Sek I · Arbeitsheft
Arbeitsheft: Europäische Union
Stationenlernen zur EU als Grundlage, bevor die Gründungsgeschichte 1957 vertiefend behandelt wird.
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Politik & Geschichte · Europabildung · 70 Jahre Römische Verträge 2027
Am 25. März 1957 unterzeichneten sechs Staaten in Rom die Verträge, die zur heutigen EU führten – 2027 jährt sich das zum 70. Mal. Diese Seite ordnet die Gründungsgeschichte historisch ein, stellt eine Planspiel-Methode für den Unterricht vor und verlinkt zu vertiefenden Seiten zu EU-Institutionen und Europawahl.
Die Römischen Verträge wurden am 25. März 1957 von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnet und traten 1958 in Kraft – Gründungsdokument der EWG und Vorläufer der heutigen EU. Zum 70. Jubiläum 2027 eignet sich ein Planspiel Europa, ergänzt durch Materialien wie das Arbeitsheft Europäische Union und die Unterrichtsreihe Konflikte und Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg, um die Gründungsmotive historisch herzuleiten.
Die meisten Unterrichtsmaterialien zur EU beginnen bei den heutigen Institutionen: Kommission, Parlament, Rat. Das 70. Jubiläum der Römischen Verträge 2027 bietet die Gelegenheit, den umgekehrten Weg zu gehen und von den Gründungsmotiven aus zu unterrichten. Nach zwei Weltkriegen und der bereits 1951 gegründeten Montanunion einigten sich sechs Staaten 1957 in Rom auf einen gemeinsamen Markt und die Europäische Atomgemeinschaft – ein politisches Wagnis, dessen Erfolg zum Zeitpunkt der Unterzeichnung keineswegs feststand.
Für den Unterricht lohnt sich, diese Gründungssituation nicht nur zu referieren, sondern nachvollziehbar zu machen: Welche Interessen hatten die sechs Gründungsstaaten jeweils? Welche Kompromisse waren nötig? Und warum blieb Großbritannien zunächst fern? Diese Fragen verbinden Geschichtsunterricht mit politischer Urteilsbildung und lassen sich gut mit einer Zeitleiste von der Montanunion 1951 über die Römischen Verträge 1957 bis zur Europawahl der Gegenwart verknüpfen.
Ergänzend bietet sich der Blick auf frühere europäische Friedensordnungen an – etwa nach den Napoleonischen Kriegen oder nach dem Ersten Weltkrieg –, um zu zeigen, dass die europäische Integration nach 1945 auf eine lange Geschichte gescheiterter und gelungener Ordnungsversuche aufbaut. Anders als frühere Ordnungsversuche, die meist auf einem Gleichgewicht der Mächte beruhten, setzten die Gründerstaaten 1957 erstmals auf gemeinsame Institutionen mit eigener Rechtsetzungsbefugnis – ein Novum, dessen Tragweite vielen Zeitgenossen zunächst nicht bewusst war.
Sechs Materialien decken die Gründungsgeschichte, die heutige Funktionsweise und die demokratische Praxis der EU ab.
Sek I · Arbeitsheft
Stationenlernen zur EU als Grundlage, bevor die Gründungsgeschichte 1957 vertiefend behandelt wird.
Sek I/II · Softcover-Buch
Ausführliches Übersichtswerk zu Institutionen, Aufbau und Funktionsweise der EU als Nachschlagewerk für die Reihenplanung.
Geschichte · Unterrichtsreihe
Ordnet die Nachkriegsordnung ein, aus der 1951 die Montanunion und 1957 die Römischen Verträge hervorgingen.
Politik · Lernheft
Grundlagenheft zu demokratischer Teilhabe – Anknüpfungspunkt für die Frage, wie EU-Bürgerinnen und -Bürger heute mitentscheiden.
Politik · Unterrichtsreihe
Zeigt demokratische Praxis der heutigen EU als Kontrastfolie zur Gründungssituation von 1957 ohne direkt gewähltes Parlament.
Sek II · Abiturvorbereitung
Kompletter Vorbereitungskurs, wenn europäische Integration Teil des Abiturstoffs Politik/Sozialwissenschaften ist.
