Lernheft: Kommunikationsmodelle im Fach Deutsch
Übersicht über die zentralen Modelle in einer Fassung für die Hand der Lernenden.
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Deutsch · Inhaltsfeld Kommunikation · Sek II / Abitur
Fünf Materialpakete zum Inhaltsfeld Kommunikation in der gymnasialen Oberstufe: Kommunikationsmodelle, Kommunikationsfunktionen und -rollen sowie Monolog und Dialog als literarische Gesprächsformen. Reihen für den Unterricht, Lernhefte für die Hand der Lernenden und ein Sparpaket, das die Themen bündelt.
Kurz gesagt: Das Inhaltsfeld Kommunikation verbindet theoretische Modelle mit der Analyse konkreter Gespräche. Erwartet werden die Kenntnis mehrerer Kommunikationsmodelle, die Unterscheidung von Kommunikationsfunktionen und -rollen sowie die Fähigkeit, ein Gespräch – etwa in einem Dramentext – strukturiert zu analysieren und dabei Modell und Textbeleg aufeinander zu beziehen.
Kommunikationsmodelle gehören zu den beliebtesten Inhalten des Deutschunterrichts – und zu denen, die in Klausuren am häufigsten unterlaufen werden. Der Grund ist immer derselbe: Das Modell wird korrekt wiedergegeben, aber nicht am Text gezeigt. Wer die vier Seiten einer Nachricht benennt, ohne eine Äußerung aus dem Text daraufhin zu befragen, hat noch nichts analysiert. Die Reihen auf dieser Seite sind deshalb so aufgebaut, dass jede Modellstufe unmittelbar an Material erprobt wird, bevor die nächste eingeführt wird.
Hinzu kommt der Anspruch, die Modelle gegeneinander abzuwägen. Ein Sender-Empfänger-Modell erklärt Störungen auf der Übertragungsebene, sagt aber nichts über Beziehungen; ein Modell mit Inhalts- und Beziehungsaspekt erfasst diese, blendet dafür institutionelle Rahmenbedingungen aus. Diese Grenzen zu erkennen ist keine Zusatzleistung, sondern genau die Urteilskompetenz, die die Oberstufe verlangt. Erst dadurch wird aus Modellwissen ein Werkzeug, mit dem sich auch politische Reden, mediale Gesprächsformate oder literarische Dialoge erschließen lassen.
Die folgenden Pakete decken die drei Schwerpunkte des Inhaltsfelds ab und liegen jeweils als Unterrichtsreihe und als Lernheft vor.
Übersicht über die zentralen Modelle in einer Fassung für die Hand der Lernenden.
Vollständiger Unterrichtsgang von der Modelleinführung bis zur Anwendung am Text.
Reihe zu Sprachfunktionen, Rollenverteilung und Gesprächsverhalten in Situationen.
Material zur literarischen Gesprächsform – Grundlage für die Gesprächsanalyse im Drama.
Gebündeltes Material zum gesamten Inhaltsfeld für die gymnasiale Oberstufe.
Als Einstieg eignet sich ein kurzer, missglückter Alltagsdialog – wenige Zeilen genügen. Die Lerngruppe beschreibt zunächst nur, was schiefgegangen ist, und zwar in Alltagssprache. Erst danach wird das erste Modell eingeführt, mit dem sich die Beobachtung präzisieren lässt: Der Streit betraf nicht den Sachinhalt, sondern die Beziehungsebene. Dieser Weg vom Phänomen zum Begriff verhindert, dass Modelle als auswendig zu lernende Schemata erscheinen. Anschließend kommen weitere Modelle hinzu, jeweils mit einem Beispiel, das das vorherige Modell nicht erfassen konnte.
Im zweiten Schritt wechseln Sie zum literarischen Text. Bewährt hat sich eine Dramenszene mit klarem Machtgefälle, an der sich Redeanteile, Sprecherwechsel, Unterbrechungen und Fragetypen auszählen und deuten lassen. Die Lernenden erstellen zunächst eine formale Beschreibung des Gesprächsverlaufs, ordnen dann jeder Auffälligkeit eine Funktion zu und formulieren erst am Ende eine Deutung des Figurenverhältnisses. Der Monolog wird als Sonderfall dagegengestellt: Wer spricht hier zu wem, und was verrät die Abwesenheit eines Gegenübers?
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| EF | Grundlagen der Kommunikation | Modelle und Axiome einführen und an Alltagsbeispielen erproben |
| Q1 | Vertiefung | Kommunikationsfunktionen, Rollen und Konventionen in unterschiedlichen Situationen |
| Q2 | Abiturvorbereitung | Gesprächsanalyse in Dramentexten sowie Monolog und Dialog als Gestaltungsmittel |
Die Spannweite in einer Lerngruppe zeigt sich hier weniger beim Modellwissen als beim Belegen. Für Lernende, denen der Schritt vom Text zur Deutung schwerfällt, hilft ein Analyseraster mit festen Spalten: Zitat, sprachliche Auffälligkeit, Modellbezug, Deutung. Leistungsstärkere Lernende arbeiten ohne Raster und begründen zusätzlich, welches Modell den Fall am besten erfasst und wo es an Grenzen stößt. Da alle Materialien bearbeitbar sind, lassen sich Raster und Aufgabenstellungen ohne Aufwand an Ihre Lerngruppe anpassen.
