Digitale Werkzeuge im Mathematikunterricht in Saarland: GTR, CAS und hilfsmittelfreier Teil

Im Saarland verbindet der Lehrplan Mathematik von der Einführungsphase bis zur Hauptphase zwei Arbeitsweisen: einen hilfsmittelfreien Prüfungsteil und einen Teil mit digitalem Werkzeug. Grafikfähiger Taschenrechner (GTR), Computeralgebrasystem (CAS) und Tabellenkalkulation unterstützen beim Modellieren, Darstellen und Auswerten, während der hilfsmittelfreie Teil Rechenfertigkeit und Argumentation ohne Werkzeug prüft. Beide Formate lassen sich nur trennen, wenn sie von Beginn an getrennt geübt werden, nicht erst kurz vor einer Klausur. E-Kurs und G-Kurs profitieren unterschiedlich stark vom Werkzeugeinsatz, weshalb die Aufgabenauswahl das jeweilige Kursniveau berücksichtigen sollte. Dieser Beitrag ordnet den Werkzeugeinsatz nach Aufgabentyp und Kursphase.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Warum digitale Werkzeuge und hilfsmittelfreier Teil getrennt geplant werden sollten
Wenn GTR oder CAS von der ersten Stunde an bei jeder Aufgabe zur Verfügung stehen, verlieren Schülerinnen und Schüler den Zugriff auf Kopfrechnen, Termumformung und die Fähigkeit, einen Ansatz ohne Rechenhilfe zu skizzieren. Umgekehrt führt ein Unterricht, der digitale Werkzeuge erst am Ende der Hauptphase einführt, dazu, dass die Bedienung selbst zur Fehlerquelle wird. Sinnvoll ist ein durchgehendes Nebeneinander: Jede neue Kompetenz wird zunächst analytisch erarbeitet und erst danach mit dem passenden Werkzeug vertieft. So bleibt die Trennung im Unterricht sichtbar, statt am Prüfungstag zum ersten Mal bewusst zu werden.
GTR und CAS im Unterricht: wo der Werkzeugeinsatz Sinn ergibt
Der GTR eignet sich für Wertetabellen, Nullstellenbestimmung, numerische Näherungen und die schnelle Kontrolle von Zeichnungen in der Analysis und der analytischen Geometrie. Ein CAS geht weiter: Es löst Gleichungssysteme, bildet Ableitungen und Stammfunktionen symbolisch und erlaubt damit, sich auf die Interpretation der Ergebnisse zu konzentrieren statt auf die Rechnung selbst. Eine Übersicht zu Aufbau und Umfang des Materials finden Sie auf der Seite Lehrplan Mathematik Saarland – Material für die Oberstufe. Für das Lehrplan-Paket Mathematik Saarland bedeutet das: Aufgaben zur Kurvendiskussion oder zur Vektorrechnung lassen sich in einer Werkzeugversion und einer rechnerfreien Version parallel einsetzen, sodass beide Kompetenzbereiche sichtbar bleiben. Material zu Ableitungsregeln und Ableitungsfunktion eignet sich dafür besonders gut, weil sich Rechenweg und CAS-Kontrolle direkt gegenüberstellen lassen.
Der hilfsmittelfreie Teil: welche Fertigkeiten Sie gezielt trainieren
Im hilfsmittelfreien Teil zählen vor allem Grundfertigkeiten: Ableitungsregeln, einfache Integrale, Umformung von Vektor- und Geradengleichungen, Kopfrechnen mit Wahrscheinlichkeiten. Diese Fertigkeiten lassen sich nicht kurzfristig aufholen, wenn sie über Wochen nicht geübt wurden. Ein rollierendes Kurzformat – etwa fünf Minuten Kopfrechnen und Termumformung zu Beginn jeder Stunde – hält diesen Bereich konstant präsent, unabhängig davon, welches Thema gerade mit Werkzeug bearbeitet wird.
Tabellenkalkulation als drittes Werkzeug in der Stochastik
Neben GTR und CAS gehört die Tabellenkalkulation vor allem in die Stochastik: Simulationen von Zufallsexperimenten, die Berechnung von Erwartungswerten über größere Datenmengen oder der Vergleich mehrerer Stichproben lassen sich damit anschaulich darstellen. Für diesen Bereich bietet sich das Material Statistik praxisnah unterrichten mit digitalen Tools an, das digitale Auswertung und klassische Rechnung nebeneinander stellt.
Aufgabenprogression von der Einführungsphase bis zur Hauptphase
Die folgende Übersicht zeigt, wie sich der Werkzeugeinsatz über die Kursphasen sinnvoll steigern lässt:
| Phase | Schwerpunkt Werkzeugeinsatz | Schwerpunkt hilfsmittelfrei |
|---|---|---|
| Einführungsphase | GTR zur Kontrolle, erste CAS-Übungen | Grundrechenarten, einfache Ableitungen |
| Hauptphase, E-Kurs | CAS und Tabellenkalkulation vertiefend | Standardaufgaben ohne Werkzeug sicher lösen |
| Hauptphase, G-Kurs | GTR und CAS als durchgängige Stütze | Kernverfahren wiederholt einüben |
Eine vollständige Abitursimulation unter beiden Bedingungen finden Sie im Material Abitur-Training Mathematik – Analysis, Modellierung und Abitursimulation, das hilfsmittelfreien Teil und Werkzeugteil als zusammenhängende Klausur anbietet. Ergänzend liefert das Komplettpaket Lehrplan Mathematik Saarland passende Aufgabenformate für beide Kursarten. Eine strukturierte Übersicht über alle Klausurformate finden Sie in der Kollektion Mathematik Abitur-Training und Prüfungsvorbereitung.
Häufige Fragen
Ab welcher Phase sollte ein CAS regelmäßig eingesetzt werden?
Ein früher, aber dosierter Einsatz ab der Einführungsphase hat sich bewährt, damit die Bedienung in der Hauptphase nicht mehr im Vordergrund steht.
Wie verhindert man, dass der hilfsmittelfreie Teil vernachlässigt wird?
Feste, kurze Übungsphasen ohne Werkzeug zu Beginn jeder Stunde halten Grundfertigkeiten unabhängig vom aktuellen Unterrichtsthema präsent.
Gilt die Trennung von Werkzeug- und hilfsmittelfreiem Teil für E-Kurs und G-Kurs gleich?
Das Prinzip gilt für beide Kursarten, der Umfang und das Tempo der Aufgaben werden jedoch an das jeweilige Anforderungsniveau angepasst.
Verbindliche Vorgaben zu Lehrplan, Prüfungsformaten und zugelassenen Hilfsmitteln veröffentlicht das Ministerium für Bildung und Kultur Saarland; dieser Beitrag ersetzt diese amtliche Veröffentlichung nicht, eine Zulassung oder Empfehlung durch das Ministerium für Bildung und Kultur Saarland besteht nicht. Wie sich die Kursphasen im Saarland insgesamt planen lassen, beschreibt der Beitrag Lehrpläne im Saarland – Lehrplan und Material für alle Fächer, während Abitursimulation und Klausurtraining unter Prüfungsbedingungen den Aufbau realistischer Prüfungssituationen vertieft. Sichten Sie als nächsten Schritt Ihre aktuelle Aufgabensammlung und markieren Sie, welche Aufgaben Sie werkzeugfrei und welche Sie mit digitalem Werkzeug einsetzen wollen, bevor Sie das Material für die kommende Hauptphase zusammenstellen.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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