Sparpaket Schauspieltraining: Körper, Stimme, Rolle
Die drei Grundlagenreihen gebündelt – als vollständige Einstiegsphase des Kurses.
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Darstellendes Spiel · Schauspieltraining · Sek II (Klasse 11–13)
Drei aufeinander aufbauende Unterrichtsreihen für die Grundlagenarbeit im Kurs Darstellendes Spiel: Körper und Bewegung im Raum, Stimme und Sprechen auf der Bühne sowie Rolle und Figurenentwicklung. Jede Reihe liefert Übungsfolgen, Aufgaben für die Spielenden und Bögen zur Reflexion.
Kurz gesagt: Das Schauspieltraining bildet die Basis jedes Kurses Darstellendes Spiel: Körperarbeit im Raum, Stimme und Sprechen sowie die Entwicklung einer Bühnenfigur. Die drei Reihen enthalten aufeinander aufbauende Übungsfolgen mit Beobachtungsaufträgen und Reflexionsbögen und lassen sich einzeln oder als Sparpaket einsetzen.
Ein Kurs im Darstellenden Spiel beginnt fast nie mit einer homogenen Gruppe: Einige Lernende haben Theatererfahrung aus einer AG, andere haben das Fach gewählt, weil es kein zweites Klausurfach verlangt. Ein gemeinsames Grundlagentraining schafft hier die notwendige gemeinsame Ausgangsbasis. Es macht die Mittel des Theaters – Körper, Stimme, Raum, Zeit – als handwerkliche Kategorien verfügbar und ersetzt das diffuse Ziel, gut zu spielen, durch überprüfbare Kriterien wie Präsenz, Tempo, Fokus oder Lautstärke.
Ebenso wichtig ist der Aufbau einer Arbeitshaltung. Theaterarbeit verlangt Konzentration in Bewegung, Vertrauen in die Gruppe und die Bereitschaft, sich beobachten zu lassen. Diese Haltung entsteht nicht durch Ermahnung, sondern durch Rituale: ein gleichbleibender Aufwärmteil, klare Signale für Beginn und Ende einer Übung, ein festes Format für die Rückmeldung. Wer diese Struktur in den ersten Wochen etabliert, kann später mit derselben Gruppe wesentlich schneller in eine Inszenierungsarbeit einsteigen.
Die drei Grundlagenreihen lassen sich einzeln oder in der vorgesehenen Reihenfolge einsetzen; das Sparpaket bündelt sie, das XXL-Paket ergänzt die weiteren Themenfelder des Kurses.
Die drei Grundlagenreihen gebündelt – als vollständige Einstiegsphase des Kurses.
Übungen zu Präsenz, Gang, Tempo und Raumwegen mit Beobachtungsaufträgen.
Atem, Artikulation und Sprechhaltungen – vom Chorsprechen bis zum Monolog.
Von Statusarbeit und Figurenmerkmalen zur eigenständig entwickelten Bühnenfigur.
Alle Themenfelder des Kurses von der Grundlagenphase bis zur Aufführung.
Bewährt hat sich ein gleichbleibender Stundenaufbau: Aufwärmen im Raum, eine Fokusübung, der inhaltliche Schwerpunkt der Stunde, eine kurze Präsentationsphase und die Reflexion im Kreis. Die Körperarbeit steht am Anfang, weil sie am wenigsten Hemmungen auslöst – Gehen im Raum, Tempowechsel auf Signal, Erstarren und Weitergehen verlangen kein Sprechen vor der Gruppe. Erst wenn die Lerngruppe sich im Raum sicher bewegt, kommen Blickkontakt, Status und Kontaktimprovisationen hinzu.
Die Stimmarbeit folgt demselben Prinzip der schrittweisen Exposition: zuerst chorisches Sprechen, bei dem die einzelne Stimme geschützt ist, dann Sprechen zu zweit, schließlich der kurze Solotext. Für die Rollenarbeit hat sich der Weg über äußere Merkmale bewährt – Gang, Haltung, Tempo, Blick –, weil er konkreter ist als die Frage nach dem Gefühl der Figur. Aus der äußeren Beschreibung entsteht in der Regel von selbst eine innere Haltung, die die Lernenden anschließend im Rollenbogen festhalten und in der Reflexion begründen können.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Klasse 11 (EF) | Grundlagenphase | Körper, Stimme, Raum und verbindliche Ensembleregeln |
| Klasse 12 (Q1) | Vertiefung | Rolle, Dramaturgie und erstes Inszenierungskonzept |
| Klasse 13 (Q2) | Projektphase | Eigenproduktion, Aufführung und schriftliche Reflexion |
Im Darstellenden Spiel differenziert sich weniger über die Aufgabenschwierigkeit als über die Sichtbarkeit. Zurückhaltende Lernende können zunächst in der Gruppe oder im Chor agieren, Beobachtungsaufträge übernehmen oder in der Regieposition arbeiten; spielfreudige Lernende erhalten Soloaufgaben mit erhöhtem Anspruch an Präzision statt an Lautstärke. Wichtig ist, dass jede Rolle im Prozess – Spielende, Beobachtende, Regieführende – als gleichwertige Leistung behandelt wird, sonst entsteht ein Vorrang der Extrovertierten.
