Abschließende Arbeit betreuen: von der Themenwahl bis zur Diskussion
Reifeprüfung: Abschließende Arbeit
Abschließende Arbeit betreuen: von der Themenwahl bis zur Diskussion
Die Abschließende Arbeit begleiten Sie über zwei Schulstufen hinweg: von der Themenwahl in der 7. Klasse über die laufende Betreuung bis zu Präsentation und Diskussion am Ende der 8. Klasse.
- 25 Min.Obergrenze für Präsentation und Diskussion zusammen
- 3Zugänge: forschend, gestalterisch, künstlerisch
- 2Protokolle: Begleit- und Betreuungsprotokoll
- 7./8.Schulstufe: Themenwahl und Betreuungszeitraum
Die Abschließende Arbeit (ABA), die frühere VWA, ist eine der drei Säulen der Reifeprüfung und wird über zwei Schulstufen begleitet: Die Themenwahl fällt in die 7. Klasse, die eigentliche Betreuung in die 8. Klasse. Lehrkräfte begleiten den forschenden, gestalterischen oder künstlerischen Zugang, dokumentieren den Prozess im Betreuungsprotokoll und bereiten die Schülerin oder den Schüler auf Präsentation und Diskussion vor, die zusammen höchstens 25 Minuten dauern.
Was die Abschließende Arbeit von der früheren VWA unterscheidet
Seit der Novelle BGBl. I Nr. 121/2024, in Kraft seit 23. Juli 2024, heißt die vorwissenschaftliche Arbeit offiziell Abschließende Arbeit, kurz ABA. Wer noch mit VWA kommuniziert, meint dieselbe Prüfungssäule, sollte den alten Begriff aber höchstens als Hinweis „früher VWA“ verwenden, etwa gegenüber Erziehungsberechtigten oder in älteren Unterlagen der Bildungsdirektion. Strukturell bleibt die Arbeit, was sie war: eine von drei Säulen der Reifeprüfung, neben Klausurarbeiten und mündlichen Prüfungen, mit einer eigenständigen Beurteilung, die in die Gesamtnote der Reifeprüfung einfließt.
Für die Betreuung selbst ändert die Umbenennung wenig an der täglichen Arbeit, aber einiges an der Kommunikation. Schulinterne Formulare, Zeitpläne und Informationsschreiben an die 7. und 8. Klassen sollten den neuen Begriff konsequent verwenden, weil Schülerinnen und Schüler sonst zwischen zwei Bezeichnungen für dasselbe Verfahren verunsichert werden. Wer eine Unterrichtsreihe zur Vorbereitung einsetzt, etwa aus dem Bereich Kunst und Gestaltung wie die Unterrichtsreihe zu John Heartfield und William Kentridge, sollte im Begleitmaterial ebenfalls durchgängig von der Abschließenden Arbeit sprechen, damit sich Terminologie aus dem Unterricht und Terminologie der Prüfungsordnung nicht widersprechen.
Auch für die Notengebung bleibt der Rahmen unverändert: Die Beurteilung der Abschließenden Arbeit ist eigenständig und unabhängig von den übrigen Jahresnoten, wird aber erst mit Präsentation und Diskussion endgültig abgeschlossen. Wer als Klassenvorstand oder, an berufsbildenden höheren Schulen, als Jahrgangsvorstand die Übersicht über mehrere Schülerinnen und Schüler behält, profitiert von einer einheitlichen internen Ablage, in der Themenwahl, Zugang und Stand der Betreuungsgespräche je Person auf einen Blick sichtbar sind, unabhängig davon, ob die Arbeit forschend, gestalterisch oder künstlerisch angelegt ist.
