Bildwerkstatt: Fotografie & Bildkomposition
Ausschnitt, Perspektive und Licht praktisch erproben – Klasse 7 bis 9.
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Kunst · Fotografie & Bildkomposition · Klasse 7–9
Unterrichtsmaterial zur Fotografie in der Sekundarstufe I: Bildausschnitt, Kameraperspektive und Lichtführung werden mit dem Smartphone praktisch erprobt, bevor die Reihen zur Gebrauchsgrafik und zur inszenierten Fotografie von Jeff Wall den analytischen Blick schärfen. Alle Einheiten enthalten Aufgaben mit Lösungen.
Kurz gesagt: Fotografieren lernen heißt sehen lernen. Im Kunstunterricht der Sekundarstufe I geht es deshalb nicht um Technik, sondern um Entscheidungen: Was kommt ins Bild, aus welcher Höhe wird aufgenommen, woher fällt das Licht. Die Reihen üben diese Entscheidungen praktisch mit dem Smartphone und führen anschließend zur Analyse inszenierter Fotografie.
Schülerinnen und Schüler fotografieren täglich, aber sie gestalten dabei selten bewusst. Der Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einer gestalteten Aufnahme liegt fast nie an der Kamera, sondern an drei Entscheidungen: dem Ausschnitt, dem Standpunkt und dem Licht. Genau deshalb beginnt der Unterricht nicht mit Blende und Belichtungszeit, sondern mit Übungen, in denen dasselbe Motiv mehrfach unterschiedlich aufgenommen und anschließend verglichen wird.
Die Reihenfolge hat einen didaktischen Grund. Ausschnitt und Standpunkt lassen sich mit jedem Gerät variieren und sind sofort in ihrer Wirkung sichtbar: Ein Motiv aus der Froschperspektive wirkt anders als dasselbe Motiv von oben. Licht ist die anspruchsvollere Kategorie, weil es beobachtet und abgewartet werden muss. Wer diese drei Ebenen unterscheiden kann, verfügt über ein Vokabular, mit dem sich auch fremde Fotografien beschreiben lassen – die Voraussetzung für jede Bildanalyse.
Die Auswahl führt von der praktischen Bildwerkstatt über die Gebrauchsgrafik bis zur inszenierten Fotografie und ihrer Analyse.
Ausschnitt, Perspektive und Licht praktisch erproben – Klasse 7 bis 9.
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Gebündeltes Material zu Jeff Wall für Fotografie- und Kunstunterricht.
Selbstdarstellung und Idealbilder – der Übergang vom Porträt zum Profilbild.
Ein tragfähiger Einstieg ist die Serienaufgabe: Ein einziges Motiv im Schulgebäude wird sechsmal fotografiert – von oben, von unten, ganz nah, aus der Distanz, mit dem Motiv in der Mitte und am Bildrand. Die Serie wird anschließend nebeneinander betrachtet, und die Klasse beschreibt, wie sich die Wirkung ändert. Der Ertrag ist begrifflich: Aus der Beschreibung entstehen die Kategorien Ausschnitt, Standpunkt und Bildaufbau.
In der zweiten Phase kommt das Licht hinzu. Aufnahmen desselben Motivs am Fenster, im Gegenlicht und im Schatten zeigen, wie stark Lichtrichtung und Kontrast das Ergebnis bestimmen. Erst in der dritten Phase folgt die Analyse fremder Fotografien: Die Klasse überträgt ihr Vokabular auf inszenierte Arbeiten, etwa von Jeff Wall, und rekonstruiert, welche Entscheidungen der Fotograf getroffen hat. Damit schließt sich der Kreis von der eigenen Praxis zur Werkbetrachtung.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Klasse 7 | Bildausschnitt & Perspektive üben | Nah und fern, Frosch- und Vogelperspektive erproben |
| Klasse 8 | Licht und Bildaufbau gestalten | Gegenlicht, Kontrast und Bildaufteilung bewusst einsetzen |
| Klasse 9 | Inszenierte Fotografie analysieren | Konstruktion, Erzählung und Bildwirkung untersuchen |
Die Praxisaufgaben lassen sich über die Vorgaben steuern. Eine Basisgruppe erhält eine feste Liste von sechs Aufnahmen, die abgearbeitet wird; eine Erweiterungsgruppe bekommt nur ein Thema und muss die Bildideen selbst entwickeln und begründen. Für die Analysephase hilft ein gestufter Beobachtungsbogen: Auf der ersten Stufe wird nur beschrieben, was zu sehen ist, auf der zweiten benannt, wie es aufgenommen wurde, auf der dritten gedeutet, welche Wirkung daraus entsteht.
