Unterrichtsreihe Berufsschule: Lernfelder in Lernsituationen gliedern

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Unterrichtsreihe Berufsschule: Lernfelder in Lernsituationen gliedern

Wie Sie ein Lernfeld in aufeinander aufbauende Lernsituationen gliedern, die Reihenfolge über das Ausbildungsjahr legen und die Reihe auf die gestreckte Abschlussprüfung hin ausrichten, ohne Termine vorwegzunehmen.

  • 4–8Doppelstunden je Lernfeld-Reihe
  • 1Lernfeld als Klammer über mehrere Lernsituationen
  • 2Prüfungsteile der gestreckten Abschlussprüfung im Blick
  • 1Handlungsprodukt als Zielpunkt je Lernsituation

Eine Unterrichtsreihe für die Berufsschule gliedert ein Lernfeld in mehrere aufeinander aufbauende Lernsituationen, die jeweils mit einem eigenen Handlungsprodukt enden und in ihrer Summe die im Lernfeld beschriebene Handlungskompetenz abdecken. Die Reihenfolge richtet sich nach dem Ausbildungsjahr und dem Schwierigkeitsgrad der Vorgänge, nicht nach einer fachsystematischen Logik. Wo die gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen erfolgt, wird die Reihe so gelegt, dass die geprüften Inhalte rechtzeitig vor dem jeweiligen Prüfungsteil behandelt wurden.

Vom Lernfeld zur Folge von Lernsituationen

Ein Lernfeld beschreibt eine berufliche Handlungskompetenz in einer Breite, die sich nicht in einer einzelnen Stunde abbilden lässt. Für die Unterrichtsreihe bedeutet das, das Lernfeld in mehrere Lernsituationen zu zerlegen, von denen jede einen eigenständigen betrieblichen Vorgang abdeckt und mit einem Handlungsprodukt endet. Erst die Summe dieser Lernsituationen deckt die im Lernfeld formulierte Kompetenz ab.

Diese Zerlegung unterscheidet sich von einer klassischen Stoffverteilung, weil sie nicht bei Kapiteln eines Lehrbuchs ansetzt, sondern bei Handlungen, die in der betrieblichen Praxis der Auszubildenden tatsächlich vorkommen. Eine Reihe zu Marketing-Grundlagen und Marketing-Mix etwa gliedert sich sinnvoll in Lernsituationen, die von der Marktanalyse über die Zielgruppenbestimmung bis zur konkreten Maßnahme reichen, statt die Begriffe des Marketing-Mix nacheinander abzuarbeiten.

Für die Auswahl der Handlungen lohnt sich ein Blick auf den tatsächlichen Ausbildungsalltag der Klasse, statt sich allein am Rahmenlehrplan zu orientieren. Wenn ein Großteil der Klasse in kleineren Betrieben ausgebildet wird, in denen einzelne Auszubildende mehrere Aufgabenbereiche gleichzeitig abdecken, sollten die Lernsituationen diese Bandbreite widerspiegeln, statt eine Spezialisierung vorauszusetzen, die in der Praxis der Klasse gar nicht vorkommt. In größeren Ausbildungsbetrieben mit klar abgegrenzten Abteilungen kann dieselbe Reihe dagegen stärker auf einzelne Funktionsbereiche zugeschnitten werden.

Wie viele Lernsituationen ein Lernfeld braucht, hängt von seiner Komplexität ab. Ein eng gefasstes Lernfeld kommt mit drei bis vier Lernsituationen aus, ein breiteres Lernfeld mit mehreren Teilkompetenzen kann sechs bis acht Doppelstunden füllen. Wie sich das am Beispiel einer konkreten Reihe zeigt, beschreibt der Artikel Gewinn- und Verlustrechnung als Unterrichtsreihe: wie viele Doppelstunden das Thema trägt.