Themenwahl in der 7. Klasse: Kriterien und Fallstricke
Die Themenwahl fällt in die 7. Klasse und entscheidet oft schon darüber, wie reibungslos die Betreuung im Jahr darauf verläuft. Ein tragfähiges Thema benennt ein Verfahren oder eine Fragestellung, nicht bloß einen Gegenstand: Wer eine Fotomontage-Analyse statt eines reinen Werküberblicks wählt, hat bereits die halbe Arbeit der Eingrenzung geleistet. Lehrkräfte, die die Themenfindung begleiten, prüfen in dieser Phase vor allem, ob genügend Quellenmaterial zugänglich ist und ob sich das Thema in der verfügbaren Zeit tatsächlich bearbeiten lässt, ohne auf einen bloßen Werküberblick auszuweichen.
Häufige Fallstricke entstehen, wenn ein Thema zwei große Positionen nebeneinanderstellt, etwa in einem Werkvergleich, und dabei zu einer doppelten Werkbiografie statt zu einer eigenen These wird. Hilfreich ist es, die Schülerin oder den Schüler früh an bestehendem Unterrichtsmaterial zu orientieren, etwa an der Unterrichtsreihe zu Jeff Wall, um zu sehen, wie sich ein fotografisches Werk auf eine einzelne Fragestellung zuschneiden lässt, statt es vollständig abzubilden. Cluster wie die Begleitung zu Heartfield und Kentridge zeigen exemplarisch, wie aus einem Vergleich zweier Positionen eine enge, prüfbare Fragestellung wird.
Schulen mit mehreren parallelen Zügen regeln die Zuteilung der Betreuungspersonen meist über den Klassenvorstand oder, an berufsbildenden höheren Schulen, über den Jahrgangsvorstand. Eine frühzeitige Abstimmung verhindert, dass sich Themenwünsche einzelner Schülerinnen und Schüler auf wenige Lehrkräfte konzentrieren, während andere Unterrichtsgegenstände kaum Anfragen erhalten. Wer die Verteilung schon im zweiten Semester der 7. Klasse vornimmt, gewinnt Zeit für individuelle Rückfragen, bevor die eigentliche Betreuung im Herbst der 8. Klasse beginnt.
Die drei Zugänge: forschend, gestalterisch, künstlerisch
Die ABA kennt drei Zugänge: forschend, gestalterisch und künstlerisch. Der forschende Zugang ähnelt am ehesten der früheren VWA-Praxis: eine schriftliche Arbeit mit Fragestellung, Methode und Argumentation. Der gestalterische Zugang verbindet eine praktische Umsetzung, etwa ein Produkt, ein Modell oder die Dokumentation eines Prozesses, mit einer schriftlichen Rahmung, die das Vorgehen begründet. Der künstlerische Zugang stellt ein künstlerisches Werk in den Mittelpunkt, dem eine reflektierende schriftliche Auseinandersetzung zur Seite steht.
Welcher Zugang passt, hängt weniger vom Unterrichtsgegenstand als vom Interesse und Arbeitsstil der Schülerin oder des Schülers ab. Wer stark textanalytisch arbeitet, findet im forschenden Zugang die vertrautere Struktur; wer ohnehin praktisch oder gestaltend arbeitet, etwa im Umfeld von der Unterrichtsreihe zu Lynette Yiadom-Boakye, profitiert oft vom gestalterischen oder künstlerischen Zugang, weil sich Werkanalyse und eigene Praxis dort direkt verbinden lassen. Entscheidend für die Betreuung ist, den Zugang früh festzulegen, weil sich Zeitplan, Beurteilungskriterien und Umfang der schriftlichen Rahmung je nach Zugang unterscheiden.
Für alle drei Zugänge gilt gleichermaßen, dass die schriftliche Komponente nachvollziehbar begründet sein muss: warum dieses Thema, warum dieser Zugang, welche Fragestellung wird bearbeitet. Wer als Lehrkraft mehrere Zugänge parallel betreut, profitiert von einer knappen Checkliste je Zugang, damit die Anforderungen an schriftliche Tiefe, praktische Umsetzung oder künstlerische Eigenständigkeit im Betreuungsgespräch nicht verwechselt werden. Cluster wie die Begleitung zu Jeff Wall und die Begleitung zu Lynette Yiadom-Boakye zeigen, wie sich ein bildnerisches Werk je nach gewähltem Zugang unterschiedlich rahmen lässt.