Bei der Bewertung ist die Trennung von Bildidee und technischer Ausführung wichtig, weil die Geräte in einer Klasse sehr unterschiedlich sind. Bewertbar sind die Passung von Motiv und Aufnahmestandpunkt, die Nachvollziehbarkeit der Bildidee und die Qualität der schriftlichen Begründung. Eine kleine Auswahl der eigenen Serie mit Begründung der Auswahl ist als Leistungsnachweis aussagekräftiger als eine Einzelaufnahme, weil sie den Entscheidungsprozess sichtbar macht.
Fotografie ist in den Kunstlehrplänen der Sekundarstufe I dem Inhaltsfeld Bilder in Medien beziehungsweise den Bildmedien zugeordnet und deckt zugleich die Kompetenzbereiche Produktion, Rezeption und Reflexion ab. Die Verbindung von eigener Aufnahme und anschließender Analyse ist dabei ausdrücklich vorgesehen: Die Lernenden sollen Gestaltungsmittel nicht nur erkennen, sondern selbst anwenden und ihre Wirkung beurteilen können.
Vor der praktischen Arbeit ist die rechtliche Seite zu klären. Aufnahmen von Personen setzen deren Einwilligung voraus; für Minderjährige holen Sie die Zustimmung der Erziehungsberechtigten ein und legen fest, ob die Bilder ausschließlich im Unterricht oder auch in einer Ausstellung gezeigt werden dürfen. Praktisch bewährt sich der Grundsatz, in der Übungsphase Gegenstände, Räume und Schatten statt Gesichter zu fotografieren. Fächerübergreifend bestehen Anschlüsse an Deutsch, wo Bildbeschreibung geübt wird, und an Informatik, wo digitale Bilddaten behandelt werden.
Collagewerkstatt: Collage & Fotomontage
Zeichenwerkstatt: Licht, Schatten & Plastizität
Schriftwerkstatt: Typografie & Plakat
Illusionswerkstatt: Op-Art & Täuschung
Comicwerkstatt: Panels & BildgeschichteJa. Ausschnitt, Standpunkt und Lichtrichtung lassen sich mit jedem Gerät variieren, und genau darum geht es in der Sekundarstufe I. Wo Kameras vorhanden sind, können Sie ergänzend Schärfentiefe und Belichtungszeit thematisieren; notwendig für die Reihe ist das nicht.
Aufnahmen von Personen brauchen deren Einwilligung, bei Minderjährigen die der Erziehungsberechtigten; halten Sie schriftlich fest, ob eine Veröffentlichung über den Unterricht hinaus erlaubt ist. Am einfachsten ist es, in der Übungsphase Gegenstände, Räume, Licht und Schatten statt Gesichter zu fotografieren.
Serienaufgaben funktionieren gut außerhalb des Unterrichts, weil die Lernenden zu Hause mehr Zeit und andere Motive haben – etwa dasselbe Objekt zu drei Tageszeiten oder ein Motiv aus drei Perspektiven. Die Auswertung im Plenum sollte in der Schule stattfinden, damit die Serien verglichen werden können.
Bewerten Sie die Bildidee, die Passung von Motiv und Aufnahmestandpunkt sowie die schriftliche Begründung, nicht die Gerätequalität. Eine begründete Auswahl aus der eigenen Serie zeigt den Entscheidungsprozess deutlicher als eine einzelne Aufnahme und lässt sich transparent mit Kriterien bewerten.
Seine Fotografien sehen zunächst wie beobachtete Alltagsszenen aus, sind aber aufwendig konstruiert. Diese Spannung zwischen scheinbarer Momentaufnahme und tatsächlicher Inszenierung ist für Jugendliche unmittelbar zugänglich und führt zu der Frage, wie viel Wirklichkeit ein Foto überhaupt zeigt.
Zu den Aufgaben gehören Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Bei Analyse- und Beurteilungsaufgaben sind mehrere Deutungen vertretbar; die Lösungen nennen deshalb die erwarteten Beobachtungen und Kriterien, an denen sich eine belegte Interpretation erkennen lässt.