Sparpaket: Ich & Du · Streit · Versöhnung
Bündelt alle drei Einheiten zu einer durchgehenden Sequenz für 12 Unterrichtsstunden.
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Religion · Dialogphilosophie & Konfliktethik · Sek II
Drei aufeinander aufbauende Einheiten für die Oberstufe verbinden Dialogphilosophie mit Konfliktarbeit: die Entdeckung des Anderen bei Buber und Levinas, Streit und Eskalation am Beispiel von Kain und Abel sowie Versöhnung mit Hannah Arendt und dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Alle Einheiten sind mit Gruppenpuzzle-Material ausgearbeitet und mit Lösungen versehen.
Kurz gesagt: Die Reihe Ich & Du verbindet Dialogphilosophie mit Konfliktarbeit in drei Schritten: Zunächst wird mit Martin Buber und Emmanuel Levinas die Beziehung zum Anderen philosophisch erschlossen, danach mit dem Eskalationsmodell nach Glasl und der Erzählung von Kain und Abel Streit und Schuld untersucht, und schließlich führt die dritte Einheit mit Hannah Arendt und Lukas 15 zur Frage nach Versöhnung und Vergebung. Alle drei Einheiten sind einzeln oder im Sparpaket erhältlich.
Die Reihe Ich & Du beginnt bewusst nicht mit einem Konflikt, sondern mit der Frage, was eine Beziehung zum Anderen überhaupt ausmacht. Martin Bubers Unterscheidung von Ich-Du- und Ich-Es-Beziehung sowie Emmanuel Levinas' Ethik des Antlitzes liefern dafür ein philosophisches Vokabular, das Ihre Lerngruppe im weiteren Verlauf der Reihe immer wieder heranziehen kann. Erst wenn klar ist, was echte Begegnung bedeutet, lässt sich sinnvoll fragen, was passiert, wenn diese Beziehung scheitert.
Genau hier setzt die zweite Einheit an: Anhand der biblischen Erzählung von Kain und Abel sowie des Eskalationsmodells nach Friedrich Glasl wird Streit als Prozess analysierbar, der sich in Stufen beschreiben lässt. Die dritte Einheit führt konsequent weiter zur Frage der Versöhnung – mit Hannah Arendts Begriff des Verzeihens und dem Gleichnis vom verlorenen Sohn aus Lukas 15 als literarischem Gegenstück zur Eskalation. So entsteht ein durchgängiger Spannungsbogen von der Begegnung über den Konflikt bis zur Versöhnung.
Die folgenden Einheiten bauen aufeinander auf, lassen sich aber auch einzeln einsetzen – jede mit Gruppenpuzzle-Material und ausführlichen Lösungen.
Bündelt alle drei Einheiten zu einer durchgehenden Sequenz für 12 Unterrichtsstunden.
Führt in die Dialogphilosophie von Martin Buber und Emmanuel Levinas ein.
Verbindet Kain und Abel mit dem Eskalationsmodell nach Glasl und gewaltfreier Kommunikation.
Erschließt Vergebung mit Hannah Arendt, Lukas 15 und dem Beispiel der Wahrheitskommission.
Dieselbe Reihe komplett in englischer Sprache für bilinguale Kurse.
Die Reihe eignet sich sowohl als geschlossene Unterrichtssequenz über zwölf Stunden als auch für den punktuellen Einsatz einzelner Einheiten. Für eine EF-Lerngruppe empfiehlt sich der Einstieg über Buber und Levinas als Grundlegung, da hier zentrale Begriffe wie Anerkennung, Alterität und Verantwortung eingeführt werden, die in Q1 und Q2 wieder aufgegriffen werden können. Das Gruppenpuzzle-Format der Materialien ermöglicht dabei arbeitsteiliges Lernen in Kleingruppen.
In Q1 lässt sich die Einheit zu Streit und Eskalation gut mit der Vorbereitung auf mündliche Prüfungen verbinden, da das Eskalationsmodell nach Glasl eine klare Analysestruktur liefert, die sich auf beliebige Konfliktbeispiele übertragen lässt. Die abschließende Einheit zu Versöhnung eignet sich besonders für Q2, da sie mit Hannah Arendts politischer Philosophie und dem Beispiel der Wahrheitskommission auch fächerübergreifende Bezüge zu Politik und Ethik ermöglicht.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| EF | Ich & Du | Beziehung und Anerkennung nach Buber und Levinas |
| Q1 | Streit & Schuld | Kain und Abel sowie die Eskalationsstufen nach Glasl |
| Q2 | Versöhnung | Vergebung, Wahrheitskommissionen und Hannah Arendt |
Da alle drei Einheiten im Gruppenpuzzle-Format aufgebaut sind, lässt sich die Textmenge pro Gruppe steuern: Leistungsstärkere Gruppen erhalten die vollständigen Originalauszüge von Buber, Levinas oder Arendt, während andere Gruppen mit didaktisch aufbereiteten Zusammenfassungen arbeiten und die Kernaussagen anschließend im Plenum austauschen. So bleibt die inhaltliche Tiefe der Reihe erhalten, ohne dass leseschwächere Lerngruppen überfordert werden.
