Stressmodell nach Lazarus in der Oberstufe: Themenbereiche für die mündliche Matura

Ein Themenbereich für die mündliche Reifeprüfung trägt dann, wenn er breiter ist als ein einzelnes Modell. Beim Stressmodell nach Lazarus bedeutet das: Bewältigungsformen, Bewertungsprozesse und mindestens ein Vergleichsmodell gehören dazu, damit die Fachgruppe daraus mehrere eigenständige Aufgabenstellungen ableiten kann, ohne sich zu wiederholen.
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Ein Modell allein trägt keinen Themenbereich
Das transaktionale Stressmodell nach Lazarus ist im Psychologieunterricht der Oberstufe ein beliebter Ausgangspunkt, weil es Bewertung und Bewältigung sauber trennt. Für sich genommen ist es aber schmal: Wer nur die Grundbegriffe primäre und sekundäre Bewertung abfragt, hat nach wenigen Minuten alles behandelt, was der Themenbereich hergibt. Für eine mündliche Teilprüfung braucht es mehr Substanz, sonst laufen mehrere Aufgabenstellungen zwangsläufig auf dieselben Antworten hinaus.
Die Fachgruppe legt die Themenbereiche für die mündliche Reifeprüfung fest, und zu jedem gehören mehrere Aufgabenstellungen. Damit das gelingt, muss der Themenbereich von Anfang an so weit gefasst sein, dass unterschiedliche Aufgabenstellungen daraus entstehen können, ohne dass sich Kandidatinnen und Kandidaten im selben Prüfungstermin gegenseitig die Antworten vorwegnehmen. Das betrifft den Umfang des Stoffs ebenso wie die Perspektiven, aus denen er betrachtet wird.
Was zu Lazarus inhaltlich dazugehört
Sinnvoll ist es, Coping-Strategien, die Rolle von Ressourcen und die Unterscheidung zwischen problem- und emotionsorientierter Bewältigung fest einzuplanen. Wer zusätzlich ein zweites Modell gegenüberstellt, etwa die allgemeine Stressreaktion, gewinnt Vergleichsstoff, aus dem sich eine eigene Aufgabenstellung bauen lässt, ohne den Themenbereich zu sprengen. Auch alltagsnahe Fallbeispiele aus dem Schulleben lassen sich anbinden, solange sie erkennbar auf das Modell zurückgeführt werden.
Die Unterrichtsreihe zum Stressmodell nach Lazarus legt genau diese Bausteine nacheinander an und liefert Material, das sich direkt in Aufgabenstellungen übersetzen lässt, statt erst mühsam aus Fachliteratur zusammengesucht werden zu müssen. Wer die Reihe im zweiten Semester noch einmal durchgeht, kann daraus zusätzliche Fragestellungen für schwächere Kandidatinnen und Kandidaten ableiten, ohne neuen Stoff einzuführen.
Aufgabenstellungen aus der Breite schneiden
Aus einem so gefassten Themenbereich lassen sich mehrere Aufgabenstellungen ziehen: eine mit Schwerpunkt auf der kognitiven Bewertung, eine mit Schwerpunkt auf Bewältigungsstrategien im Vergleich, eine dritte mit einem Fallbeispiel aus dem Schulalltag. Jede Aufgabenstellung sollte für sich allein prüfbar sein, ohne dass die Kandidatin oder der Kandidat auf Inhalte einer anderen Aufgabenstellung zurückgreifen muss.
Wie sich Themenbereiche für die mündliche Reifeprüfung grundsätzlich zuschneiden und mit Aufgabenstellungen hinterlegen lassen, beschreibt die Übersicht zum Zuschnitt von Themenbereichen für die mündliche Reifeprüfung ausführlicher. Sie zeigt auch, wie sich der Stressmodell-Themenbereich neben anderen Themenbereichen im selben Fach einordnet, etwa wenn Gruppen- oder Sozialpsychologie ebenfalls Teil des Jahrgangsangebots sind. Wer die Unterrichtsreihe zum Stressmodell nach Lazarus als Grundlage nimmt, kann die dritte Aufgabenstellung direkt aus den enthaltenen Fallbeispielen entwickeln.
