Sexualkunde – Unterrichtsreihe Sekundarstufe I
Führt von den Veränderungen in der Pubertät über Fortpflanzung bis zu Verantwortung und Aufklärung.
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Biologie · Sexualerziehung · Sek I (Klasse 5–10)
Unterrichtsmaterial für die Sexualerziehung in der Sekundarstufe I. Sie erhalten eine vollständige Reihe zu Pubertät, Fortpflanzung und Verantwortung, ergänzt um Material zu Organsystemen, Sinnen und den physiologischen Vorgängen in Schwangerschaft und Stillzeit – jeweils mit Aufgaben und Lösungen.
Kurz gesagt: Sexualerziehung gelingt, wenn drei Dinge zusammenkommen: eine klare fachliche Struktur, eine verbindliche Fachsprache und ein geschützter Gesprächsrahmen. Die Materialien auf dieser Seite führen von den körperlichen und hormonellen Veränderungen der Pubertät über Bau und Funktion der Geschlechtsorgane und den Ablauf der Befruchtung bis zu Schwangerschaft, Geburt und der Frage nach Verantwortung in Beziehungen. Alle Aufgaben sind so gestaltet, dass sie ohne persönliche Offenlegung bearbeitet werden können.
Kaum ein Thema des Biologieunterrichts berührt die Lebenswelt der Lernenden so unmittelbar wie die Sexualerziehung – und kaum ein Thema ist so anfällig für Unsicherheit auf beiden Seiten des Pults. In einer siebten Klasse sitzen Jugendliche, die die Pubertät bereits hinter sich haben, neben solchen, bei denen sie noch nicht begonnen hat. Vorwissen, Wortschatz und Schamgrenzen gehen weit auseinander, und ein Teil des Wissens stammt aus Quellen, die weder fachlich zutreffend noch altersangemessen sind. Genau deshalb braucht der Unterricht eine Struktur, die nicht vom Zufall der Zwischenfragen abhängt, sondern die Inhalte in einer nachvollziehbaren Reihenfolge aufbaut.
Fachsprache ist dabei kein Selbstzweck, sondern das wichtigste Entlastungsinstrument. Wer über Eileiter, Gebärmutterschleimhaut, Zyklus und Befruchtung mit präzisen Begriffen spricht, verlagert das Gespräch von der persönlichen auf die sachliche Ebene – Kichern und Verlegenheit gehen spürbar zurück, sobald die Klasse merkt, dass hier Biologie und nicht Privatleben verhandelt wird. Die Reihen dieser Seite führen die Begriffe deshalb früh und systematisch ein, arbeiten mit beschrifteten Schemazeichnungen statt mit Andeutungen und trennen konsequent zwischen naturwissenschaftlich beschreibbaren Vorgängen und Fragen, die in den Bereich persönlicher Wertentscheidungen fallen.
Die folgenden Reihen decken den Weg von der Pubertät über die Organsysteme bis zu Schwangerschaft und Stillzeit ab.
Führt von den Veränderungen in der Pubertät über Fortpflanzung bis zu Verantwortung und Aufklärung.
Ordnet die Organsysteme des Menschen und schafft die anatomische Grundlage für das Thema.
Erklärt den veränderten Stoffwechsel in Schwangerschaft, Stillzeit und unter Belastung.
Sinne und Sinnesorgane als anschlussfähiger Baustein der Humanbiologie in Klasse 5 bis 7.
Bündelt die zentralen Themen der Sekundarstufe I von Klasse 5 bis Klasse 10.
Bewährt hat sich eine Reihenfolge, die vom eigenen Körper zum biologischen Vorgang und erst dann zur sozialen Dimension führt. Am Anfang steht die Pubertät: hormonell gesteuerte Veränderungen, unterschiedliche Zeitpunkte des Einsetzens, die Bandbreite des Normalen. Danach folgen Bau und Funktion der Geschlechtsorgane mit beschrifteten Schemata, anschließend der weibliche Zyklus, Befruchtung, Einnistung und die Entwicklung des Embryos. Verhütung, Schwangerschaftsverlauf und Geburt schließen den fachlichen Teil ab. Fragen nach Grenzen, Einverständnis und Verantwortung bilden den Abschluss – sie sind dann anschlussfähig, weil die sachlichen Begriffe bereits geklärt sind.
Für den organisatorischen Rahmen empfiehlt sich, die Eltern vorab schriftlich über Inhalte und Ablauf zu informieren; das ist in mehreren Ländern ohnehin vorgesehen und nimmt Konflikten die Grundlage. Im Unterricht selbst helfen drei Vereinbarungen: eine anonyme Fragebox, die zu Beginn jeder Stunde geleert wird, die ausdrückliche Regel, dass niemand über sich selbst sprechen muss, und die Zusage, dass jede sachlich gestellte Frage eine sachliche Antwort erhält. Gruppenarbeit in getrennten Konstellationen kann punktuell sinnvoll sein, sollte aber nicht zum Dauerzustand werden – die gemeinsame Auswertung im Plenum ist Teil des Lernziels.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Klasse 5/6 | Einstieg | Körperliche Veränderungen in der Pubertät beobachten, beschreiben und ordnen |
| Klasse 7/8 | Aufbau | Geschlechtsorgane, Zyklus und Befruchtung mit korrekter Fachsprache erklären |
| Klasse 9/10 | Vertiefung | Schwangerschaft, Verhütung und Verantwortung fachlich begründet bewerten |
Die Heterogenität ist in diesem Thema weniger eine Frage der Leistungsstärke als des Vorwissens und der Sprache. Für Lernende mit geringem Fachwortschatz oder nicht deutscher Erstsprache lohnt sich ein zweisprachiges Begriffsblatt mit Schemazeichnung, auf das während der gesamten Reihe zurückgegriffen wird; beschriftete Abbildungen tragen hier weiter als lange Fließtexte. Leistungsstärkere Lerngruppen können denselben Sachverhalt in einer anderen Darstellungsform bearbeiten – etwa ein Zyklusdiagramm auswerten, hormonelle Regelkreise als Wirkungsgefüge darstellen oder eine altersgerechte Erklärung für jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler formulieren.