Wie sich der Aufbau einer Unterrichtsreihe fachübergreifend planen lässt, unabhängig vom konkreten Lernfeld, beschreibt die Seite Unterrichtsreihe planen: Aufbau, Länge und Sequenz. Für die Berufsschule kommt zu diesen allgemeinen Fragen die Besonderheit hinzu, dass die Sequenz zusätzlich an der Ausbildungsordnung des jeweiligen Berufs ausgerichtet sein muss, nicht allein an fachlichen Kriterien.

Reihenfolge über das Ausbildungsjahr legen

Die Reihenfolge der Lernsituationen innerhalb einer Reihe richtet sich zunächst nach dem Schwierigkeitsgrad: Ein überschaubarer Vorgang mit klarer Lösung steht am Anfang, ein Vorgang mit mehreren vertretbaren Lösungswegen später. Darüber hinaus muss die Reihenfolge zum Ausbildungsjahr passen, in dem die Klasse gerade steht, weil manche Lernfelder erst dann sinnvoll unterrichtet werden können, wenn die Auszubildenden bereits eigene Betriebserfahrung zu dem Thema gesammelt haben.

Diese Abhängigkeit vom Ausbildungsjahr unterscheidet die Berufsschule von vielen anderen Schulformen: Eine Reihe zu Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) setzt in der Regel voraus, dass die Klasse Grundlagen aus der Buchführung bereits im vorangegangenen Ausbildungsjahr behandelt hat. Wer die Reihenfolge über mehrere Ausbildungsjahre hinweg plant, kann Lernsituationen so anordnen, dass jede auf der vorherigen betrieblichen Erfahrung aufbaut, statt sie zu wiederholen.

Innerhalb eines Ausbildungsjahres empfiehlt es sich außerdem, Reihen mit hohem Rechenanteil nicht direkt hintereinander zu legen, sondern mit kommunikationsorientierten Lernfeldern abzuwechseln. Wie sich eine solche Abfolge über mehrere Stunden hinweg konkret aufbauen lässt, zeigt der Artikel Unterrichtsreihe Marketing-Grundlagen und Marketing-Mix: die Reihenfolge der Stunden.

Ein weiterer Faktor ist der Stand der Klassenkoordination mit anderen Fächern: Wenn ein fachpraktischer Betriebsteil oder ein anderes Fach ähnliche Inhalte parallel behandelt, lohnt sich eine Abstimmung der Reihenfolge, damit die Klasse dieselben Begriffe nicht in zeitlich weit auseinanderliegenden Zusammenhängen erst einzeln und dann noch einmal gemeinsam lernt. Diese Abstimmung lässt sich meist informell in der Fachschaft klären, ohne dass sie zusätzlichen Planungsaufwand für die einzelne Reihe bedeutet, sofern die beteiligten Lehrkräfte den groben Reihenplan zu Schuljahresbeginn austauschen.

Bezug zur gestreckten Abschlussprüfung

In vielen kaufmännischen Ausbildungsberufen erfolgt die Abschlussprüfung gestreckt, also in zwei zeitlich getrennten Teilen. Für die Reihenplanung bedeutet das, die Inhalte eines Lernfelds so zu terminieren, dass sie rechtzeitig vor dem jeweiligen Prüfungsteil abgeschlossen sind, ohne dabei einzelne Prüfungsschwerpunkte oder -termine vorwegzunehmen, die von der zuständigen Kammer festgelegt werden.

Praktisch heißt das, bei der Reihenplanung rückwärts vom ungefähren Zeitpunkt des jeweiligen Prüfungsteils zu denken und ausreichend Puffer für Wiederholung und Übungsphasen einzuplanen, statt die letzte Lernsituation eines Lernfelds unmittelbar vor der Prüfung neu einzuführen. Eine Reihe zu Finanzkompetenz – Umgang mit Geld und Schuldenprävention lässt sich beispielsweise so terminieren, dass die abschließende Übungsphase zeitlich vor größeren Prüfungsvorbereitungen anderer Fächer liegt.