Betreuung in der 8. Klasse: Takt, Protokolle, Grenzen
Die eigentliche Betreuung liegt in der 8. Klasse und läuft über regelmäßige Betreuungsgespräche, deren Takt die Lehrkraft mit der Schülerin oder dem Schüler zu Beginn vereinbart. Ein fester Rhythmus hilft, Probleme früh zu erkennen, statt sie erst kurz vor der Abgabe zu entdecken. Zwischen den Gesprächen bleibt die Betreuung zurückhaltend: Die Lehrkraft berät zu Methode, Struktur und Quellenlage, übernimmt aber weder Recherche noch Formulierung.
Wo genau die Grenze zwischen Beratung und Übernahme verläuft, ist eine der häufigsten Unsicherheiten in der Praxis, besonders wenn eine Arbeit ins Stocken gerät. Ein hilfreicher Grundsatz: Die Lehrkraft benennt Probleme und mögliche Wege, die Schülerin oder der Schüler entscheidet und formuliert selbst. Für Materialien, die während der Betreuung als Referenz dienen können, etwa aus der Sammlung an Unterrichtsreihen für die Oberstufe, gilt dasselbe: Sie liefern Anregung und Vergleichsmaterial, ersetzen aber nicht die eigenständige Recherche der Schülerin oder des Schülers.
Organisatorisch lohnt es sich, die Betreuungsgespräche nicht ausschließlich an reguläre Unterrichtsstunden zu koppeln, weil Supplierstunden oder kurzfristige Stundenplanänderungen sonst regelmäßig Termine kosten. Ein fixer Block außerhalb des Stundenplans, etwa an einem Nachmittag, erweist sich in der Praxis oft als verlässlicher als ein Termin, der von der Verfügbarkeit einzelner Unterrichtsstunden abhängt. Das gilt besonders an Schulen, an denen mehrere Lehrkräfte gleichzeitig Abschließende Arbeiten betreuen und sich Räume sowie Zeitfenster sonst überschneiden.
Passende Unterrichtsreihen im Katalog
Ablauf der Abschließenden Arbeit im Überblick
| Schritt | Zeitraum | Wer ist gefordert |
|---|---|---|
| Themenfindung und Eingrenzung | 7. Klasse | Schülerin oder Schüler mit Betreuungsperson |
| Festlegung des Zugangs (forschend, gestalterisch, künstlerisch) | Übergang 7. zu 8. Klasse | Schülerin oder Schüler, Betreuungsperson |
| Laufende Arbeitsphase mit Begleitprotokoll | 8. Klasse | Schülerin oder Schüler |
| Betreuungsgespräche mit Betreuungsprotokoll | 8. Klasse, laufend | Betreuungsperson |
| Abgabe und Beurteilung der Arbeit | Ende der 8. Klasse | Prüferin oder Prüfer |
| Präsentation und Diskussion | Haupttermin der Reifeprüfung | Schülerin oder Schüler, Prüferin oder Prüfer, Beisitzende |
Begleitprotokoll und Betreuungsprotokoll führen
Zwei Protokolle begleiten die Arbeit von unterschiedlichen Seiten. Das Begleitprotokoll führt die Schülerin oder der Schüler selbst und hält den eigenen Arbeitsprozess fest: verworfene Ideen, gesichtete Quellen, offene Fragen, Entscheidungen und deren Begründung. Das Betreuungsprotokoll führt die Lehrkraft und dokumentiert die Betreuungsgespräche, besprochene Probleme und vereinbarte nächste Schritte. Beide Protokolle zusammen machen den Entstehungsprozess nachvollziehbar, unabhängig vom fertigen Endprodukt.
