Die Schöpfungsgeschichte im Religionsunterricht
Erschließt die Schöpfungserzählung als Deutungstext und ihr Verhältnis zur Naturwissenschaft.
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Religion · Christentum Grundlagen · Sek I
Grundlagenmaterial zum Christentum für die Sekundarstufe I – von der Schöpfungsgeschichte über die Zehn Gebote und die Propheten bis zu Martin Luther und der Reformation. Jede Reihe enthält Textgrundlagen, Arbeitsblätter und Lösungen und lässt sich einzeln oder als Sparpaket einsetzen.
Kurz gesagt: Die Grundlagen des Christentums lassen sich in der Sek I an vier zentralen Bausteinen erschließen: die Schöpfungsgeschichte als Deutungstext, die Zehn Gebote als ethische Grundordnung, die Propheten als kritische Stimmen und die Reformation als kirchengeschichtlicher Wendepunkt. Die Materialien auf dieser Seite behandeln jeden Baustein einzeln mit Arbeitsblättern und ausführlichen Lösungen.
Wer das Christentum in der Sekundarstufe I unterrichtet, steht vor der Aufgabe, eine über zweitausend Jahre alte Tradition in wenigen Unterrichtsstunden zugänglich zu machen. Die vier Bausteine Schöpfung, Gebote, Propheten und Reformation decken dabei unterschiedliche Facetten ab: Die Schöpfungsgeschichte klärt das Verhältnis von Glaube und Welterklärung, die Zehn Gebote liefern eine ethische Grundordnung, die bis heute wirkt, und die Propheten zeigen, dass Kritik und Glaube sich nicht ausschließen.
Die Reformation ergänzt diese drei biblisch-theologischen Zugänge um eine kirchengeschichtliche Perspektive: Sie macht sichtbar, dass Christentum keine unveränderliche Größe ist, sondern durch Menschen wie Martin Luther immer wieder neu ausgehandelt wurde. Zusammen ergeben die vier Reihen ein Grundgerüst, das sich über mehrere Jahrgangsstufen verteilen lässt, ohne dass eine Reihe die andere zwingend voraussetzt.
Die folgenden Reihen behandeln Schöpfung, Gebote, Propheten und Reformation eigenständig, lassen sich aber auch zu einer durchgehenden Sequenz kombinieren.
Erschließt die Schöpfungserzählung als Deutungstext und ihr Verhältnis zur Naturwissenschaft.
Führt in prophetische Rede als Form der Gesellschaftskritik ein.
Behandelt die Zehn Gebote als ethische Grundordnung und prüft ihre Aktualität.
Erklärt Kirchenspaltung, Konfessionen und die Person Martin Luthers.
Sparpaket mit mehreren Reihen zu zentralen Glaubensfragen des Christentums.
Bündelt Material zu Glaube, Kirche, Werten und Vielfalt für die Sek I.
In den Klassen 5 und 6 empfiehlt sich der Einstieg über Schöpfung und Zehn Gebote, da beide Themen mit vertrauten Fragen arbeiten: Wie ist die Welt entstanden, und welche Regeln gelten für ein gutes Zusammenleben? Die Schöpfungsgeschichte lässt sich dabei bewusst als Deutungstext einführen, der nicht in Konkurrenz zur naturwissenschaftlichen Entstehungsgeschichte steht, sondern eine andere Frage beantwortet – nicht das Wie, sondern das Wozu der Welt.
In den Klassen 7 und 8 folgt sinnvoll die Reihe zu den Propheten, weil hier erstmals Kritik als religiöse Kategorie eingeführt wird: Propheten sprechen unbequeme Wahrheiten aus, auch gegen Herrschende. Das lässt sich gut mit aktuellen Fragen nach gesellschaftlicher Kritik verbinden. Den Abschluss in Klasse 9 oder 10 bildet die Reformation, die zeigt, wie aus innerkirchlicher Kritik eine dauerhafte Kirchenspaltung entstehen konnte – ein Modell, das sich auch auf andere historische Konflikte übertragen lässt.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Klasse 5/6 | Schöpfung & Gebote | Grundtexte des Christentums kennenlernen und einordnen |
| Klasse 7/8 | Propheten | Prophetische Rede als Form religiöser Gesellschaftskritik erarbeiten |
| Klasse 9/10 | Reformation | Kirchenspaltung, Konfessionen und Martin Luthers Rolle verstehen |
Die vier Reihen lassen sich gut über den Textumfang differenzieren. Bei der Schöpfungsgeschichte erhalten schwächere Lerngruppen den Text in kurzen, überschrifteten Abschnitten mit Leitfragen, während leistungsstärkere Gruppen den vollständigen Text bearbeiten und eigene Gliederungen entwickeln. Bei den Zehn Geboten funktioniert eine Zuordnungsaufgabe zuverlässig: Gebote zu Alltagssituationen zuordnen, bevor eine abstraktere Diskussion über ihre heutige Geltung folgt.