Bewertet wird sinnvollerweise nicht das Talent, sondern die überprüfbare Arbeit: Verlässlichkeit im Ensemble, Umsetzung einer Spielvorgabe, erkennbare Weiterentwicklung einer Figur, Qualität der Rückmeldung an andere sowie die schriftliche Reflexion des eigenen Vorgehens. Diese Kriterien sollten der Lerngruppe vor der ersten Präsentation bekannt sein. Für die Rückmeldung eignet sich eine feste Reihenfolge: zuerst beschreiben, was zu sehen war, dann die Wirkung benennen, erst zuletzt einen Änderungsvorschlag formulieren.
Darstellendes Spiel wird in den Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen geführt – Darstellendes Spiel, Theater oder Literatur und Theater – folgt aber überwiegend derselben Kompetenzstruktur: Gestaltungskompetenz in den theatralen Mitteln, Rezeptions- und Analysekompetenz gegenüber Aufführungen sowie Reflexionskompetenz über den eigenen Arbeitsprozess. Die Grundlagenreihen bedienen vor allem den ersten Bereich und legen zugleich das Vokabular an, mit dem später analysiert und reflektiert wird.
Als Leistungsnachweise sind in der Regel praktische Präsentationen mit begleitender schriftlicher Arbeit vorgesehen: ein Portfolio zum Arbeitsprozess, eine Rollenbiografie, ein Inszenierungskonzept oder eine Theaterkritik. Wo das Fach als Abiturfach gewählt werden kann, besteht die Prüfung meist aus einem praktischen und einem mündlichen Teil. Die in den Reihen enthaltenen Reflexionsbögen lassen sich unmittelbar als Vorstufe solcher Portfolioteile nutzen, weil sie Beobachtung, Fachbegriff und Begründung verbinden.
Szenische Interpretation: vom Text zur Szene
Regie und Inszenierungskonzept
Bühnenbild, Licht und Kostüm
Eigenproduktion: ein Stück entwickeln
Aufführung, Präsentation und Theaterkritik
Sparpaket Dramaturgie & InszenierungFür die Grundlagenarbeit genügt ein Raum, in dem sich die Gruppe frei bewegen kann – ein leergeräumter Klassenraum, eine Aula oder eine Turnhalle. Wichtig sind eine freie Fläche, ein klar markierter Spielbereich und eine Sitzordnung für die Beobachtenden. Bühne, Licht und Technik werden erst in der Projektphase relevant und lassen sich dort auch behelfsmäßig lösen.
Jede der drei Grundlagenreihen ist als zusammenhängende Unterrichtseinheit angelegt und in mehrere Einheiten gegliedert, die sich in Doppelstunden umsetzen lassen. Da Theaterarbeit stark von der Gruppengröße und der Präsentationsdauer abhängt, sind die Einheiten bewusst modular: Sie können Übungen weglassen oder wiederholen, ohne den Aufbau zu verlieren.
Bewertet wird der Arbeitsprozess anhand vorher bekannter Kriterien: Umsetzung der Spielvorgabe, Präsenz und Verlässlichkeit im Ensemble, erkennbare Entwicklung der Figur sowie die Qualität von Rückmeldung und schriftlicher Reflexion. Talent oder Extrovertiertheit sind keine Bewertungskriterien; die Reflexionsbögen aus dem Material dienen dabei als Belegquelle.
Ja. Die Übungsfolgen sind nicht an einen Kursplan gebunden und lassen sich in einer AG ebenso einsetzen, meist sogar mit größerer zeitlicher Freiheit. Verzichten können Sie dort auf die Bewertungsraster; die Reflexionsbögen bleiben trotzdem sinnvoll, weil sie den Probenprozess dokumentieren.
Hilfreich sind gestufte Formate: Zuerst agiert die ganze Gruppe gleichzeitig, dann Kleingruppen, erst danach einzelne Spielende vor Publikum. Wer sich unwohl fühlt, kann zunächst Beobachtungs- oder Regieaufgaben übernehmen. Erfahrungsgemäß sinkt die Hemmschwelle deutlich, sobald die Rückmeldung nach festen Regeln erfolgt und niemand bewertet, ob jemand „gut“ war.
Die Reihen liegen als digitale Dateien zum Download vor und sind bearbeitbar. Sie können Übungsbeschreibungen kürzen, Reflexionsbögen an Ihre Bewertungskriterien anpassen oder einzelne Karten für die Hand der Spielenden ausdrucken.