KI-Tools im Unterricht einsetzen: Prompt-Kompetenz, Regeln & kritische Bewertung
Warum Prompt-Kompetenz eine Unterrichtsaufgabe ist
Sprachmodelle sind für viele Jugendliche längst Alltag – zum Zusammenfassen, Erklären, Übersetzen und Formulieren. Verboten wird die Nutzung damit nicht verschwinden; unbegleitet führt sie aber zu einem Muster, das im Unterricht sichtbar wird: gut klingende Texte ohne eigene Denkleistung und mit Fehlern, die niemand bemerkt hat. Prompt-Kompetenz ist deshalb keine Zusatzqualifikation, sondern eine Voraussetzung dafür, dass die Werkzeuge das Lernen nicht ersetzen.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Der Unterricht hat dabei zwei Aufgaben. Erstens muss die Funktionsweise wenigstens im Grundsatz verstanden werden, damit die Ausgaben richtig eingeordnet werden können. Zweitens braucht die Lerngruppe Regeln, die festlegen, wo Unterstützung erlaubt ist und wo eine eigenständige Leistung erwartet wird.
Die Bausteine: Funktionsweise, Prompts und Quellenprüfung
Am Anfang steht ein einfaches, aber tragfähiges Modell. Sprachmodelle sagen auf Basis großer Textmengen jeweils die wahrscheinliche Fortsetzung voraus; sie schlagen nichts nach und prüfen nichts. Daraus folgt unmittelbar, warum Ausgaben überzeugend klingen und trotzdem falsch sein können. Das Material zu der Frage, wie künstliche Intelligenz funktioniert bereitet diesen Kern für Klasse 7 bis 10 auf, ohne mathematische Vorkenntnisse zu verlangen.
Darauf baut das Prompt-Training auf. Das Material zum Umgang mit KI-Tools und Prompt-Kompetenz liefert dafür eine Struktur: Rolle benennen, Aufgabe präzise formulieren, Kontext und Zielgruppe angeben, Format und Umfang festlegen. Ein sinnvolles Übungsformat ist der Vergleich: Dieselbe Aufgabe wird einmal knapp und einmal ausführlich gestellt, die Ergebnisse werden nebeneinandergelegt und die Unterschiede beschrieben. So wird der Zusammenhang zwischen Eingabe und Ausgabe erfahrbar, statt behauptet.
Der dritte Baustein ist die Prüfung. Jede Ausgabe wird an mindestens einer unabhängigen Quelle kontrolliert; Namen, Zahlen und Zitate gelten grundsätzlich als ungeprüft. Wer diesen Schritt zur festen Regel macht, verankert eine Haltung, die weit über den Umgang mit KI hinaus trägt.
Regeln für den KI-Einsatz vereinbaren
Bewährt hat sich eine Vereinbarung mit drei Stufen, die zu Beginn eines Halbjahres gemeinsam erarbeitet wird. Stufe eins: Nutzung nicht erlaubt, etwa in Klassenarbeiten und bei Aufgaben, die genau die Fähigkeit prüfen, die das Werkzeug übernehmen würde. Stufe zwei: Nutzung erlaubt, aber kennzeichnungspflichtig, zum Beispiel für Ideensammlung, Gliederung oder sprachliche Überarbeitung. Stufe drei: Nutzung ausdrücklich erwünscht, etwa wenn das Werkzeug selbst Untersuchungsgegenstand ist.
Wichtig ist die Kennzeichnung in einer schlanken Form – ein kurzer Vermerk, welches Werkzeug wofür eingesetzt wurde. Das erspart Kontrollaufwand und macht Gespräche über Leistung sachlich. Ergänzend gehört der Datenschutz in die Vereinbarung: keine personenbezogenen Daten, keine Klassenarbeiten anderer, keine Fotos von Mitschülerinnen und Mitschülern. Wie sich der sichere Umgang mit Daten und Zugängen darüber hinaus systematisch aufbauen lässt, zeigt der Beitrag zu Cybersecurity im Unterricht: Phishing, Social Engineering und sichere Passwörter.
Für die Bewertung hat sich ein einfacher Zusatz bewährt: Neben dem Produkt wird der Weg dokumentiert. Wer ein Werkzeug genutzt hat, legt die entscheidenden Anfragen und die eigenen Änderungen daran bei. Das verlagert den Blick von der Frage, ob etwas mit Unterstützung entstanden ist, auf die Frage, welche Entscheidungen die verfassende Person selbst getroffen hat. Erfahrungsgemäß sinkt damit auch der Anreiz, Ergebnisse ungeprüft zu übernehmen, weil die Lücke zwischen Anfrage und abgegebenem Text sichtbar wird.
Grenzen, Verzerrungen und Verantwortung
Ein eigener Abschnitt sollte den Grenzen gelten. Modelle geben Verzerrungen aus ihren Trainingsdaten wieder, bevorzugen häufige Darstellungen und blenden seltene Perspektiven aus. Eine gute Aufgabe dazu: Die Klasse lässt sich zu einem Berufsfeld eine Beschreibung erzeugen und untersucht, welche Bilder und Rollen darin auftauchen. Das Lernheft zu Literatur und Medien im Wandel öffnet dafür die kulturelle Perspektive, während die Reihe Was ist DeepSeek? einen konkreten Anbieter zum Anlass nimmt, Fragen von Herkunft, Datenlage und Zugänglichkeit zu diskutieren.
Wie Sie die technische Grundlage eigenständig aufbauen, zeigt der Beitrag Wie funktioniert Künstliche Intelligenz?. Den Zusammenhang mit Datenschutz und Algorithmen vertieft der Artikel zu digitalen Kompetenzen im Unterricht. Weitere Reihen finden Sie auf der Seite Informatik Sek I.
Fazit
KI-Tools gehören in den Unterricht, wenn drei Dinge geklärt sind: ein Grundmodell der Funktionsweise, eine Routine für präzise Anfragen und eine Regel für die Prüfung der Ergebnisse. Eine gemeinsam vereinbarte Nutzungsordnung macht daraus einen verlässlichen Rahmen – für die Lerngruppe wie für die Bewertung.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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