Bei Propheten und Reformation lässt sich über die Textsorte differenzieren: Einfachere Aufgaben arbeiten mit vereinfachten Nacherzählungen, anspruchsvollere mit Originalzitaten aus Bibeltexten oder historischen Quellen zu Luther. So bleibt das inhaltliche Ziel für die gesamte Lerngruppe gleich, während sich der sprachliche Anspruch anpassen lässt.
Die vier Bausteine sind in den Kernlehrplänen der Sekundarstufe I fest verankert: Schöpfung und Zehn Gebote gehören zu den Grundlagenthemen der Jahrgänge 5/6, Propheten und prophetische Rede zu den mittleren Jahrgängen, Reformation und Konfessionen zu den oberen Jahrgängen im Übergang zur Kirchengeschichte. Die Reihen auf dieser Seite lassen sich diesen Stufen direkt zuordnen.
Für den fächerübergreifenden Unterricht eignet sich besonders die Reformation, da sie sich mit dem Geschichtsunterricht verbinden lässt – etwa bei Themen wie Buchdruck, Bauernkriege oder der Entstehung der Konfessionen. Auch die Zehn Gebote lassen sich fächerübergreifend mit dem Ethikunterricht abgleichen, wenn nach universellen versus religiös begründeten Normen gefragt wird.
Am wichtigsten ist die Unterscheidung der Fragestellungen: Die Naturwissenschaft erklärt, wie die Welt entstanden ist, die Schöpfungsgeschichte fragt, wozu die Welt existiert und in welchem Verhältnis Mensch, Welt und Gott stehen. Wenn diese Unterscheidung zu Beginn geklärt wird, entsteht kein künstlicher Gegensatz, und beide Perspektiven können nebeneinander bestehen.
Viele der Gebote lassen sich direkt auf heutige Konfliktsituationen übertragen, etwa das Verbot von Lüge, Diebstahl oder Neid. Ein bewährter Einstieg besteht darin, Jugendliche zunächst eigene Regeln für ein gutes Zusammenleben formulieren zu lassen und diese anschließend mit den Zehn Geboten zu vergleichen.
Prophetische Rede benennt Missstände direkt und oft konfrontativ, beruft sich dabei aber nicht auf eigene Autorität, sondern auf einen höheren Maßstab – im biblischen Kontext auf Gott. Diese Struktur lässt sich gut mit heutigen Formen gesellschaftlicher Kritik vergleichen, etwa in Reden oder öffentlichen Appellen.
Wichtig ist, die Reformation als historischen Prozess mit mehreren Perspektiven darzustellen, statt sie einseitig aus katholischer oder evangelischer Sicht zu erzählen. Sowohl die berechtigten Reformanliegen Luthers als auch die Reaktionen der katholischen Kirche sollten sachlich dargestellt werden, damit sich Lerngruppen unterschiedlicher Konfession gleichermaßen wiederfinden.
Ja, alle Arbeitsblätter der vier Reihen liegen mit ausführlichen Lösungen vor, sodass sich das Material auch zur Selbstkontrolle oder für den Vertretungsunterricht eignet. Die Lösungen sind knapp genug für eine schnelle Korrektur, aber ausführlich genug zur Nachvollziehbarkeit.
Die Reihen enthalten bearbeitbare Textdateien sowie druckfertige PDF-Fassungen der Arbeitsblätter. So lassen sich Aufgaben unverändert einsetzen oder an Lerngruppe und Zeitrahmen anpassen.