Diese Rückwärtsplanung lässt sich grob auf ein Schuljahr verteilen, ohne dass dafür ein exakter Prüfungstermin bekannt sein muss: Es genügt, sich am üblichen Prüfungszeitraum des jeweiligen Ausbildungsberufs zu orientieren, den die zuständige Kammer rechtzeitig bekannt gibt, und die eigene Reihenplanung so zu staffeln, dass zentrale Inhalte nicht erst in den letzten Wochen vor diesem Zeitraum behandelt werden.

Wie sich eine Reihe so timen lässt, dass die Leistungsüberprüfung am Ende nicht mit anderen Terminen kollidiert, beschreibt der Artikel Unterrichtsreihe Kaufmännisches Rechnen – Dreisatz und Prozent planen an einem Lernfeld mit hohem Übungsanteil.

Wichtig ist außerdem, den Bezug zur gestreckten Prüfung nicht überzustrapazieren: Nicht jede Reihe muss explizit als Prüfungsvorbereitung angekündigt werden, weil das bei Auszubildenden eher Druck als Motivation erzeugt. Es reicht, die Reihenfolge so zu wählen, dass die fachlichen Grundlagen zum passenden Zeitpunkt gefestigt sind, ohne die Prüfung in jeder Stunde in den Vordergrund zu stellen.

Handlungsprodukte als Zielpunkte jeder Lernsituation

Jede Lernsituation innerhalb der Reihe sollte auf ein konkretes Handlungsprodukt hinauslaufen: ein ausgefülltes Formular, eine Kalkulation, eine schriftliche Stellungnahme. Diese Produkte machen den Fortschritt der Reihe sichtbar und lassen sich am Ende auch zur Leistungsüberprüfung heranziehen, ohne dass dafür eine separate Prüfungssituation konstruiert werden muss.

Für die Reihenplanung bedeutet das, die Handlungsprodukte der einzelnen Lernsituationen von Anfang an so zu wählen, dass sie in ihrer Abfolge selbst eine Progression abbilden: vom einfachen Formular zu Beginn bis zur komplexeren Kalkulation am Ende der Reihe. Bei Konflikt- und Teammanagement in der Ausbildung kann das etwa von einer schriftlichen Fallanalyse zu Beginn bis zu einem moderierten Rollenspiel am Ende reichen.

Wie sich eine solche Produktprogression über eine ganze Reihe hinweg konkret staffeln lässt, zeigt der Artikel Unterrichtsreihe Inventur, Inventar und Bilanz: Aufgabenprogression von AFB I bis III am Beispiel dreier Anforderungsbereiche.

Handlungsprodukte lassen sich außerdem als roter Faden für die Klasse sichtbar machen, wenn sie über die Reihe hinweg gesammelt werden, etwa in einer fortlaufenden Mappe oder einem digitalen Ordner. So sehen Auszubildende am Ende der Reihe auf einen Blick, welchen Weg sie von der ersten einfachen Lernsituation bis zur komplexeren Abschlussaufgabe zurückgelegt haben, statt jede Stunde als isoliertes Ergebnis wahrzunehmen. Eine solche Sammlung eignet sich zudem als Gesprächsgrundlage, wenn Auszubildende ihren Ausbildungsbetrieben zeigen wollen, was in der Berufsschule konkret erarbeitet wurde.

