Globale Ungleichheit – Unterrichtsreihe Geographie Sek I/II | Daten, Karten & AFB I–III
Arbeitet bereits mit Anforderungsbereichen und lässt jedes Sitzland als Fallbeispiel zu.
Hast du ein Konto?
Logge dich ein, damit es beim Checkout schneller geht.
3 Materialien = 15 % · 4 = 20 % · 5 = 25 % Rabatt.
Automatisch an der Kasse – ohne Code.
DFU · Geschichte, Geografie, Politik · Klasse 5–10
Material für den deutschsprachigen Fachunterricht in den Gesellschaftswissenschaften: Reihen zu Revolution, Industrialisierung, Demokratie, Klimawandel und globaler Ungleichheit – mit Quellen, Karten und Daten, die sich sprachsensibel aufbereiten lassen.
Kurz gesagt: Im deutschsprachigen Fachunterricht werden Sachfächer auf Deutsch unterrichtet, obwohl Deutsch für die Mehrheit der Lernenden nicht die Erstsprache ist. In den Gesellschaftswissenschaften kommt eine zweite Hürde hinzu: Quellen, Karten und Statistiken sind nicht nur sprachlich anspruchsvoll, sie transportieren auch eine Perspektive. Gutes Material macht beides bearbeitbar – die Sprache und den Standpunkt.
Historische Quellen enthalten veralteten Wortschatz, lange Perioden und Anspielungen, die Vorwissen voraussetzen. Politische Fachbegriffe wie „Föderalismus“, „Landtag“ oder „Gewaltenteilung“ verweisen auf ein Institutionengefüge, das im Sitzland anders aussieht. Und geografische Materialien tragen Maßstäbe, Projektionen und Kategorien mit sich, die selbst schon Interpretation sind. Die sprachliche und die inhaltliche Anpassung lassen sich hier deshalb nicht trennen.
Zugleich sind die Voraussetzungen günstig: An Deutschen Auslandsschulen lernen deutsche und einheimische Kinder gemeinsam – die Mehrheit der Schulen sind Begegnungsschulen. Genau daraus entsteht der didaktische Mehrwert des Fachs: Wer die Französische Revolution im Unterricht mit der Unabhängigkeitsgeschichte des Sitzlandes vergleicht, arbeitet fachlich anspruchsvoller als jede Klasse in Deutschland – und schafft nebenbei die Sprechanlässe, die der DFU braucht.
Die folgenden Reihen verbinden Sachtext, Quelle und Datenmaterial – und lassen sich um Beispiele aus dem Sitzland ergänzen, ohne dass die Struktur bricht.
Arbeitet bereits mit Anforderungsbereichen und lässt jedes Sitzland als Fallbeispiel zu.
Ein Umbruch mit weltweiter Wirkung – der Vergleich mit der eigenen Landesgeschichte liegt nahe.
Grundbegriffe, die sich mit dem politischen System des Sitzlandes kontrastieren lassen.
Quellenarbeit mit klaren Aufgabenformaten – gut geeignet für gestufte Textentlastung.
Diagramme und Karten als zweite Sprachebene – zentral für den Darstellungswechsel.
Bewährt ist ein Dreischritt, der der Logik des sprachsensiblen Fachunterrichts folgt. Zuerst wird das Material erschlossen: Karte, Statistik oder Quelle werden gemeinsam gelesen, Fachbegriffe geklärt und in einer Wortliste gesichert. Dann folgt der Wechsel der Darstellungsformen – die Statistik wird in Sätze übersetzt, der Quellentext in eine Zeitleiste, die Karte in eine Beschreibung. Dieser Wechsel erzwingt genau die Denkoperationen, um die es fachlich geht.
Im dritten Schritt steht das Urteil. Hier trennen Sie sauber zwischen Sachurteil und Werturteil und geben Redemittel vor: „Die Quelle zeigt, dass …“, „Daraus folgt …“, „Ich halte das für problematisch, weil …“. Damit erreichen Sie den Anforderungsbereich III, ohne dass die sprachliche Hürde die fachliche Leistung verdeckt. Für Lerngruppen mit niedrigerem Sprachstand lohnt sich eine Zwischenstufe, in der Urteile aus vorgegebenen Bausteinen zusammengesetzt werden.
| Klassenstufe | Sprachniveau (GER/DSD) | Schwerpunkt im DFU |
|---|---|---|
| Klasse 5–7 | A2–B1 | Beschreiben, Zeitleisten, einfache Karten- und Bildarbeit |
| Klasse 8–10 | B1–B2, Zielniveau DSD I | Quellen erschließen, Statistiken auswerten, Sachurteile formulieren |
| Klasse 10 und höher | B2–C1, Zielniveau DSD II | Werturteile, Kontroversen, Aufgaben im AFB III |
Erstens die Perspektive. Deutsche Geschichts- und Politikmaterialien erzählen aus nationaler Sicht und setzen die deutsche Erinnerungskultur als Bezugsrahmen voraus. Ergänzen Sie jede Reihe um eine Leitfrage, die den Standort einbezieht: Was geschah zur selben Zeit im Sitzland, und wie wird dort daran erinnert? Zweitens die Institutionen: Begriffe wie „Bundesland“, „Landtag“ oder „Bundesrat“ brauchen eine Gegenüberstellung mit dem politischen System vor Ort. Eine zweispaltige Tabelle „Deutschland – Sitzland“ ist dafür das effizienteste Werkzeug und zugleich eine Sprachübung.