Ein Planspiel eignet sich besonders gut, um die Interessengegensätze der sechs Gründungsstaaten erfahrbar zu machen. Die Klasse wird in Ländergruppen aufgeteilt, die jeweils eigene Interessen vertreten: Frankreich mit Fokus auf Agrarpolitik, Deutschland mit Interesse an offenen Märkten für die Industrie, die Beneluxstaaten mit Sorge vor Dominanz der großen Nachbarn. Jede Gruppe erhält eine kurze Rolleninfo und verhandelt über zwei bis drei zentrale Streitpunkte, bevor am Ende ein gemeinsamer Vertragstext verabschiedet oder das Scheitern der Verhandlungen begründet wird.
Für eine Doppelstunde reicht ein reduziertes Setting mit drei Verhandlungsrunden: Zunächst formulieren die Gruppen ihre roten Linien, danach folgen Verhandlungsrunden mit wechselnden Koalitionen, abschließend eine Abstimmung über den Kompromisstext. Die Nachbesprechung vergleicht das Ergebnis der Klasse mit dem historischen Verlauf von 1955 bis 1957 und fragt, welche Kompromisse die reale Verhandlung ermöglicht haben.
Das Planspiel lässt sich gut mit den Materialien zu EU-Institutionen verknüpfen, sobald die historische Gründungssituation erarbeitet ist: Wer verstanden hat, warum der gemeinsame Markt 1957 ein Kompromiss war, versteht auch leichter, warum die heutigen Institutionen zwischen nationalen und supranationalen Interessen vermitteln müssen. Als Variante für größere Lerngruppen lässt sich zusätzlich eine Beobachtergruppe einsetzen, die während der Verhandlungsrunden Protokoll führt und anschließend berichtet, welche Länder sich wie oft durchgesetzt haben – eine zusätzliche Ebene der Reflexion über Verhandlungsmacht.
| Jahr | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1951 | Montanunion (EGKS) | Erste supranationale Behörde für Kohle und Stahl, sechs Gründungsstaaten |
| 1957 | Römische Verträge | Gründung von EWG und Euratom, Unterzeichnung am 25. März in Rom |
| 1958 | Inkrafttreten der Verträge | Gemeinsamer Markt nimmt seine Arbeit auf |
| 1973 | Erste Erweiterung | Großbritannien, Irland und Dänemark treten der EWG bei |
| 1979 | Erste Direktwahl des Europaparlaments | Bürgerinnen und Bürger wählen erstmals das EU-Parlament direkt |
| 1993 | Vertrag von Maastricht | Gründung der Europäischen Union, Grundlage der Währungsunion |
| 2027 | 70. Jahrestag der Römischen Verträge | Anlass für einen historischen Rückblick im Unterricht |
Am 25. März 1957 unterzeichneten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande in Rom die Verträge zur Gründung der EWG und der Euratom. 2027 jährt sich dieses Ereignis zum 70. Mal.
Die bestehende Seite behandelt die heutigen EU-Institutionen im Stationenlernen für Sek I. Diese Seite ordnet die historische Gründung von 1957 ein und bietet ein Planspiel zu den damaligen Verhandlungen – beide Seiten ergänzen sich und sind gegenseitig verlinkt.
Die Europawahl-Seite behandelt das heutige Wahlsystem und aktuelle Wahlergebnisse. Diese Seite setzt historisch bei der Gründung 1957 an, bevor es ein direkt gewähltes Parlament überhaupt gab, und verlinkt für die demokratische Praxis der Gegenwart auf die Europawahl-Seite.
Die Klasse wird in Ländergruppen der sechs Gründungsstaaten eingeteilt, die eigene Interessen vertreten und über zentrale Streitpunkte verhandeln. In einer Doppelstunde reichen drei Verhandlungsrunden mit anschließender Abstimmung über einen Kompromisstext.
Die Gründungsgeschichte lässt sich ab Klasse 8/9 einführen, das Planspiel eignet sich besonders für Sek I ab Klasse 9 sowie für Sek II, wenn europäische Integration vertiefend im Rahmen von Politik oder Geschichte behandelt wird.
Großbritannien setzte 1957 stärker auf den Handel mit dem Commonwealth und auf die eigene Souveränität und trat der EWG erst 1973 bei. Dieser Sonderweg eignet sich als eigener Diskussionspunkt im Planspiel oder als Rechercheaufgabe.