Bei der Bewertung sollte ausschließlich das fachliche Wissen zählen: Kennen und korrektes Verwenden der Fachbegriffe, Beschriften von Schemata, Beschreiben von Abläufen, Auswerten einfacher Daten. Persönliche Einstellungen, Erfahrungen oder Meinungen sind kein Bewertungsgegenstand – das gehört zu Beginn der Reihe transparent gemacht. Klassenarbeiten lassen sich problemlos mit Zuordnungs-, Beschriftungs- und Erklärungsaufgaben bestreiten. Wo Bewertungsaufgaben vorgesehen sind, sollte die Aufgabenstellung eine begründete Position verlangen, nicht eine bestimmte Position.
Sexualerziehung ist in allen Bundesländern verbindlicher Bestandteil des schulischen Bildungsauftrags und in Schulgesetzen sowie Richtlinien der Länder geregelt. Sie ist als fächerübergreifende Aufgabe angelegt, hat ihren fachlichen Schwerpunkt aber im Biologieunterricht der Sekundarstufe I. Die Kernlehrpläne ordnen die Inhalte typischerweise zwei Stationen zu: den körperlichen Veränderungen der Pubertät in Klasse 5 oder 6 und dem Komplex aus Fortpflanzung, Schwangerschaft, Verhütung und sexuell übertragbaren Infektionen in Klasse 8 bis 10. Die Reihen dieser Seite folgen dieser Zweiteilung und lassen sich deshalb ohne Umbau in eine bestehende Jahresplanung einfügen.
Zum rechtlichen Rahmen gehört die Informationspflicht der Schule: Eltern sind rechtzeitig über Ziele, Inhalte und Formen der Sexualerziehung zu unterrichten, in der Regel über einen Elternabend oder ein Elternschreiben. Ein Abmelderecht vom Biologieunterricht besteht dabei nicht, wohl aber der Anspruch auf Zurückhaltung gegenüber der weltanschaulichen Prägung des Elternhauses. Für den Unterricht heißt das konkret: Der Stoff wird sachlich und vollständig behandelt, unterschiedliche Wertvorstellungen werden benannt, ohne dass eine davon zur verbindlichen Norm erklärt wird. Diese Trennung von Sachwissen und Wertfrage ist in den Materialien durchgängig angelegt.
Biologie der Pandemie (Kl. 6–8)
FachKomplett Biologie – über 100 ReihenDie Lehrpläne sehen in der Regel zwei Durchgänge vor: einen ersten in Klasse 5 oder 6 zu den körperlichen Veränderungen der Pubertät und einen zweiten in Klasse 8 bis 10 zu Fortpflanzung, Schwangerschaft, Verhütung und sexuell übertragbaren Infektionen. Die Materialien dieser Seite sind so aufgebaut, dass sich beide Durchgänge abdecken lassen.
Hilfreich sind drei Vereinbarungen zu Beginn der Reihe: eine anonyme Fragebox, die Regel, dass niemand über sich selbst sprechen muss, und die Zusage einer sachlichen Antwort auf jede sachlich gestellte Frage. Fachbegriffe früh einzuführen wirkt zusätzlich entlastend, weil das Gespräch dadurch auf der biologischen Ebene bleibt.
Verbindlich sind in allen Ländern die körperlichen und hormonellen Veränderungen der Pubertät, Bau und Funktion der Geschlechtsorgane, der weibliche Zyklus, Befruchtung und Schwangerschaft sowie Empfängnisverhütung und der Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen. Formulierung und Zuordnung zu den Jahrgangsstufen unterscheiden sich zwischen den Ländern, der inhaltliche Kern ist jedoch weitgehend identisch.
Die Schulgesetze und Richtlinien der Länder sehen vor, dass Eltern rechtzeitig über Ziele, Inhalte und Formen der Sexualerziehung informiert werden, üblicherweise über einen Elternabend oder ein Elternschreiben. Ein Abmelderecht vom Biologieunterricht ist damit nicht verbunden; die Schule ist jedoch zu weltanschaulicher Zurückhaltung verpflichtet.
Zu den Aufgaben gehören ausgearbeitete Lösungen, bei Beschriftungsaufgaben in Form vollständig beschrifteter Schemata. Bei offenen Aufgaben ist angegeben, welche Aspekte eine tragfähige Antwort enthalten sollte, damit auch abweichende Formulierungen zuverlässig eingeordnet werden können.
Die Reihen sind als druckfertige Dateien für den unmittelbaren Einsatz sowie in bearbeitbarer Form angelegt, sodass Sie Aufgaben streichen, ergänzen oder sprachlich an Ihre Lerngruppe anpassen können. Das ist gerade in diesem Thema nützlich, weil Wortwahl und Ausführlichkeit stark vom Alter und vom Vorwissen der Klasse abhängen.