Nach den Herbstferien: das Tief bis Weihnachten abfangen

Die Wochen zwischen Herbstferien und Weihnachten gehören für viele Lehrkräfte zu den anstrengendsten im Schuljahr: Es wird früh dunkel, die ersten großen Korrekturstapel aus dem Herbst liegen noch auf dem Tisch, Elternsprechtage stehen an, und dazu kommen Adventstermine wie Basteltage oder Weihnachtsfeiern, die zusätzlich Vorbereitung verlangen. Wer diese Wochen im Voraus grob durchplant, statt sie Termin für Termin auf sich zukommen zu lassen, kommt entspannter durch diese Phase. Eine Übersicht über solche Belastungsphasen im Schuljahr bietet die Ratgeberseite zur Planung nach Belastungsphasen.
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Warum diese Wochen besonders schwer wiegen
Zwischen den Herbstferien und den Weihnachtsferien liegt meist die längste durchgehende Schulphase des ersten Halbjahres, oft sechs bis acht Wochen ohne größere Unterbrechung. In diese Zeit fallen häufig gleich mehrere anspruchsvolle Termine: Elternsprechtage, letzte Klassenarbeiten vor dem Zeugnisabschnitt, und die ersten Adventstermine wie Nikolausfeiern oder Weihnachtsbasteln in der Klasse.
Dazu kommt die Jahreszeit selbst: Es wird morgens später hell und nachmittags früher dunkel, was für viele Menschen unabhängig vom Beruf mit weniger Energie einhergeht. In Kombination mit dem ohnehin dichten Terminplan wirkt diese Phase dadurch oft anstrengender, als es die reine Anzahl der Termine vermuten lässt.
Anders als eine einzelne Klausurenphase im Frühjahr, die sich meist auf zwei oder drei Wochen konzentriert, zieht sich diese Herbstphase über einen längeren Zeitraum, in dem sich mehrere kleinere Belastungen aneinanderreihen, statt in einer einzigen Spitze zusammenzulaufen. Das macht sie schwerer zu erkennen, weil kein einzelner Tag außergewöhnlich voll wirkt, die Summe der Wochen aber trotzdem an die Substanz geht.
Der Korrekturstapel aus dem Herbst
Wer die letzten Klassenarbeiten vor den Herbstferien geschrieben, aber nicht mehr vollständig korrigiert hat, startet die neuen Wochen bereits mit einem Rückstand. Dieser Rückstand wächst schnell weiter, wenn direkt nach den Ferien neue Arbeiten anstehen, weil sich Korrekturen dann stapeln, statt sich zeitlich zu verteilen.
Sinnvoller ist es, in der ersten Woche nach den Herbstferien bewusst keine neue Klassenarbeit anzusetzen, sondern diese erste Woche für offene Korrekturen zu reservieren. Erst danach beginnt die eigentliche Terminphase bis Weihnachten mit freiem Kopf.
Elternsprechtage und Adventstermine im Kalender bündeln
Elternsprechtage und Adventstermine lassen sich selten verschieben, aber sich rechtzeitig im eigenen Kalender eintragen und mit Vorlaufzeit vorbereiten. Eine einfache Wochenübersicht für diese Phase kann helfen, Termine nicht erst kurz vorher wahrzunehmen.
| Woche | Typischer Termin | Vorbereitungszeit |
|---|---|---|
| 1. Woche nach den Herbstferien | offene Korrekturen | keine neuen Termine ansetzen |
| 2. bis 3. Woche | Elternsprechtag | Gesprächsnotizen am Vortag vorbereiten |
| 4. Woche | erste Adventstermine | Material für Bastel- oder Feiertag einplanen |
| 5. bis 6. Woche | letzte Klassenarbeiten vor Weihnachten | Korrekturtermine direkt im Kalender fixieren |
Für Elterngespräche hilft eine kurze feste Struktur: fünf Minuten für den fachlichen Stand, fünf Minuten für das Sozialverhalten, fünf Minuten für Fragen der Eltern. Das begrenzt die Gesprächsdauer, ohne dass wichtige Punkte fehlen.
Mit Energie und Dunkelheit umgehen
Gegen die kürzeren Tage lässt sich der Ablauf im Kollegium nicht ändern, aber der eigene Tagesrhythmus in kleinen Punkten anpassen. Eine kurze Pause am helleren Vormittag bewusst nach draußen zu verlegen, etwa für zehn Minuten in der großen Pause, macht für viele einen spürbaren Unterschied gegenüber einem Tag komplett in Kunstlicht.
Am Nachmittag hilft eine feste Grenze für Korrekturen und Vorbereitung, etwa ein Enduhrzeit, ab der keine schulischen Aufgaben mehr beginnen. Ohne eine solche Grenze verschiebt sich Arbeit in dieser Phase leicht bis in den späten Abend, was die kürzeren, dunkleren Tage zusätzlich verstärkt erscheinen lässt.
Die Wochen bis Weihnachten als eigene Planungseinheit behandeln
Statt diese Wochen einfach als anstrengenden Teil des Schuljahres hinzunehmen, lohnt sich eine kurze eigene Planung dafür, ähnlich wie für eine Klausurenphase: Welche Termine stehen fest, wo liegt eine Pufferwoche, und welche Aufgabe kann notfalls in den Januar verschoben werden. Diese drei Fragen reichen meist aus, um die Wochen realistisch zu strukturieren.
Woran sich anhaltende Erschöpfung von der üblichen Novembermüdigkeit unterscheidet, beschreibt der Beitrag „Erschöpfung im Lehrerberuf: Warnzeichen erkennen, bevor es ein Burnout wird“.
Wie sich Klassenarbeitstermine über ein ganzes Halbjahr sinnvoll verteilen lassen, zeigt ergänzend der Beitrag „Klausurenphase im ersten Halbjahr organisieren: Terminraster, Erwartungshorizont und Korrekturfenster“.
Für eine feste Wochenstruktur über diese Phase hinweg lässt sich der Wochenplaner des Kurses Teach-Life-Balance mit dem Energie-Tracker aus demselben Kurs kombinieren.
Häufige Fragen
Warum gelten die Wochen zwischen Herbstferien und Weihnachten als besonders anstrengend?
In diese Phase fallen häufig offene Korrekturen aus dem Herbst, Elternsprechtage, letzte Klassenarbeiten und die ersten Adventstermine gleichzeitig, dazu kommt die dunklere Jahreszeit. Diese Kombination aus Terminen und Jahreszeit macht die Wochen anspruchsvoller, als es die einzelnen Termine für sich genommen wären.
Wie geht man am besten mit dem Korrekturstapel nach den Herbstferien um?
Sinnvoll ist es, die erste Woche nach den Herbstferien ohne neue Klassenarbeit zu planen und ausschließlich für offene Korrekturen zu nutzen. Erst danach beginnt die eigentliche Terminphase mit Elternsprechtagen und neuen Arbeiten, ohne bereits bestehenden Rückstand.
Wie lassen sich Elternsprechtage in dieser Phase zeitlich entlasten?
Eine feste Gesprächsstruktur mit klaren Zeitabschnitten für fachlichen Stand, Sozialverhalten und Elternfragen begrenzt die Dauer jedes Gesprächs. Vorbereitete Kurznotizen am Vortag verhindern zusätzlich, dass Gespräche länger dauern als geplant.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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