In der Praxis lohnt es sich, das Begleitprotokoll nicht erst rückblickend, sondern laufend führen zu lassen, weil sich Begründungen für Entscheidungen sonst im Nachhinein kaum noch rekonstruieren lassen. Für die Lehrkraft dient das eigene Betreuungsprotokoll zugleich als Nachweis gegenüber der Bildungsdirektion, falls der Betreuungsverlauf später nachgefragt wird, etwa bei einer strittigen Beurteilung. Wer den Umgang mit Quellen anhand von der Unterrichtsreihe zu Nußbaum: Die Grenzen der Gerechtigkeit übt, kann diese Protokollpraxis schon im regulären Unterricht anbahnen, bevor die eigentliche ABA-Betreuung beginnt.
Präsentation und Diskussion: die letzten Wochen vor dem Termin
Präsentation und Diskussion dauern zusammen höchstens 25 Minuten und bilden den mündlichen Abschluss der Abschließenden Arbeit. In der Präsentation stellt die Schülerin oder der Schüler zentrale Ergebnisse und den eigenen Zugang vor, in der Diskussion stellen Prüferin oder Prüfer und gegebenenfalls die Beisitzenden Fragen, die über die reine Wiedergabe hinausgehen und Verständnis sowie Reflexionsfähigkeit prüfen. Diese enge Zeitvorgabe verlangt eine Präsentation, die auf das Wesentliche zugeschnitten ist, nicht auf Vollständigkeit.
In den letzten Wochen vor dem Termin verschiebt sich die Betreuung von der inhaltlichen Arbeit zur Vorbereitung des mündlichen Teils: Aufbau der Präsentation, Umgang mit Rückfragen, Zeitmanagement. Ein Probelauf mit Zeitmessung zeigt zuverlässig, ob die geplante Präsentation in die knappe Zeitspanne passt, und macht sichtbar, welche Inhalte gestrichen werden müssen. Grundlagen zum Unterrichtsgegenstand finden sich auch im Fach-Hub Deutsch nach Lehrplan 2023, der als Ausgangspunkt für ergänzendes Unterrichtsmaterial dient, unabhängig vom gewählten Zugang der Abschließenden Arbeit.
Fällt die Beurteilung der schriftlichen oder gestalteten Arbeit bereits vor der Präsentation deutlich negativ aus, sollte das Gespräch mit der Schülerin oder dem Schüler nicht erst am Prüfungstag stattfinden. Eine frühzeitige, offene Rückmeldung gibt Zeit, entweder die verbleibenden Wochen gezielt zu nutzen oder sich auf die Diskussion realistisch einzustellen, statt von einer schwachen schriftlichen Grundlage überrascht zu werden. Ein Nicht genügend bei der Abschließenden Arbeit hat für den Abschluss der Reifeprüfung eigene Folgen, über die Schülerin oder Schüler frühzeitig informiert sein sollten.
Wenn die Ersatzprüfung infrage kommt (2026 bis 2028/29)
Ab dem Haupttermin 2026 bis einschließlich 2028/29 kann die Abschließende Arbeit durch eine weitere Klausurarbeit oder eine weitere mündliche Teilprüfung ersetzt werden. Für Lehrkräfte, die Klassen in diesem Übergangszeitraum begleiten, bedeutet das, die Entscheidung für oder gegen die ABA frühzeitig mit der Schülerin oder dem Schüler und der Schulleitung zu klären, weil sich Zeitplan und Betreuungsaufwand je nach gewähltem Weg deutlich unterscheiden.
Wer sich für die Ersatzvariante entscheidet, verlagert den Schwerpunkt der Vorbereitung von Themenfindung und Betreuungsgesprächen hin auf die inhaltliche Vertiefung einzelner Themenbereiche oder Klausurstoffe. Der Vergleich zur Schweiz zeigt, wie unterschiedlich Systeme dieselbe Grundfrage lösen: Dort gibt es mit der Maturaarbeit, dem eigenständigen Pendant zur Abschließenden Arbeit zwar eine strukturell ähnliche Prüfungskomponente, aber ohne eine vergleichbare befristete Ersatzoption. Für die österreichische Praxis bleibt entscheidend, die Wahl früh und schriftlich festzuhalten, um spätere Unklarheiten zu vermeiden.
