Cindy Sherman im Kunstunterricht der Oberstufe: Unterrichtsreihe zu Rollenbildern

Kunst Sek II · Fotografie

Cindy Sherman im Kunstunterricht: Rollenbilder analysieren und selbst inszenieren

Eine kompakte Reihe für zwölf Stunden, die an einer eigenen Übungsszene Beschreibung und Deutung trennt und in ein fotografisches Teamprojekt mündet. Shermans Werke werden über eine Museumssammlung betrachtet, nicht abgedruckt.

12 × 45 Min.auch als 6 Doppelstunden
25 Seitendrei A4-PDFs plus bearbeitbare Fassung
90 Min.Übungsklausur mit 60 Punkten
1 Projektfiktive filmische Szene im Team

Wie unterrichtet man Cindy Sherman in der Oberstufe, wenn ihre Werke nicht im Arbeitsheft stehen dürfen? Die Reihe Cindy Sherman: Rollenbilder und fotografische Inszenierung arbeitet mit einer eigenen, beschreibenden Übungsszene (M1). An ihr trennen die Lernenden sichtbare Angaben von möglichen Deutungen, entwickeln zwei widersprüchliche Handlungshypothesen und planen eine Aufnahme, die eine Erwartung erzeugt und durch ein Detail irritiert. Ergänzend betrachtet der Kurs ein verifiziertes Werk Shermans über eine Museumssammlung. Danach gestalten Teams eine fiktive filmische Szene, erproben Varianten und überarbeiten ihre Fassung nach Rückmeldung. Die Reihe umfasst zwölf Stunden zu je 45 Minuten, 25 Seiten Material und eine Übungsklausur mit Erwartungshorizont. Sie kostet 39,90 € als Einzellizenz und 199,50 € als Schullizenz. Ergänzendes Material finden Sie in der Kollektion Cindy Sherman und inszenierte Fotografie.

Worum es fachlich geht

Shermans Rollenbilder sehen aus wie Standbilder aus Filmen, die es nie gab. Wer ein solches Bild betrachtet, ergänzt sofort eine Handlung, eine Figur und eine Vorgeschichte. Im Unterricht wird das schnell zum Problem: Schülerinnen und Schüler beschreiben, was sie vermuten, und halten es für das, was sie sehen. Die Analyse kippt dann früh in eine Erzählung, und die Deutung lässt sich nicht mehr am Bild überprüfen.

Die Reihe setzt deshalb bei drei Grundbegriffen an. Inszenierung meint die bewusste Anordnung dessen, was im Bild erscheint. Film Still bezeichnet das Bildmuster, auf das Sherman sich bezieht. Zitat und Stereotyp fragt, welche bekannten Rollenmuster ein Bild aufruft und wie es mit ihnen umgeht. Jeder Begriff wird im Lern- und Praxisheft an Beispiel und Gegenbeispiel erprobt und anschließend im Kurs geklärt.

Das Material M1 ist eine eigene beschreibende Übungsszene. Sie ist gekennzeichnet und enthält keine ungeklärten Auszüge aus fremden Werken. Shermans Arbeiten sind urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht abgedruckt. Ergänzend wird ein verifiziertes Werk über eine Museumssammlung betrachtet. So üben die Lernenden die Methode an einem kontrollierbaren Text, ohne den Bezug zum Original aufzugeben.

Das Material im Überblick

So laufen die zwölf Stunden ab

Die erste Stunde sammelt Vermutungen, legt ein Begriffsnetz an und endet mit einer überprüfbaren Ausgangsthese. In Stunde 2 werden die drei Grundbegriffe erarbeitet. Danach folgt die Arbeit an M1. Aufgabe A1 verlangt eine Tabelle, die sichtbare Angaben und mögliche Deutungen trennt. In A2 entwickeln die Lernenden zwei widersprüchliche Handlungshypothesen, die beide durch die Szene gestützt werden könnten. A3 führt zur eigenen Planung einer Aufnahme, die eine Erwartung erzeugt und durch ein Detail irritiert. Anschließend prüfen sie ein Gegenargument und überarbeiten ihr Urteil.

In Stunde 6 beginnt der Projektauftrag P1. Teams gestalten eine fiktive filmische Szene, entwerfen zwei Varianten und prüfen sie auf Machbarkeit. In den Stunden 7 und 8 wird produziert, je nach Ausstattung als Aufnahme oder als Simulation, und jede Variante dokumentiert. Ziel sind sechs Varianten einer Szene, die sich vergleichen lassen. Stunde 9 bringt die Präsentation im Tandem mit Rückmeldung und einer begründeten Änderungsentscheidung. In Stunde 10 entsteht die zweite Fassung. Die letzten beiden Stunden vergleichen die Produkte, beantworten eine Transferfrage und kehren zur Ausgangsthese zurück. Wer in Doppelstunden arbeitet, fasst die Einheiten zu sechs Blöcken zusammen.

Ablauf im Überblick

Die Tabelle fasst die zwölf Stunden in fünf Phasen zusammen.