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Aufbau einer Lernfeld-Reihe über das Ausbildungsjahr

Phase Inhalt Doppelstunden
Einstieg Erste, überschaubare Lernsituation mit klarer Lösung 1
Aufbau Zwei bis drei Lernsituationen mit steigendem Schwierigkeitsgrad 2–3
Transfer Lernsituation mit einem zweiten, andersartigen Betrieb 1
Vertiefung Lernsituation mit mehreren vertretbaren Lösungswegen 1
Sicherung Kurze Rückblenden verteilt über die gesamte Reihe eingebettet
Leistungsüberprüfung Fallbezogene Aufgabe, gestaffelt nach Anforderungsbereich 1
Anschluss Kurzer Ausblick auf das folgende Lernfeld eingebettet

Sicherung und Wiederholung über mehrere Doppelstunden verteilen

Eine Unterrichtsreihe, die sich über vier bis acht Doppelstunden erstreckt, braucht eingebaute Wiederholungspunkte, weil zwischen den Terminen oft mehrere Tage oder eine Woche liegen. Wer Sicherung nur am Ende der gesamten Reihe einplant, riskiert, dass frühere Lernsituationen bis dahin verblasst sind und die Reihe am Schluss mit reiner Wiederholung statt mit neuem Lernfortschritt endet.

Bewährt hat sich, jede zweite oder dritte Doppelstunde mit einer kurzen Rückblende auf die vorherige Lernsituation zu beginnen, die nicht mehr als fünf bis zehn Minuten braucht, aber den roten Faden der Reihe für die Klasse sichtbar hält. Diese Rückblenden lassen sich mit den Handlungsprodukten der vorherigen Stunden verknüpfen, statt sie als separate Wiederholungsfrage zu formulieren.

Bei Blockunterricht, in dem mehrere Doppelstunden derselben Reihe innerhalb einer Woche stattfinden, fallen diese Rückblenden naturgemäß kürzer aus, weil der letzte Termin erst wenige Tage zurückliegt. Bei wöchentlichem Teilzeitunterricht lohnt es sich dagegen, eine der Rückblenden etwas ausführlicher zu gestalten, wenn zwischen zwei Terminen ein Ferien- oder Feiertagsabstand liegt und der Bezug zur vorherigen Lernsituation entsprechend weiter zurückliegt als sonst üblich.

Leistungsüberprüfung am Ende der Reihe

Am Ende einer Lernfeld-Reihe steht in der Regel eine Form der Leistungsüberprüfung, die sich an den Handlungsprodukten der einzelnen Lernsituationen orientiert, statt isoliertes Faktenwissen abzufragen. Eine Reihe, die durchgehend mit Fallbeispielen gearbeitet hat, sollte auch am Ende mit einem Fallbeispiel prüfen, das in Umfang und Schwierigkeitsgrad zu den vorangegangenen Lernsituationen passt.

Sinnvoll ist es, die Aufgabenformate der Leistungsüberprüfung nach Anforderungsbereichen zu staffeln: reproduzierende Aufgaben für den Einstieg, anwendungsbezogene Aufgaben für den Hauptteil, und eine offenere Transferaufgabe am Ende, die einen Vorgang aus einem anderen Betrieb als dem geübten Beispiel behandelt. So lässt sich prüfen, ob die Klasse das Prinzip hinter der Lernsituation verstanden hat oder nur das konkrete Beispiel auswendig kennt.

Der Umfang der Leistungsüberprüfung sollte in einem angemessenen Verhältnis zur Länge der Reihe stehen: Eine vierstündige Reihe braucht keine ausufernde Prüfung, die selbst eine ganze Doppelstunde füllt, sondern eine kompakte Aufgabe, die in etwa der Hälfte der Zeit einer regulären Lernsituation zu bearbeiten ist. Eine längere Reihe mit sechs bis acht Doppelstunden kann dagegen eine umfangreichere Prüfung tragen, ohne die Klasse zu überfordern, sofern die Aufgabenformate bereits aus den vorangegangenen Lernsituationen bekannt sind.

Wie eine solche Leistungsüberprüfung am Ende einer Reihe konkret aufgebaut sein kann, beschreibt der Artikel Unterrichtsreihe Kostenrechnung und Kalkulation – Grundlagen planen.

