Bilingualer Unterricht im Fach Geschichte - Kernlehrplan SEK I
Ordnet den bilingualen Geschichtsunterricht curricular ein – guter Start für die Fachkonferenz.
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Bilingualer Unterricht · CLIL Deutsch–Englisch · Klasse 5–10
Zweisprachiges Unterrichtsmaterial für Deutsche Auslandsschulen und bilinguale Züge: Reihen zu Geschichte und Geografie, die in deutscher und in englischer Fassung vorliegen und sich als Paar im selben Thema einsetzen lassen.
Kurz gesagt: Bilingualer Sachfachunterricht – international meist CLIL genannt – vermittelt Fachinhalte in zwei Sprachen. An Deutschen Auslandsschulen ist das kein Sonderfall, sondern Alltag: Das Deutsche Internationale Abitur erlaubt fremdsprachige Prüfungsanteile von bis zu 50 Prozent, und beim Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureate stehen deutschsprachige Fächer neben Fächern auf Englisch, Spanisch oder Französisch.
An Deutschen Auslandsschulen lernen deutsche und einheimische Kinder gemeinsam; die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler bringt Deutsch nicht als Erstsprache mit. Gleichzeitig ist Englisch an vielen Standorten die zweite Arbeitssprache – im Kollegium, im internationalen Zweig und in der Vorbereitung auf das Gemischtsprachige Internationale Baccalaureate, das im März 2025 an 36 Deutschen Auslandsschulen angeboten wurde. Wer dieselbe Unterrichtsreihe in beiden Sprachen vorliegen hat, kann Lerngruppen flexibel bedienen, ohne fachlich zwei verschiedene Sachen zu unterrichten.
Der didaktische Gewinn liegt im Vergleich. Wenn ein Sachverhalt einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch dargestellt wird, treten Unterschiede in Begriffsbildung und Perspektive hervor: „Industrialisierung“ und „industrialization“ sind nicht deckungsgleich in ihren Konnotationen, und historische Darstellungen setzen je nach Sprachraum andere Schwerpunkte. Genau dieser Kontrast ist eine der wirksamsten Übungen für Sprachbewusstheit, die der Fachunterricht anbieten kann.
Die folgenden Reihen zeigen das Prinzip: Zwei Themen liegen jeweils als deutsches und als englisches Paket vor, dazu eine Reihe speziell zum bilingualen Geschichtsunterricht.
Ordnet den bilingualen Geschichtsunterricht curricular ein – guter Start für die Fachkonferenz.
Die deutsche Fassung des Themas – Grundlage für Einstieg und Sicherung.
Dasselbe Thema auf Englisch – ideal für die Vertiefung oder den bilingualen Zug.
Deutsche Fassung mit Daten und Karten – Fachwortschatz zu Ressourcen und Verteilung.
Englische Parallelfassung – erlaubt den direkten Vergleich der Fachbegriffe.
Bewährt hat sich ein Aufbau, bei dem die Sprachen nicht beliebig wechseln, sondern jeweils eine Funktion haben. Der Einstieg erfolgt in der Sprache, in der die Lerngruppe sicherer ist – meist Deutsch an Deutschen Auslandsschulen. Dort werden Sachverhalt und Fachbegriffe geklärt und in einem zweisprachigen Glossar festgehalten. Die Erarbeitung nutzt anschließend die englische Fassung: Lernende bearbeiten dieselben Inhalte mit anderem Material und erschließen sie über bereits bekanntes Fachwissen.
Die Sicherung findet wieder in der ersten Sprache statt, ergänzt um einen expliziten Vergleich: Welche Begriffe entsprechen einander, wo weichen sie ab, welche Aspekte betont die englische Darstellung stärker? Diese Reflexion ist der eigentliche Ertrag des bilingualen Unterrichts. Für Leistungsnachweise sollte die Sprache vorher festgelegt sein, damit klar ist, ob fachliche oder sprachliche Leistung bewertet wird.
| Klassenstufe | Sprachniveau (Deutsch/Englisch) | Schwerpunkt im bilingualen Unterricht |
|---|---|---|
| Klasse 5–7 | Deutsch A2–B1, Englisch A1–A2 | Zweisprachige Wortlisten, Bild- und Kartenarbeit |
| Klasse 8–10 | Deutsch B1–B2 (DSD I), Englisch A2–B1 | Parallelfassungen vergleichen, Sachtexte erschließen |
| Klasse 10 und höher | Deutsch B2–C1 (DSD II), Englisch B1–B2 | Fremdsprachige Prüfungsanteile, Vorbereitung auf GIB und DIA |
Erstens die Operatoren. Deutsches Material arbeitet mit den KMK-Operatoren, die jeweils einem Anforderungsbereich zugeordnet sind; englischsprachige Aufgaben verwenden command words wie „describe“, „explain“ oder „evaluate“. Diese sind einander nicht eins zu eins zugeordnet: „erläutern“ liegt zwischen „explain“ und „discuss“, und „bewerten“ ist enger gefasst als „evaluate“. Legen Sie eine zweispaltige Operatorenliste an und halten Sie fest, welchem Anforderungsbereich die englische Entsprechung in Ihrem Unterricht zugewiesen wird.