Schulintern empfiehlt sich eine schriftliche Übersicht, welche Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs die Abschließende Arbeit regulär absolvieren und welche die Ersatzoption wählen, damit Klassenvorstand oder Jahrgangsvorstand den Prüfungsplan für den Haupttermin rechtzeitig abstimmen können. Da sich die beiden Wege in Vorbereitungsaufwand und Zeitpunkt der Belastung unterscheiden, hilft eine frühe, dokumentierte Entscheidung auch bei der Verteilung der Betreuungskapazitäten innerhalb des Kollegiums.
Häufige Stolperstellen aus der Betreuungspraxis
Neben zu weit gefassten Themen tauchen in der Betreuungspraxis wiederkehrende Probleme auf: ungleich verteilte Arbeitsphasen, bei denen zu Beginn zu wenig und knapp vor der Abgabe zu viel passiert, unklare Quellenlage bei schwer zugänglichem Material, und eine Präsentation, die erst in den letzten Tagen vorbereitet wird. Wer diese Muster kennt, kann im Betreuungsgespräch gezielt nachfragen, statt erst auf fertige Probleme zu reagieren. Ein Beispiel liefert die Begleitung zu Nußbaum und die Grenzen der Gerechtigkeit, die zeigt, wie sich ein philosophisch geprägtes Thema in überprüfbare Etappen gliedern lässt.
Ein weiterer Stolperstein betrifft den Umgang mit digitalen Hilfsmitteln bei Recherche und Formulierung, der im Begleitprotokoll transparent dokumentiert werden sollte, damit die Eigenständigkeit der Arbeit nachvollziehbar bleibt. Auch der Übergang von der Schulnachricht im ersten Semester der 8. Klasse zur endgültigen Beurteilung der Abschließenden Arbeit verdient Aufmerksamkeit, weil beide Bewertungen unabhängig voneinander stehen und Erziehungsberechtigte das gelegentlich verwechseln. Weitere Beispiele liefern die Begleitung zu Konzeptionalität und Medialität und zu Rebecca Horn — das Grundprinzip der Betreuung wiederholt sich unabhängig vom Fachgebiet: enge Fragestellung, laufende Protokollierung, rechtzeitige Vorbereitung des mündlichen Teils.
Wer über mehrere Jahrgänge hinweg Abschließende Arbeiten betreut, entwickelt am ehesten ein Gespür dafür, wie viel Betreuungsaufwand realistisch eingeplant werden muss, gerade wenn mehrere Schülerinnen und Schüler gleichzeitig in kritischen Phasen stecken. Eine grobe Vorausschau über den Jahresverlauf, in der Themenfindung, Zwischenstände und die Wochen vor der Präsentation markiert sind, hilft, Belastungsspitzen frühzeitig zu erkennen und Betreuungsgespräche notfalls neu zu verteilen, statt sie kurzfristig zu verschieben.
Bausteine einer tragfähigen Betreuung
- Kriterien für ein eingrenzbares Thema vor der Themenwahl schriftlich festhalten.
- Erwartungshorizont für den gewählten Zugang im ersten Betreuungsgespräch klären.
- Festen Rhythmus für Betreuungsgespräche vereinbaren, statt Termine erst bei Bedarf zu finden.
- Begleitprotokoll von Beginn an laufend statt rückblickend führen lassen.
- Grenze zwischen Beratung und inhaltlicher Übernahme im Betreuungsprotokoll klar dokumentieren.
- Umgang mit digitalen Hilfsmitteln früh ansprechen und Regeln dazu festhalten.
- Probelauf der Präsentation mit Zeitmessung rechtzeitig vor dem Termin einplanen.
- Entscheidung für oder gegen eine Ersatzprüfung im Übergangszeitraum frühzeitig dokumentieren.