Phase Stunden Was passiert Ergebnis
Einstieg und Begriffe 1–2 Vermutungen, Begriffsnetz, Erklärtexte zu Inszenierung, Film Still, Zitat und Stereotyp überprüfbare Ausgangsthese
Analyse von M1 3–4 Angaben und Deutungen trennen, zwei widersprüchliche Handlungshypothesen gesicherte Bildbeschreibung
Urteil und Planung 5–6 eigene Aufnahme planen, Gegenargument prüfen, Projektauftrag P1 machbarer Projektplan
Produktion 7–8 Aufnahme oder Simulation, Varianten dokumentieren vergleichbare Fassungen
Überarbeitung und Abschluss 9–12 Tandem-Feedback, zweite Fassung, Vergleich, Reflexion sichtbare Revision

Bewertung, Grenzen und was Sie zusätzlich brauchen

Bewertet wird auf zwei Wegen. Die Übungsklausur dauert 90 Minuten und umfasst drei Aufgaben mit 12, 30 und 18 Punkten zum bekannten Material M1. Der Erwartungshorizont weist Teilpunkte aus, die Gewichtung ist ein didaktischer Vorschlag. Weil die Klausur am bekannten Modellfall trainiert, ersetzt sie keine Prüfung mit unbekanntem Material. Beim Projekt P1 zählen Ergebnis, Überarbeitung und individuelle Reflexion.

Die Reihe ist eine kompakte Sequenz mit 25 Seiten. Sie plant alle zwölf Stunden vollständig, beschränkt sich aber bewusst auf drei Grundbegriffe, einen Modellfall und ein Projekt. Wer Shermans Werk breiter behandeln oder weitere Positionen vergleichen will, ergänzt eigenes Material. Die bearbeitbare Fassung enthält alle Texte, Aufgaben und Lösungen als JSON-Datei und erleichtert solche Anpassungen.

Zusätzlich planen Sie den Zugang zu einer Museumssammlung ein, über die das ergänzende Werk gezeigt wird, und eine einfache Aufnahmemöglichkeit für das Projekt. Ohne Technik bleibt die Simulation. Die Teilnahme als Model ist freiwillig. Die Planung beruht auf dem hessischen Abiturerlass 2028; für 2029 ist sie noch nicht bestätigt.

  • Eigene Übungsszene M1Gekennzeichnetes Material ohne ungeklärte Auszüge aus fremden Werken.
  • Drei aufbauende AufgabenA1 bis A3 führen von der Beschreibung zur eigenen Bildplanung.
  • Stoffverteilung mit MinutenDas Lehrermaterial plant alle zwölf Stunden mit Minutenangaben.
  • LösungsvorschlägeZu A1 bis A3, mit Hinweisen zur Bewertung alternativer Lösungen.
  • KlausurtrainingÜbungsklausur über 90 Minuten mit Erwartungshorizont und Teilpunkten.
  • Bearbeitbare FassungAlle Texte, Aufgaben und Lösungen als JSON-Datei zum Anpassen.

Weiterlesen und passende Sammlungen

Diese Materialien ergänzen die Reihe, vor allem für einen Vergleich mit Jeff Wall.

Häufige Fragen

Sind Werke von Cindy Sherman im Material abgedruckt?

Nein. Shermans Werke sind urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht enthalten. Die Analyse läuft über M1, eine eigene beschreibende Übungsszene. Ergänzend betrachtet der Kurs ein verifiziertes Werk über eine Museumssammlung. Wie sich inszenierte Fotografie als Bildkonzept einordnen lässt, zeigt unser Beitrag Dokument oder Konstruktion?

Wie umfangreich ist die Reihe?

25 Seiten in drei PDFs: Lern- und Praxisheft mit 12 Seiten, Lehrermaterial mit 8 Seiten und Klausurtraining mit 5 Seiten. Dazu kommt eine bearbeitbare Fassung als JSON-Datei. Die zwölf Stunden sind vollständig geplant. Die Reihe ist bewusst kompakt gehalten und lässt sich mit eigenem Material erweitern.

Müssen alle Lernenden vor der Kamera stehen?

Nein. Die Teilnahme als Model ist freiwillig. In den Teams gibt es neben der Rolle vor der Kamera genug andere Aufgaben, etwa Planung, Raum und Requisite, Aufnahme oder Dokumentation der Varianten. Klären Sie die Rollenverteilung früh, am besten schon beim Projektauftrag in Stunde 6.

Ist die Übungsklausur eine Abiturklausur?

Nein. Sie nutzt das im Unterricht bearbeitete Material M1 und trainiert Aufgabenformat, Zeitplanung und den Umgang mit einem Erwartungshorizont. Die drei Aufgaben bringen 12, 30 und 18 Punkte. Die Gewichtung ist ein didaktischer Vorschlag, den Sie an Ihre Vorgaben anpassen können. Für eine Prüfung mit unbekanntem Material brauchen Sie eigene Aufgaben.

Passt die Reihe zu den Abiturvorgaben?

Die Planung beruht auf dem hessischen Abiturerlass 2028; für 2029 ist sie noch nicht bestätigt. Falls etwas nicht zu Ihren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen das Material für Sie an. Prüfen Sie vor der Planung, welche Schwerpunkte Ihr Bundesland für den Kunstunterricht der Oberstufe festlegt.

Lässt sich die Reihe in Doppelstunden unterrichten?

Ja. Die zwölf Einheiten zu 45 Minuten lassen sich zu sechs Doppelstunden zusammenfassen: Einstieg und Begriffe, Analyse, Urteil und Planung, Produktion, Überarbeitung sowie Abschluss. Gerade die Produktionsphase profitiert von längeren Blöcken, weil Aufbau, Aufnahme und Dokumentation der Varianten am Stück Zeit brauchen und sich schlecht unterbrechen lassen.