Anschluss an das nächste Lernfeld

Eine Unterrichtsreihe endet selten vollständig isoliert, weil viele Lernfelder inhaltlich aufeinander aufbauen. Ein Anschlusshinweis am Ende der Reihe, der kurz benennt, wo die eben abgeschlossene Kompetenz im nächsten Lernfeld wieder gebraucht wird, hilft der Klasse, den Zusammenhang über das gesamte Ausbildungsjahr zu erkennen, statt jedes Lernfeld als abgeschlossenes Einzelthema wahrzunehmen.

Bei Lernfeldern aus dem Rechnungswesen ist dieser Anschluss besonders eng, weil spätere Reihen häufig auf Buchungssätzen und Kontenrahmen aufbauen, die in einer früheren Reihe eingeführt wurden. Wie ein solcher Anschluss konkret formuliert werden kann, zeigt der Artikel Unterrichtsreihe Grundlagen Rechnungswesen – Buchungssätze planen am Übergang zu weiterführenden Lernfeldern.

Ein knapper schriftlicher Überblick über die behandelten Lernfelder, den die Klasse über das gesamte Ausbildungsjahr fortführt, macht diese Anschlüsse zusätzlich sichtbar. Auszubildende können darin selbst nachschlagen, wann welches Lernfeld behandelt wurde, was besonders in Teilzeitunterricht mit größeren zeitlichen Abständen zwischen den Reihen hilfreich ist und beim Wiedereinstieg nach längeren betrieblichen Phasen Orientierung gibt.

Stolperstellen bei der Reihenplanung

Eine verbreitete Stolperstelle ist, eine Reihe nach der Gliederung eines Lehrbuchs statt nach der Logik des Lernfelds zu planen. Lehrbücher sind fachsystematisch aufgebaut, Lernfelder dagegen handlungssystematisch. Wer die Reihenfolge aus dem Lehrbuch übernimmt, riskiert, dass die Reihe zwar inhaltlich korrekt ist, aber keine erkennbare Handlungslogik für die Auszubildenden bietet.

Eine zweite Stolperstelle entsteht, wenn eine Reihe zu eng auf ein einzelnes Fallbeispiel zugeschnitten wird und Auszubildende das Prinzip nicht von der konkreten Ausprägung trennen können. Mindestens eine Lernsituation innerhalb der Reihe sollte deshalb einen zweiten, andersartigen Betrieb einbeziehen, damit der Transfer geübt wird, bevor er in der Leistungsüberprüfung verlangt wird.

Eine dritte Stolperstelle betrifft den Umgang mit Fehlzeiten: In Berufsschulklassen fällt eine Doppelstunde einer laufenden Reihe für einzelne Auszubildende häufiger aus als in Vollzeitschulformen, etwa wegen betrieblicher Termine. Ein kurzer schriftlicher Nachholauftrag zu jeder Lernsituation, der ohne mündliche Erklärung bearbeitbar ist, verhindert, dass Fehlende beim nächsten Termin den Anschluss verlieren. Wer eine einzelne Stunde daraus isoliert vorbereiten will, findet auf der Seite Unterrichtsvorbereitung Berufsschule: Lernfeld, Fall und Zeitplan die dafür passenden Fragen zur Einzelstunde.

Was eine Lernfeld-Reihe an der Berufsschule trägt

  • Eine Zerlegung des Lernfelds in mehrere Lernsituationen statt eine fachsystematische Stoffverteilung.
  • Eine Reihenfolge, die sich am Schwierigkeitsgrad und am Ausbildungsjahr der Klasse orientiert.
  • Eine Terminierung, die die gestreckte Abschlussprüfung im Blick behält, ohne Prüfungsinhalte vorwegzunehmen.
  • Ein eigenes Handlungsprodukt für jede Lernsituation als sichtbarer Zwischenschritt.
  • Eingebaute Wiederholungspunkte statt einer einzigen Sicherungsphase am Reihenende.
  • Eine Leistungsüberprüfung, die sich an den Handlungsprodukten der Reihe orientiert und nach Anforderungsbereichen staffelt.
  • Mindestens eine Lernsituation mit einem zweiten Betrieb, um Transfer vor der Prüfung zu üben.
  • Ein kurzer Anschlusshinweis auf das nächste Lernfeld am Ende der Reihe.