Drittens die Fachbezeichnungen: „Erdkunde“, „Geografie“ und „Geographie“ meinen dasselbe Fach, „Politik“, „Sozialkunde“, „Gemeinschaftskunde“ und „Sozialwissenschaften“ überschneiden sich nur teilweise. Legen Sie die im schulinternen Curriculum genehmigte Bezeichnung fest und ziehen Sie sie durch alle Materialien durch. Viertens die Darstellungen: Klimadiagramme der Südhalbkugel beginnen sinnvollerweise im Juli, nicht im Januar, sonst wirken die Jahreszeiten vertauscht; Karten in deutschen Materialien zeigen zudem meist Europa im Zentrum. Beides gehört thematisiert, nicht stillschweigend übernommen.
Fünftens die Sprache der Quellen: Historische Texte lassen sich nicht beliebig vereinfachen, ohne ihren Charakter zu verlieren. Arbeiten Sie deshalb mit einer entlasteten Fassung für den Einstieg und der Originalquelle als Ziel – Leisen nennt das die Verbindung aus defensiver und stärkender Strategie. Sechstens die Bewertung: Erwartungshorizonte deutscher Materialien setzen die Notenskala von 1 bis 6 beziehungsweise das Punktesystem der Oberstufe voraus; formulieren Sie sie zusätzlich als Kann-Beschreibungen, damit sie neben landessprachlichen Zeugnissen bestehen. Siebtens die Themenwahl: Politisch sensible Inhalte sollten Sie vorab mit der Schulleitung abstimmen und im Zweifel als Vergleich mehrerer Positionen anlegen statt als Bewertung eines einzelnen Landes.
Für die gymnasiale Oberstufe an Deutschen Schulen im Ausland gilt das KMK-Kerncurriculum Geschichte mit Beschluss vom 29. April 2010; die Aufgabenstellungen orientieren sich an den Operatorenlisten für das Auslandsschulwesen, die jeden Operator einem Anforderungsbereich zuordnen. In der Sekundarstufe I bestimmt das schulinterne Curriculum, das vom betreuenden Bundesland genehmigt wird, welche Themen wann behandelt werden; viele Deutsche Auslandsschulen greifen dabei auf Thüringer Lehrpläne zurück.
Für die Deutsche Internationale Abiturprüfung ist Geschichte ein häufig gewähltes Prüfungsfach, und beim Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureate gehören Deutsch und Geschichte zu den Fächern, die auf Deutsch belegt werden. Der Unterbau in der Sekundarstufe I entscheidet deshalb darüber, ob Lernende später Quellen selbstständig erschließen und Urteile fachsprachlich formulieren können.
Gewinner & Verlierer der Globalisierung
Naturkatastrophen: Vulkane
Lebensqualität weltweitArbeiten Sie zweistufig: eine sprachlich entlastete Fassung für den Einstieg und die Originalquelle als Ziel. Klären Sie zuerst fünf bis zehn Schlüsselbegriffe, geben Sie Leitfragen vor und lassen Sie die Quelle anschließend in eine andere Darstellungsform überführen, etwa in eine Zeitleiste oder eine Tabelle mit Positionen.
Über eine Vergleichsfrage. Legen Sie zu jeder Reihe eine zweispaltige Übersicht „Deutschland – Sitzland“ an und lassen Sie Lernende Gemeinsamkeiten und Unterschiede formulieren. Das entspricht dem Begegnungsgedanken vieler Deutscher Auslandsschulen und liefert zugleich die Sprechanlässe, die der deutschsprachige Fachunterricht braucht.
Die der KMK-Operatorenlisten für das Auslandsschulwesen. Sie ordnen jeden Operator einem Anforderungsbereich zu: nennen und benennen dem Bereich I, analysieren und erläutern dem Bereich II, diskutieren und beurteilen dem Bereich III. Weisen Sie den Anforderungsbereich im Erwartungshorizont aus, damit das Anspruchsniveau nachvollziehbar bleibt.
Thematisieren Sie ihre Perspektive. Karten in deutschen Werken stellen Europa meist ins Zentrum, und Klimadiagramme beginnen im Januar, was für die Südhalbkugel die Jahreszeiten verschiebt. Beides lässt sich produktiv nutzen: Lernende beschreiben, was die Darstellung hervorhebt und was sie ausblendet.
Stimmen Sie die Themenwahl vorab mit der Schulleitung ab und legen Sie kontroverse Inhalte als Vergleich mehrerer Positionen an, nicht als Bewertung eines einzelnen Landes. Das entspricht ohnehin der fachlichen Anforderung, zwischen Sachurteil und Werturteil zu unterscheiden.
Die Reihen decken die Sekundarstufe I ab und bauen die Arbeitsformen auf, die in der Oberstufe vorausgesetzt werden. Für Oberstufe und Deutsche Internationale Abiturprüfung gilt das KMK-Kerncurriculum Geschichte mit Beschluss vom 29. April 2010; einzelne Reihen wie die zu globaler Ungleichheit reichen bereits in die Sekundarstufe II hinein.