Unterrichtsreihe
Eine Ausstellung kuratieren
Drei Reparaturstadien im Eingangsbereich werden mit begründeter Reihenfolge und Textkarten angeordnet.
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Gestaltung Berufsschule · Projekt und Präsentation
Eine Ausstellung im Foyer lässt sich aus vier Unterrichtsreihen entwickeln, vom Objekt über das Modellfenster bis zur Wegeführung. Diese Seite zeigt, wie Sie das Projekt aufbauen und die Ergebnisse prüfen.
Wie plant man eine Ausstellung im Berufsschulunterricht? Man beginnt nicht mit der Hängung, sondern mit der Frage, was Besucher verstehen sollen. In Eine Ausstellung kuratieren legen die Lernenden die Reihenfolge fest und prüfen sie an Gästen. Objektkunst aus Restmaterial liefert die Exponate, Schaufenster im Modell übt die Anordnung aus Kundensicht, und Licht und Schatten inszenieren zeigt, wie Beleuchtung die Wahrnehmung steuert. Jede Reihe umfasst 8 × 45 Minuten und eine Praxisprüfung. Weitere Reihen finden Sie in der Kollektion Kunst & Gestaltung Berufsschule.
Ein Ausstellungsprojekt scheitert in der Berufsschule selten an der Idee, sondern an der Reihenfolge. Wenn drei Werkstattarbeiten im Foyer hängen, fragen Besucher zuerst, wo sie anfangen sollen. In der Reihe Eine Ausstellung kuratieren beantwortet die Klasse diese Frage bewusst. Die Reihenfolge gibt einer Ausstellung eine Lesart: Ein Anfang mit der Probe erzählt Entwicklung, ein Anfang mit dem fertigen Objekt erzeugt die Frage nach dem Wie. Die Lernenden entscheiden, welches Wissen die Gäste am Anfang mitbringen.
Der Auftrag verlangt eine kleine Ausstellung über Entscheidungen im Entwurf, nicht über Leistungen. Als Beispiel zeigt ein Ausbildungsbetrieb drei Reparaturstadien im Eingangsbereich. Eine tragfähige Lösung beginnt mit einem beschädigten Teil, das die Frage eröffnet, lässt die Werkzeugspur den Eingriff erklären und macht am Ergebnis sichtbar, was erhalten blieb. Materialien sind drei eigene oder fiktive Werkproben, eine Kartonunterlage und kleine Textkarten.
Geprüft wird mit echten Gästen. Zwei Personen beginnen in der Mitte und verpassen den Einstieg? Dann ist das ein Befund, kein Fehler der Gäste. Die Klasse verschiebt Beschriftungen nur aufgrund beobachteter Suchwege und nicht nach Gefühl. Bewertet werden begründete Reihenfolge, objektbezogene Texte und Orientierung im Raum.
Damit eine Ausstellung etwas zu zeigen hat, braucht die Klasse eigene Objekte. In Objektkunst aus Restmaterial entsteht ein Tischobjekt für einen Pausenraum aus sauberen Reststücken, Thema Gleichgewicht. Die Kernunterscheidung ist knapp: Visuelles Gewicht und tatsächliche Masse können auseinanderfallen. Eine große dunkle Fläche kann schwer wirken, obwohl sie aus leichtem Karton besteht. Die Lernenden prüfen deshalb die optische Balance im Foto und die Standfestigkeit am Modell getrennt.
Der Entwurf muss auch ohne Kleben überprüfbar sein. Praktisch heißt das: Eine Verschiebung, ein neues Foto, eine Standprobe. Fällt ein Bauteil nach jedem Verschieben ab, trägt die Verbindung nicht, und die Gruppe sucht eine sichtbare Bindung, die zugleich die Richtung der geneigten Form wiederholt. Als Material genügen leichte Kartonreste, Papierhülsen und Schnur. Scharfe oder schwere Fundteile bleiben bewusst ausgeschlossen, was die Aufsicht erleichtert.
Für Klassen im Einzelhandel und in der Dekoration ist Schaufenster im Modell der natürliche Zugang zur Präsentation. Ein Schreibwarenladen stellt handgebundene Hefte vor, und die Lernenden planen ein Miniaturschaufenster in einem Schuhkarton oder einer Faltbühne mit einem Fokusprodukt statt einer Wand voller gleich lauter Angebote. Drei unterschiedlich hohe Sockel genügen nicht: Der teuerste Sockel ist nutzlos, wenn sein Hintergrund mit dem Produkt verschmilzt. Kontrolliert wird aus Augenhöhe und schräg von der Seite, bevor etwas festgeklebt wird.
Der typische Konflikt ist banal und lehrreich: Ein Preisschild verdeckt den Einband des wichtigsten Hefts. Die Schüler sehen das erst im Seitenblick. Beurteilt werden sichtbarer Schwerpunkt, räumliche Staffelung und freie Sicht aus zwei Winkeln.