Zweitens die Begriffe. Falsche Freunde sind im Sachfach besonders tückisch: „aktuell“ ist nicht „actual“, „Gymnasium“ nicht „gymnasium“, und „Bundesland“ lässt sich nicht ohne Erläuterung als „state“ übersetzen. Führen Sie zu jeder Reihe ein Glossar mit drei Spalten – deutscher Fachbegriff, englische Entsprechung, kurze Definition – und markieren Sie Begriffe, die keine glatte Übersetzung haben. Drittens die Notation: Im Deutschen trennt das Komma die Dezimalstellen, im Englischen der Punkt; Datumsangaben und große Zahlen werden ebenfalls anders geschrieben. Legen Sie fest, welche Konvention in welcher Fassung gilt.
Viertens die Stufenbezeichnungen: Englischsprachiges Material spricht von „Grades 8–9“, deutsches von „Klasse 8/9“ – inhaltlich passt das meist, aber die Zuordnung sollte im schulinternen Curriculum dokumentiert sein. Fünftens die Textsorten: Der englische „comment“ und die deutsche Erörterung folgen unterschiedlichen Aufbaumustern; wer beide Formate nutzt, sollte sie explizit gegenüberstellen. Sechstens die Bewertung: Definieren Sie vorab, ob sprachliche Fehler in der Fremdsprache in die Fachnote einfließen, und teilen Sie diese Regel den Lernenden mit. Siebtens die Beispiele: Ersetzen Sie in beiden Fassungen einen Teil der Fallbeispiele durch Bezüge zum Sitzland, damit dieselbe Sache in zwei Sprachen, aber mit vertrautem Gegenstand behandelt wird.
Für die Deutsche Internationale Abiturprüfung sind fremdsprachige Prüfungsanteile von bis zu 50 Prozent vorgesehen; Deutsch bleibt das erste schriftliche Prüfungsfach, insgesamt werden drei schriftliche und zwei mündliche Prüfungen abgelegt. Wer diese Anteile nutzt, braucht Sachfachmaterial, das in der Fremdsprache tragfähig ist – nicht nur Übersetzungen einzelner Arbeitsblätter.
Beim Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureate, einem kostenpflichtigen Abschluss der IBO in Genf, werden sechs Fächer belegt, darunter Deutsch, Geschichte und mindestens eine Naturwissenschaft auf Deutsch, weitere Fächer auf Englisch, Spanisch oder Französisch. Der Abschluss gilt in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Für den Unterbau in der Sekundarstufe I heißt das: Bilinguale Arbeitsformen früh einführen, damit der Wechsel in der Oberstufe keine Zäsur ist.
Tourism Worldwide (Grades 8–9)
Gentrification (Grades 8–9)
City Life & City Planning (Grades 8–9)
Resource Extraction (Grades 8–9)CLIL steht für Content and Language Integrated Learning und bezeichnet den integrierten Fach- und Sprachunterricht. Der deutschsprachige Fachunterricht (DFU) des Auslandsschulwesens folgt derselben Grundidee, bezieht sich aber auf Deutsch als Unterrichtssprache für Lernende mit anderer Erstsprache. An Deutschen Auslandsschulen greifen beide Perspektiven ineinander.
In der Sprache, in der die Lerngruppe sicherer ist – an Deutschen Auslandsschulen meist Deutsch. Dort werden Sachverhalt und Fachbegriffe geklärt und in einem zweisprachigen Glossar festgehalten. Die Erarbeitung kann anschließend mit der englischen Fassung erfolgen, weil das Fachwissen dann bereits vorhanden ist und die Sprache entlastet wird.
Nicht eins zu eins. Die KMK-Operatoren sind Anforderungsbereichen zugeordnet, englische command words wie „describe“, „explain“ oder „evaluate“ folgen einer eigenen Systematik. Legen Sie eine zweispaltige Liste an, in der Sie für Ihren Unterricht festhalten, welche englische Entsprechung welchem Anforderungsbereich zugeordnet wird.
Das legt die Schule fest, und die Regel sollte vor dem Leistungsnachweis bekannt sein. Sinnvoll ist eine Trennung: Die fachliche Leistung wird bewertet, sprachliche Richtigkeit wird rückgemeldet und fließt allenfalls über die Verständlichkeit ein. So bleibt erkennbar, ob ein Fehler fachlich oder sprachlich begründet ist.
Nicht zwingend, aber es hilft. Im DIA sind fremdsprachige Prüfungsanteile von bis zu 50 Prozent möglich, während Deutsch das erste schriftliche Prüfungsfach bleibt. Schulen, die diese Anteile nutzen, brauchen Sachfachmaterial, das in der Fremdsprache fachlich vollständig ist, nicht nur übersetzte Arbeitsblätter.
Ja, als Unterbau. Beim GIB werden sechs Fächer belegt, darunter Deutsch, Geschichte und mindestens eine Naturwissenschaft auf Deutsch, weitere Fächer auf Englisch, Spanisch oder Französisch. Wer bilinguale Arbeitsformen bereits in der Sekundarstufe I einführt, erleichtert den Übergang deutlich.