Diese Seite bündelt Planungsschritte für Lernfeld-Reihen an der Berufsschule. Passendes Material zu einzelnen Lernfeldern findet sich in der Kollektion Unterrichtsmaterial für WiSo, Recht und Wirtschaft in der Berufsschule.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich eine Lernfeld-Reihe von einer klassischen Stoffverteilung?

Eine Lernfeld-Reihe zerlegt eine berufliche Handlungskompetenz in mehrere aufeinander aufbauende Lernsituationen, von denen jede einen betrieblichen Vorgang abdeckt und mit einem Handlungsprodukt endet. Eine klassische Stoffverteilung folgt dagegen der fachsystematischen Gliederung eines Lehrbuchs. Die Lernfeld-Logik ist handlungsorientiert, die Stoffverteilung inhaltsorientiert, auch wenn beide am Ende ähnliche fachliche Themen behandeln können.

Wie viele Doppelstunden braucht eine Lernfeld-Reihe?

Das hängt von der Breite des Lernfelds ab. Ein eng gefasstes Lernfeld kommt mit vier bis fünf Doppelstunden aus, ein breiteres Lernfeld mit mehreren Teilkompetenzen kann sechs bis acht Doppelstunden füllen. Entscheidend ist nicht eine feste Zahl, sondern dass jede Lernsituation innerhalb der Reihe genug Zeit für ein eigenes, sauber abgeschlossenes Handlungsprodukt bekommt, bevor die nächste Lernsituation beginnt.

Wie berücksichtige ich die gestreckte Abschlussprüfung bei der Reihenplanung?

Indem die Inhalte eines Lernfelds so terminiert werden, dass sie rechtzeitig vor dem jeweiligen Prüfungsteil abgeschlossen sind, mit ausreichend Puffer für Wiederholung. Konkrete Prüfungsschwerpunkte oder -termine legt die zuständige Kammer fest und werden hier nicht vorweggenommen. Die Reihenplanung orientiert sich an der allgemeinen zeitlichen Lage der beiden Prüfungsteile im Ausbildungsverlauf.

Warum braucht jede Lernsituation ein eigenes Handlungsprodukt?

Ein Handlungsprodukt macht sichtbar, ob eine Lernsituation verstanden wurde, und lässt sich am Ende der Reihe zur Leistungsüberprüfung heranziehen, ohne eine separate Prüfungssituation zu konstruieren. Werden die Produkte der einzelnen Lernsituationen zusätzlich in ihrer Abfolge anspruchsvoller gestaltet, bildet die Reihe selbst eine Progression ab, die für die Klasse nachvollziehbar bleibt.

Wie plane ich Sicherung und Wiederholung über eine mehrwöchige Reihe hinweg?

Am besten mit kurzen Rückblenden von fünf bis zehn Minuten zu Beginn jeder zweiten oder dritten Doppelstunde, statt Sicherung ausschließlich ans Reihenende zu legen. Diese Rückblenden lassen sich an den Handlungsprodukten der vorherigen Lernsituationen aufhängen, sodass sie den roten Faden der Reihe sichtbar halten, statt als isolierte Wiederholungsfrage zu wirken.

Ist das Material ministeriell geprüft oder an eine bestimmte Prüfungsordnung angepasst?

Nein. Das Material ist nicht ministeriell geprüft und bildet keine bestimmte Prüfungsordnung oder Kammervorgabe ab. Es liefert eine Struktur für Lernfeld-Reihen mit Fallbeispielen und Handlungsprodukten, die Lehrkräfte an ihr Bundesland, ihren Ausbildungsberuf und die Vorgaben der zuständigen Kammer und Ausbildungsordnung selbst anpassen müssen, bevor sie es im Unterricht einsetzen.