Englisch

Mediation im Englischunterricht: sinngemäss übertragen statt Wort für Wort übersetzen

von Luca 27.10.2026 1 Min. Lesezeit
Mediation im Englischunterricht: sinngemäss übertragen statt Wort für Wort übersetzen

Bei der Mediation überträgt eine Person den Inhalt eines Textes für jemanden, der ihn in der Ausgangssprache nicht versteht, und zwar sinngemäss, auswählend und auf das Gegenüber zugeschnitten. Sie unterscheidet sich damit von der Übersetzung, die jedes Detail abbildet. Im Quartal bis Weihnachten lässt sich die Fertigkeit mit einer Routine von zwanzig Minuten pro Woche aufbauen.

Was Mediation von Übersetzen unterscheidet

Wer eine Mediationsaufgabe stellt, braucht drei Angaben: einen Ausgangstext, ein Gegenüber und einen Zweck. Ein Beispiel: Eine Gastfamilie in Irland hat eine Hausordnung auf Deutsch erhalten, die Klasse soll in drei Sätzen sagen, was für den Alltag wichtig ist. Das Gegenüber braucht nicht alles, sondern das Relevante. Genau diese Auswahl ist die Leistung.

Die Lernenden müssen dazu zuerst entscheiden, was sie weglassen. Das ist anspruchsvoller, als es aussieht, denn viele wollen vollständig sein und beginnen beim ersten Satz zu übersetzen. Eine feste Rückfrage hilft: «Was würde die andere Person vermissen, wenn ich es nicht sage?»

Ein Ablauf von zwanzig Minuten

Der Ablauf lässt sich in jeder Woche gleich halten, damit die Klasse sich auf den Inhalt konzentrieren kann:

  • Minute 1 bis 3: Text lesen und mit einem Stift drei bis vier Schlüsselstellen markieren.
  • Minute 4 bis 5: Gegenüber und Zweck klären, zum Beispiel «Gast, der wissen will, wann das Frühstück beginnt».
  • Minute 6 bis 12: In Paaren den Inhalt mündlich auf Englisch weitergeben, die Partnerin oder der Partner stellt eine Rückfrage.
  • Minute 13 bis 17: Eine schriftliche Fassung von vier bis sechs Sätzen schreiben.
  • Minute 18 bis 20: Zwei Fassungen vergleichen und eine Formulierung benennen, die besonders gut gelungen ist.

Typische Fehler und wie man sie sichtbar macht

Drei Fehler wiederholen sich in fast jeder Klasse. Erstens die wörtliche Übertragung, bei der deutsche Satzmuster im Englischen landen. Zweitens die Ergänzung eigener Meinung, die im Ausgangstext nicht steht. Drittens die Auslassung eines Details, das für das Gegenüber wesentlich gewesen wäre, etwa eine Uhrzeit oder eine Bedingung.

Sichtbar werden diese Fehler am besten im Vergleich. Zwei anonyme Fassungen werden an die Tafel geschrieben, die Klasse markiert in der einen die Auslassungen und in der anderen die Ergänzungen. Das ersetzt langes Korrigieren und schärft den Blick für Textsorte und Adressat.

Bewertung mit einem Raster von drei Kriterien

Für die Beurteilung genügt ein kurzes Raster. Inhalt: Sind die wichtigen Informationen enthalten und stimmen sie? Adressatenbezug: Passt die Auswahl zum Zweck? Sprache: Ist die englische Formulierung verständlich und weitgehend korrekt? Jedes Kriterium wird mit drei Stufen bewertet, die Summe ergibt die Note. In der Schweiz entspricht die 6 der besten Note, die Stufen lassen sich also direkt in die Skala übertragen.

Wer das Raster ein einziges Mal gestaltet, verwendet es bis zum Semesterende. Das spart Korrekturzeit und macht die Beurteilung für die Lernenden berechenbar.

Mediation im grösseren Rahmen der Quartalsplanung

Die Aufgabe eignet sich als wiederkehrender Baustein neben Hörverstehen und Schreiben. Wer das Quartal in vier Phasen plant, setzt Mediation in der zweiten und dritten Phase ein und nutzt sie in der letzten Phase als mündliche Leistung. Ein Beispiel für die Aufteilung findet sich im Beitrag Schweizer Schuljahr planen: von der Jahresplanung zur Wochenlektion.

Fertige Einheiten für Mediation, Writing und Hörverstehen stehen in FachKomplett Englisch. Wer die Routine über das ganze Quartal nutzt, kann daraus jede Woche eine andere Textsorte wählen: Hinweis, Mail, Programm, Leserbrief.

Für die Oberstufe bietet das Paket Future Society und Media Literacy Texte, die sich für anspruchsvollere Aufgaben eignen. Für das Gymnasium zeigt der Beitrag Mündliche Matura in Englisch: Themenpools sinnvoll aufbauen, wie sich Mediation und Themenpools verbinden lassen.

Wer Klausuren und Entlastungsmaterial dazu möchte, findet beides in FachKomplett Premium Englisch. Die Übersicht zum Quartal im Kanton Zürich steht auf der Seite Quartal bis Weihnachten im Kanton Zürich, die Einordnung zum Fach auf der Seite zu Englisch in der Sekundarstufe I.

Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an.

Häufige Fragen

Ab welcher Stufe lässt sich Mediation üben?

Schon in der Sekundarstufe I mit kurzen Alltagstexten wie Hausordnungen, Menüs oder Programmhinweisen. Die Aufgaben werden mit der Textlänge und der Komplexität des Gegenübers gesteigert.

Muss die Aufgabe immer von Deutsch nach Englisch gehen?

Nein. Es lohnt sich, auch Englisch nach Deutsch zu üben, etwa mit einem englischen Hinweis für Eltern. Beide Richtungen trainieren die Auswahl, nur das Sprachniveau der Ausgabe unterscheidet sich.

Wie bewerte ich mündliche Mediation schnell?

Mit demselben Raster aus Inhalt, Adressatenbezug und Sprache. Drei Notizen pro Paar genügen, wenn das Raster in der Klasse bekannt ist.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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