischen den Fachschaften darüber, welche Formate in welcher Jahrgangsstufe bereits eingeführt wurden, spart in der Praxis erhebliche Vorbereitungszeit und vermeidet, dass dieselbe Übung mehrfach unverändert wiederholt wird.
Die folgenden sechs Reihen decken die Spanne von der Kita bis zur Oberstufe ab.
Kita, 3–6 Jahre
Impulse für die Rollenspielecke und Verkleidungskisten, mit denen Kinder erste Rollen frei ausprobieren, ohne festen Text.
Kita, 3–6 Jahre
Kleines Figurentheater mit Schattenspiel als erste Distanzierungsübung, Kinder spielen über eine Figur statt mit dem eigenen Körper.
Kita und Grundschule
Fertiges Mitmach-Märchen mit Rollenkarten und einfachem Sprechtext, der erste Schritt vom freien Spiel zum festen Stück.
Sek II, Klasse 11–13
Theatergeschichtlicher Einstieg mit Chor, Katharsis und Tragödienaufbau als Grundlage für die spätere Theorieklausur.
Sek II, Klasse 11–13
Verfremdungseffekt und episches Theater im Vergleich zur Tragödie, mit Bezug zur eigenen Aufführungspraxis.
Sparpaket, Sek II
Drei Reihen zu Antike, Brecht und postdramatischem Theater im Paket, für einen vollständigen Theoriedurchgang.
Unabhängig von der Altersstufe folgt der Weg von der ersten Textarbeit zur Aufführung einem ähnlichen Muster, das sich in seiner Dauer an die Gruppe anpassen lässt. Für die Kita reicht meist ein verkürzter Ablauf über zwei bis drei Wochen, für ein Klassenprojekt in der Sekundarstufe I oder II eignet sich ein Rahmen von sechs bis acht Wochen mit klaren Meilensteinen.
Wichtig ist, die Proben nicht nur als Textwiederholung zu verstehen, sondern jede Phase mit einem eigenen Schwerpunkt zu versehen: erst Textsicherheit, dann Ausdruck und Bewegung, zuletzt Zusammenspiel und technische Abläufe. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet, dass Aufführungsangst die Textarbeit blockiert.
Für die theoriegeleitete Arbeit in der Oberstufe gilt ein anderer Rhythmus: Hier steht am Ende keine Aufführung, sondern eine Klausur oder Präsentation, deren Vorbereitung sich stärker an der Theorienübersicht in der verlinkten Seite zu Theatergeschichte und Theatertheorie orientiert.
Diese Übersicht hilft bei der Auswahl des passenden Formats für die eigene Lerngruppe.
| Stückformat | Alter | Gruppengröße | Zeitbedarf | Passendes Material |
|---|---|---|---|---|
| Freies Rollenspiel | 3 bis 6 Jahre | 2 bis 6 Kinder | ohne feste Probenzeit | Rollenspiel & Verkleiden |
| Figuren- und Schattentheater | 4 bis 6 Jahre | 4 bis 8 Kinder | 1 bis 2 Wochen | Schatten & Figuren |
| Mitmach-Märchen | 4 bis 8 Jahre | ganze Gruppe | 2 bis 3 Wochen | Die große Rübe |
| Klassenaufführung Sek I | 10 bis 15 Jahre | ganze Klasse, in Kleingruppen | 6 bis 8 Wochen | fächerübergreifend, Deutsch/Religion |
| Theatertheorie-Kurs | 16 bis 19 Jahre | Kurs, 15 bis 25 Lernende | Halbjahr | Sparpaket Theatergeschichte |
Bereits ab 3 Jahren im freien Rollenspiel, das keine Textsicherheit voraussetzt. Feste Stücke mit Sprechtext folgen ab etwa 4 bis 5 Jahren, zunächst als kurze Mitmach-Formate, in der Grundschule dann mit ausführlicheren Rollen.
In der Oberstufe verschiebt sich der Fokus von der eigenen Aufführung zur analytischen Auseinandersetzung mit Theatergeschichte und Theatertheorie, häufig als eigenständiger Kurs mit Klausur- oder Abiturrelevanz statt praktischer Bühnenarbeit.
Sechs bis acht Wochen mit einem festen Rhythmus aus Textarbeit, Ausdrucksarbeit, szenischen Proben und Durchläufen hat sich bewährt. Kürzere Zeiträume funktionieren nur bei sehr einfachen Formaten wie Mitmach-Märchen.
Chorformate mit mehreren gleichzeitig sprechenden Gruppen oder Formate mit mehreren Kleingruppen-Szenen, die zu einem Gesamtstück montiert werden, eignen sich besser als ein einzelner durchgängiger Text mit wenigen Hauptrollen.
Nein. Gerade in der Kita und den ersten Grundschuljahren reicht eine kleine Aufführung vor der eigenen Gruppe oder den Eltern. Der Lerneffekt liegt im Prozess der Textarbeit und im Rollenwechsel, nicht in der Größe des Publikums.
Sinnvoll ist der chronologische Durchgang von der Antike über Brecht bis zum postdramatischen Theater mit jeweils Kernbegriffen, Vertretern und einem Beispieltext. Die verlinkte Vertiefungsseite zu Theatergeschichte und Theatertheorie führt diesen Aufbau detailliert aus.