Diese Seite begleitet die Betreuung der Abschließenden Arbeit von der Themenwahl bis zur Diskussion; die verlinkten Unterrichtsreihen liefern Anschauungsmaterial für einzelne Zugänge und Themenbereiche.
Häufige Fragen
Muss ich als Betreuungsperson VWA oder ABA sagen?
Der gültige Begriff seit der Novelle vom Juli 2024 ist Abschließende Arbeit, kurz ABA. VWA lässt sich noch als erläuternder Hinweis verwenden, etwa „ABA, früher VWA“, wenn ältere Unterlagen oder Erziehungsberechtigte den alten Begriff noch kennen. In offiziellen Schreiben, Zeitplänen und in der Kommunikation mit der Bildungsdirektion sollte durchgängig der neue Begriff stehen, damit keine zwei Bezeichnungen für dasselbe Verfahren nebeneinander bestehen.
Wie unterscheiden sich forschender, gestalterischer und künstlerischer Zugang in der Betreuung?
Der forschende Zugang verlangt vor allem Begleitung bei Fragestellung, Methode und Argumentation einer schriftlichen Arbeit. Beim gestalterischen Zugang kommt die Begleitung einer praktischen Umsetzung hinzu, etwa eines Modells oder Produkts, das schriftlich gerahmt wird. Beim künstlerischen Zugang steht ein künstlerisches Werk im Mittelpunkt, dem eine reflektierende schriftliche Auseinandersetzung zur Seite gestellt wird. Der Betreuungsaufwand unterscheidet sich entsprechend in der Gewichtung zwischen praktischer und schriftlicher Arbeit.
Was gehört in das Betreuungsprotokoll?
Das Betreuungsprotokoll hält die Betreuungsgespräche aus Sicht der Lehrkraft fest: besprochene Probleme, gegebene Hinweise, vereinbarte nächste Schritte und auffällige Entwicklungen im Arbeitsprozess. Es unterscheidet sich vom Begleitprotokoll, das die Schülerin oder der Schüler selbst führt. Ein sorgfältig geführtes Betreuungsprotokoll dient auch als Nachweis, falls der Betreuungsverlauf später gegenüber der Bildungsdirektion oder bei einer strittigen Beurteilung nachvollzogen werden muss.
Wie lang dürfen Präsentation und Diskussion zusammen dauern?
Präsentation und Diskussion dürfen zusammen höchstens 25 Minuten dauern. Diese Obergrenze gilt für beide Teile gemeinsam, nicht für jeden Teil einzeln, weshalb sich in der Vorbereitung ein Probelauf mit Zeitmessung lohnt. Wird die Präsentation zu lang geplant, bleibt für die Diskussion, in der Prüferin oder Prüfer und Beisitzende Verständnis und Reflexionsfähigkeit prüfen, kaum noch Zeit übrig.
Was ändert sich durch die Möglichkeit der Ersatzprüfung ab 2026?
Ab dem Haupttermin 2026 bis einschließlich 2028/29 kann die Abschließende Arbeit durch eine weitere Klausurarbeit oder eine weitere mündliche Teilprüfung ersetzt werden. Für die Betreuung bedeutet das, die Entscheidung früh mit der Schülerin oder dem Schüler zu treffen, weil sich Zeitplan und Vorbereitungsschwerpunkt je nach gewähltem Weg deutlich unterscheiden. Eine späte Entscheidung engt die Vorbereitungszeit für beide Varianten unnötig ein.
Wie geht man mit einer zu weit gefassten Themenwahl um?
Am wirksamsten ist es, die Eingrenzung schon im ersten Gespräch zur Themenwahl anzusprechen, bevor sich die Schülerin oder der Schüler auf eine zu breite Fragestellung festlegt. Ein tragfähiges Thema benennt ein konkretes Verfahren oder einen Aspekt statt eines allgemeinen Gegenstands. Lässt sich die Eingrenzung nicht mehr in der 7. Klasse vornehmen, sollte sie spätestens zu Beginn der Betreuung in der 8. Klasse nachgeholt werden, auch wenn das Zeit kostet.