Für die Leistungsbewertung eignet sich die Analyse einer Gesprächssequenz mit weiterführendem Auftrag: etwa die Frage, ob sich das Figurenverhältnis mit einem einzigen Modell angemessen beschreiben lässt, oder ein Vergleich zweier Gesprächssituationen aus demselben Drama. Beide Formate decken die Anforderungsbereiche II und III ab. Als Vorübung eignen sich kurze Sicherungsaufgaben zu den Modellen selbst, die schnell korrigierbar sind und eine verlässliche Rückmeldung über den Wissensstand geben.
Kommunikation ist in den Kernlehrplänen der gymnasialen Oberstufe ein eigenes Inhaltsfeld und wird von der Einführungsphase bis zum Abitur bearbeitet. Typische Vorgaben sind die Auseinandersetzung mit Kommunikationsmodellen, die Untersuchung von Gesprächsverläufen unter Berücksichtigung von Rollen und Konventionen sowie die Analyse literarisch gestalteter Kommunikation. In mehreren Ländern kommt die Betrachtung von Kommunikation in Politik und Öffentlichkeit hinzu, die sich unmittelbar an die Modellarbeit anschließt.
In der Prüfung erscheint das Inhaltsfeld in zwei Varianten. Häufig ist die Analyse eines Dramenauszugs, bei der die Gesprächsführung im Mittelpunkt steht und Modelle als Deutungsinstrument dienen. Ebenso verbreitet ist die Analyse eines Sachtextes über Kommunikation, verbunden mit einer Erörterung, etwa zu Gesprächskultur in digitalen Räumen. In beiden Fällen wird erwartet, dass Fachbegriffe präzise verwendet und mit Textstellen belegt werden – dafür sind die Aufgaben in den hier angebotenen Reihen ausgelegt.
Kommunikationsformen und -konventionen
Lernheft: Kommunikationsformen & -funktion
Lernheft: Kommunikation in Politik und Gesellschaft
Literarisch und rhetorisch gestaltete Kommunikation
Autor-Rezipienten-Kommunikation
Lernheft: Autor-Rezipienten-KommunikationErwartet wird die sichere Kenntnis von mindestens zwei bis drei Modellen: eines einfachen Sender-Empfänger-Modells, eines Modells mit Inhalts- und Beziehungsaspekt einschließlich der Axiome und eines Modells, das mehrere Botschaftsebenen einer Äußerung unterscheidet. Wichtiger als die Zahl ist die Fähigkeit, ein Modell an einer konkreten Äußerung anzuwenden und seine Reichweite zu beurteilen.
Beginnen Sie mit der Beschreibung des Verlaufs: Wer eröffnet das Gespräch, wie verteilen sich die Redeanteile, wo wird unterbrochen, wo gewechselt? Ordnen Sie diesen Beobachtungen anschließend Funktionen zu – etwa Machtdemonstration, Ausweichen, Beziehungsklärung – und deuten Sie erst danach das Figurenverhältnis. Diese Reihenfolge verhindert, dass die Deutung den Befunden vorausgeht.
Die Funktion beschreibt, was eine Äußerung leisten soll: informieren, appellieren, Beziehung gestalten oder Kontakt halten. Die Rolle beschreibt dagegen die Position der Beteiligten in der Situation – wer als Fragender, wer als Antwortender, wer als Zuhörender auftritt und welche Erwartungen damit verbunden sind. Beide Ebenen greifen ineinander, sind aber in der Analyse getrennt zu benennen.
Zuverlässig ist die Dreierfolge Zitat, Beobachtung, Modellbezug. Erst wird die Textstelle genannt, dann die sprachliche Auffälligkeit beschrieben, und erst danach folgt der Modellbegriff, der diese Auffälligkeit erklärt. Formulierungen, die mit dem Modell beginnen und den Text nur als Beispiel anhängen, führen fast immer zu ungenauen Analysen.
Die Unterrichtsreihe enthält den Unterrichtsgang mit Materialien und Aufgaben für die Erarbeitung im Kurs, das Lernheft bündelt dieselben Inhalte in einer Fassung für die Lernenden. In Kombination lässt sich der Unterricht führen und zugleich die selbstständige Wiederholung vor Klausur und Abitur abdecken.
Zu den Aufgaben gehören Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Bei Analyse- und Beurteilungsaufgaben sind sie als Orientierung formuliert, weil unterschiedliche Deutungen begründbar sind; Aufgaben zu Modellwissen und Begriffen sind dagegen eindeutig ausgewiesen.