Wenn der Zuschnitt in der Praxis schief geht
Zu eng gefasste Themenbereiche fallen erst auf, wenn Kandidatinnen und Kandidaten beim Ziehen des Themenbereichs merken, dass die zweite Aufgabenstellung im selben Termin schon vergeben war. Deshalb lohnt sich ein zweiter Blick der Fachgruppe, bevor die Liste der Themenbereiche für den Jahrgang endgültig festgeschrieben wird. Wer die Gruppendynamik als Erweiterung mitdenkt, findet in der Unterrichtsreihe zur Psychologie der Gruppe Anschlussstoff, der sich als eigener, benachbarter Themenbereich eignet, statt den Lazarus-Themenbereich künstlich aufzublähen.
Ein Blick über die reine Prüfungsvorbereitung hinaus schadet nicht: Wer parallel auch die Elternarbeit im selben Semester organisiert, findet in der Zeitschiene für einen Abend mit voller Tagesordnung und in dem Formularteil rund um die Klassenpflegschaft Hinweise, die sich unabhängig vom Themenbereich in den Jahresablauf einfügen lassen. Insgesamt bleibt der Stressmodell-Themenbereich so breit genug, dass zwei Klassen desselben Jahrgangs unterschiedliche Aufgabenstellungen ziehen, ohne dass eine Seite inhaltlich benachteiligt ist.
Wie die mündliche Reifeprüfung als eine von drei Säulen neben Klausuren und der Abschließenden Arbeit steht, ordnet die Überblicksseite zu den drei Säulen der Reifeprüfung ein. Für die Fachgruppe Psychologie lohnt sich dieser Blick besonders dann, wenn Themenbereiche über mehrere Unterrichtsgegenstände hinweg koordiniert werden müssen, etwa weil Psychologie an manchen Schulen als Wahlpflichtgegenstand parallel zu Pädagogik geführt wird und beide Fachgruppen ihre Themenbereiche gegeneinander abstimmen sollten, bevor die Liste für den Jahrgang feststeht.
Häufige Fragen
Wie viele Aufgabenstellungen braucht ein Themenbereich zum Stressmodell nach Lazarus?
Die genaue Zahl legt die Fachgruppe fest, nicht ein zentrales Regelwerk. Entscheidend ist, dass der Themenbereich breit genug ist, damit mehrere eigenständige Aufgabenstellungen entstehen, die sich inhaltlich nicht überschneiden. Ein einzelnes Modell ohne Erweiterung um Bewältigungsformen und ein Vergleichsmodell reicht dafür in der Regel nicht aus.
Reicht das Modell nach Lazarus allein als Themenbereich aus?
Allein meist nicht. Ergänzt um Coping-Strategien, Ressourcen und ein Vergleichsmodell wird daraus ein Themenbereich, der mehrere unterschiedliche Aufgabenstellungen trägt. So bleibt die mündliche Reifeprüfung auch bei mehreren Kandidatinnen und Kandidaten im selben Prüfungstermin fair und nachvollziehbar gestaltet, ohne dass Inhalte doppelt geprüft werden.
Wer entscheidet, welche Aufgabenstellungen zu einem Themenbereich gehören?
Das ist Aufgabe der Fachgruppe des jeweiligen Unterrichtsgegenstands. Sie legt die Themenbereiche fest und ordnet ihnen die Aufgabenstellungen zu, aus denen die Kandidatinnen und Kandidaten bei der mündlichen Reifeprüfung ziehen. Einzelne Lehrpersonen bringen Stoffvorschläge ein, die endgültige Abstimmung erfolgt aber immer gemeinsam in der Fachgruppe.
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