Ob im Foyer oder im Fenster, Licht entscheidet über die Lesbarkeit. Die Reihe Licht und Schatten inszenieren hält das Objekt unverändert und variiert nur die Beleuchtung: eine kleine Papierplastik soll auf zwei Fotos einmal ruhig und einmal dramatisch erscheinen. Streiflicht hebt eine Falzkante hervor, eine größere indirekte Quelle macht Übergänge weicher. Wird das dramatische Foto nur dunkler, ist noch nichts inszeniert. Der Lichtplan muss erklären, warum der Eigenschatten am Objekt und der Schlagschatten auf der Fläche anders fallen.
Jede der vier Reihen läuft über 8 × 45 Minuten plus 90 Minuten Praxisprüfung. Sie können sie nacheinander unterrichten oder die Reihen auf Gruppen verteilen und die Ergebnisse am Ende gemeinsam im Foyer zeigen: Objekte aus BK19, ein Modellfenster aus BK11, Lichtfotos aus BK16 und die Wegeführung aus BK20.
Für den Tag der Präsentation hilft eine einfache Rollenverteilung: Eine Gruppe beobachtet die Suchwege der Gäste, eine zweite notiert, welche Textkarte zuerst gelesen wird, eine dritte fotografiert die Situation aus Besucherhöhe. Ihre Beobachtungen fließen in die Revision ein, die in jeder Reihe vorgesehen ist. So wird aus der Eröffnung kein Ausstellungsfest ohne Auswertung, sondern der letzte Test des Projekts. Planen Sie dafür 20 Minuten Gespräch ein, bevor die Exponate abgebaut werden.
Jede Reihe kostet einzeln 39,90 € als Einzellizenz oder 199,50 € als Schullizenz.
Unterrichtsreihe
Drei Reparaturstadien im Eingangsbereich werden mit begründeter Reihenfolge und Textkarten angeordnet.
Unterrichtsreihe
Ein Tischobjekt zum Thema Gleichgewicht wird aus Kartonresten gebaut und per Standprobe geprüft.
Unterrichtsreihe
Eine Dose und zwei Nachfüllpacks erhalten im Schuhkarton eine Bühne, geprüft aus zwei Blickwinkeln.
Unterrichtsreihe
Eine gefaltete Papierplastik wird mit Streiflicht und mit indirektem Licht zweimal fotografiert.
Gesamtpaket
Alle 20 Reihen als Einzeldownloads: Wer sie einzeln kauft, zahlt 20 × 39,90 € = 798,00 €.
| Baustein im Ausstellungsprojekt | Reihe | Frage, die geprüft wird | Beobachtung bei Gästen |
|---|---|---|---|
| Wegeführung und Texte | BK20 Eine Ausstellung kuratieren | Welche Reihenfolge erklärt den Gestaltungsprozess? | Wo beginnen Besucher, wo suchen sie? |
| Objekte | BK19 Objektkunst aus Restmaterial | Wirkt das Objekt spannungsvoll und steht es trotzdem sicher? | Standprobe nach kleiner Verschiebung |
| Modellschaufenster | BK11 Schaufenster im Modell | Ist das Fokusprodukt aus zwei Winkeln frei sichtbar? | Blick aus Augenhöhe und von der Seite |
| Beleuchtung | BK16 Licht und Schatten inszenieren | Welche Lichtgröße verändert die Schattenhärte? | Zwei Fotos, ein veränderter Faktor |
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Nein. Die Reihe arbeitet mit drei Werkproben auf Kartonunterlage und kleinen Textkarten, die auf einem Tisch oder an einer Stellwand angeordnet werden. Das Foyer ist ein Anlass, kein Muss.
Beides ist möglich. Die Lernenden dürfen eigene oder fiktive Werkproben verwenden. Bewertet wird die Entscheidung über Reihenfolge und Text, nicht der Wert der Stücke.
Die Reihe verlangt zwei getrennte Prüfungen, optische Balance im Foto und Standfestigkeit am Modell, und eine begründete Verbindung. Der Test ohne Kleber zeigt, ob die Konstruktion trägt.
Die Praxisprüfung ist eine Einzelleistung mit 90 Minuten und 40 Punkten: Planung 8, Umsetzung 16, Test und Revision 8, fachliche Begründung 8. Das Projekt im Unterricht kann als Gruppenarbeit laufen, die Prüfung bleibt individuell.
Sie sind keinem einzelnen Rahmenlehrplan zugeordnet und folgen beruflichen Gestaltungsaufträgen. Falls etwas nicht zu Ihren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen das Material für Sie an.
Ja. Jede Reihe ist einzeln für 39,90 € als Einzellizenz oder 199,50 € als Schullizenz erhältlich. Im FachKomplett sind alle 20 Reihen enthalten.