Geschichte· Sek I

Die Völkerwanderung und das Ende der Antike – Geschichte Sek I (Kl. 5–9)

von Luca 13.08.2026 1 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Die Völkerwanderung setzte Völker in Bewegung, ließ das Weströmische Reich enden und formte das frühe Europa – der Übergang von der Antike zum Mittelalter.

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Die Völkerwanderung erklärt, wie aus der römischen Welt das mittelalterliche Europa wurde. Sie ist ein anspruchsvolles, aber lohnendes Übergangsthema.

Worum geht es? Der historische Hintergrund

Als Völkerwanderung bezeichnet man die großen Wanderungsbewegungen verschiedener Volksgruppen im späten 4. und im 5. Jahrhundert n. Chr. Gruppen wie Goten, Vandalen, Franken und andere gerieten in Bewegung. Ausgelöst wurde dies unter anderem durch das Vordringen der Hunnen aus dem Osten, das andere Völker verdrängte. Viele suchten Schutz und Land innerhalb der Grenzen des Römischen Reiches, das solche Gruppen teils aufnahm, teils bekämpfte.

Das ohnehin geschwächte Weströmische Reich konnte diesem Druck auf Dauer nicht standhalten. Auf ehemals römischem Boden entstanden neue Herrschaften und Königreiche, etwa das der Franken. Aus dem Zusammentreffen römischer und außerrömischer Kulturen entwickelte sich allmählich eine neue Ordnung. Die lateinische Sprache, das Christentum und römische Verwaltungstraditionen wirkten dabei fort und vermischten sich mit den Traditionen der zugewanderten Gruppen.

Die Völkerwanderung war kein geordneter Umzug, sondern ein langer, komplizierter Prozess mit Kriegen, Bündnissen und friedlichem Zusammenleben zugleich. Historiker betonen, dass die Grenzen zwischen „Römern“ und „Barbaren“ oft fließend waren und viele Gruppen längst in Kontakt mit Rom standen. Mit dem Ende Westroms und der Entstehung neuer Reiche beginnt für die Geschichtsschreibung das Mittelalter. Besonders das Frankenreich sollte die Geschichte Europas prägen.

Warum das Thema im Geschichtsunterricht wichtig ist

Das Thema schult das Verständnis für Migration und Kulturkontakt in der Geschichte. Die Lernenden erkennen, dass Wanderungsbewegungen kein neues Phänomen sind und dass aus Begegnungen neue Kulturen entstehen. Das fördert Sach- und Orientierungskompetenz.

Zugleich lässt sich kritisch über Begriffe nachdenken: Der Ausdruck „Barbaren“ stammt aus römischer Sicht und ist wertend. Solche Reflexionen schulen Multiperspektivität und den kritischen Umgang mit Quellen und Begriffen – wichtige Kompetenzen für historisches Denken.

So gelingt es im Unterricht: konkrete Ideen

  1. Karte der Wanderungen: Die Lernenden zeichnen die groben Wege wandernder Gruppen ein und erkennen Ausmaß und Richtung der Bewegungen.
  2. Begriff Barbaren hinterfragen: Die Klasse untersucht, warum die Römer andere Völker „Barbaren“ nannten, und reflektiert die Perspektive dahinter.
  3. Ursache-Folge-Kette: Die Lernenden verknüpfen Hunnen, Wanderungen, Druck auf Rom und Ende Westroms zu einer Wirkungskette.
  4. Perspektivwechsel: In kurzen Texten schildern die Lernenden die Ereignisse einmal aus römischer, einmal aus Sicht einer wandernden Gruppe.
  5. Zeitleiste Übergang: Antike und Mittelalter werden auf einer Zeitleiste mit dem Jahr 476 als Wendepunkt eingeordnet.

Für den direkten Einsatz im Unterricht eignet sich die Unterrichtsreihe zum Mittelalter; den antiken Ausgangspunkt dieser Umbruchszeit vertieft die Unterrichtsreihe zum Römischen Reich. Passende, sofort einsetzbare Arbeitsblätter und Unterrichtseinheiten zu diesem und weiteren Themen bündelt die Sammlung Geschichte Sek I (Kl. 5–9).

Praxisnah: So kann eine Stunde ablaufen

Einstieg (ca. 10 Min.): Zeigen Sie eine Karte mit Pfeilen der Wanderungsbewegungen. Frage: „Warum verlassen ganze Völker ihre Heimat?“ Vermutungen sammeln.

Erarbeitung (ca. 25 Min.): Die Lernenden erarbeiten Auslöser und Verlauf der Völkerwanderung und ihre Folgen für Rom. Ein Arbeitsblatt fördert den Perspektivwechsel.

Sicherung (ca. 10 Min.): Gemeinsam wird gesichert, dass aus der Völkerwanderung neue Reiche entstanden und das Mittelalter begann.

Tipps & typische Stolpersteine

  • Zeigen Sie die Völkerwanderung als vielschichtigen Prozess, nicht als bloßen „Ansturm“.
  • Hinterfragen Sie wertende Begriffe wie „Barbaren“ gemeinsam mit der Klasse.
  • Nutzen Sie Karten, um die räumliche Dimension begreifbar zu machen.

Häufige Fehler: Ein häufiger Fehler ist es, die Völkerwanderung als geordneten, plötzlichen Einmarsch darzustellen. Tatsächlich war es ein langer Prozess mit vielen Facetten. Vermeiden Sie außerdem, die römische Sicht unkritisch zu übernehmen.

Häufig gestellte Fragen

Für welche Klassenstufe eignet sich das Thema?

Es bildet den Übergang von der Antike zum Mittelalter und passt gut in Klasse 6/7.

Was löste die Völkerwanderung aus?

Ein wichtiger Auslöser war das Vordringen der Hunnen, das andere Völker verdrängte. Viele suchten Schutz und Land im Römischen Reich.

Warum spricht man kritisch vom Begriff „Barbaren“?

Weil er die abwertende Sicht der Römer auf fremde Völker widerspiegelt. Im Unterricht sollte man solche Begriffe einordnen statt übernehmen.

Welche Folgen hatte die Völkerwanderung?

Das Weströmische Reich ging unter, und es entstanden neue Reiche wie das der Franken. Damit begann das Mittelalter.

Welche Quellen eignen sich?

Karten der Wanderungen, römische Berichte (kritisch zu lesen) und Funde. Für die Sek I eignen sich vor allem Karten und Schaubilder.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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