Für die Anwendung des Eskalationsmodells nach Glasl eignet sich eine Abstufung über den Schwierigkeitsgrad der Fallbeispiele: Der biblische Text von Kain und Abel liefert ein klares, historisch distanziertes Beispiel, während aktuelle Konfliktbeispiele aus dem Schulalltag oder der Politik eine höhere Transferleistung verlangen. Beide Zugänge lassen sich in derselben Stunde parallel einsetzen.
Dialogphilosophie und Konfliktethik gehören in den Kernlehrplänen Religion der gymnasialen Oberstufe zu den zentralen Inhaltsfeldern der Anthropologie und Ethik. Die Auseinandersetzung mit Buber und Levinas deckt dabei den Bereich der theologischen und philosophischen Anthropologie ab, während Streit, Schuld und Versöhnung dem Inhaltsfeld der ethischen Urteilsbildung zugeordnet sind. Beide Bereiche sind in Q1 und Q2 abiturrelevant.
Für die Vorbereitung auf mündliche und schriftliche Prüfungen ist besonders die Verknüpfung von philosophischen Positionen mit biblischen Texten hilfreich, da genau diese Verknüpfung häufig in Klausuren und im Abitur verlangt wird. Die Reihe übt diesen Transfer an drei konkreten Beispielen ein, statt ihn nur abstrakt zu behaupten.
Religionskritik in der Oberstufe
FachKomplett Religion – 100+ ReihenAm anschaulichsten ist der Kontrast zur Ich-Es-Beziehung: Während ich einem Gegenstand oder einer Sache nur begegne, um sie zu nutzen oder zu beschreiben, begegne ich einem Du als Ganzem und lasse mich von ihm ansprechen. Ein einfaches Beispiel aus dem Schulalltag – etwa der Unterschied zwischen einem Menschen als Mitschüler und als bloßem Gegenüber in einer Warteschlange – macht diesen Unterschied für Ihre Lerngruppe greifbar.
Die Erzählung von Kain und Abel lässt sich in Etappen lesen, die sich den Eskalationsstufen nach Glasl zuordnen lassen: von der ersten Verhärtung über Drohungen bis zum Gewaltausbruch. Diese Zuordnung schult den analytischen Blick auf Konflikte, ohne dass die biblische Erzählung auf ein reines Anschauungsbeispiel reduziert wird, da auch die Frage nach Schuld und Verantwortung im Text selbst verhandelt wird.
Hannah Arendt beschreibt Vergebung als eine Handlung, die einen neuen Anfang ermöglicht, indem sie die Kette von Vergeltung und Gegenvergeltung unterbricht. Diese politische Dimension von Vergebung lässt sich gut mit dem Beispiel von Wahrheitskommissionen verbinden, die genau diesen Mechanismus auf gesellschaftlicher Ebene versuchen – ein Brückenschlag zwischen individueller und kollektiver Versöhnung.
Ja, die vollständige Reihe liegt auch als englischsprachiges Bundle vor und deckt dieselben drei Einheiten zu Ich & Du, Konflikt und Versöhnung ab. Damit lässt sich die Reihe direkt in bilingualen Religions- oder Ethikkursen sowie im Fach Englisch mit religionsphilosophischem Schwerpunkt einsetzen.
Ja, alle drei Einheiten enthalten ausführliche Lösungen und Erwartungshorizonte zu den Gruppenpuzzle-Aufgaben, sodass sich die Reihe auch für die Vorbereitung auf Klausuren eignet. Die Lösungen sind so aufbereitet, dass sie sich direkt zur Selbstkontrolle oder zur Korrektur nutzen lassen.
Die Einheiten enthalten bearbeitbare Textdateien sowie druckfertige PDF-Fassungen der Arbeitsblätter für das Gruppenpuzzle. So lassen sich die Materialien unverändert einsetzen oder an die eigene Lerngruppe und den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen anpassen.