Chemie· Sek II

Aminosäuren im Chemieunterricht Sek II: Unterrichtsreihe zu Struktur, Eigenschaften und Funktion

von Luca 10.06.2026 1 Min. Lesezeit
Aminosäuren im Chemieunterricht Sek II mit Strukturformeln, Peptidbindung und Proteinmodell

Aminosäuren im Chemieunterricht sind ein besonders geeignetes Thema für die Sekundarstufe II, weil sie organische Chemie, Säure-Base-Chemie und Biochemie miteinander verbinden. In diesem Beitrag bekommst Du eine konkrete Unterrichtsreihe mit Stundensequenz, Leitfragen, Aufgabenideen, Differenzierung und passenden Materialien.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus kleinen Molekülen mit Amino- und Carboxylgruppe größere Strukturen entstehen, die für Proteine, Enzyme und viele biologische Prozesse entscheidend sind. Dadurch wird Chemie nicht isoliert betrachtet, sondern als Grundlage für das Verständnis lebender Systeme erfahrbar.

Warum Aminosäuren im Chemieunterricht der Sek II wichtig sind

Aminosäuren sind fachlich anspruchsvoll und gleichzeitig sehr anschlussfähig. Schüler:innen begegnen ihnen in vielen Kontexten: Proteine in der Ernährung, Enzyme im Stoffwechsel, Muskelaufbau, Medikamente, Stoffwechselerkrankungen oder biotechnologische Anwendungen. Genau deshalb eignet sich das Thema gut, um chemische Struktur-Eigenschafts-Beziehungen mit biologischer Funktion zu verknüpfen.

Für den Chemieunterricht der Sek II sind Aminosäuren besonders ergiebig, weil mehrere zentrale Inhalte zusammenkommen:

  • funktionelle Gruppen
  • Säure-Base-Eigenschaften
  • Zwitterionen
  • pH-Abhängigkeit und isoelektrischer Punkt
  • Kondensationsreaktionen
  • Peptidbindungen
  • Proteinstruktur
  • Struktur-Funktions-Beziehungen

Damit eignet sich das Thema nicht nur für die Einführung in die Biochemie, sondern auch für die Wiederholung wichtiger Grundlagen der organischen Chemie. Weitere passende Reihen findest Du auf der Übersichtsseite Chemie Unterrichtsmaterial Sek II für EF, Q1 und Q2.

Aminosäuren im Chemieunterricht: zentrale Begriffe klären

Damit die Reihe fachlich tragfähig wird, sollten zentrale Begriffe früh geklärt werden. Gerade bei Aminosäuren entstehen Missverständnisse, wenn Schüler:innen zwar Strukturformeln wiedererkennen, aber die chemischen Eigenschaften nicht aus der Struktur ableiten können.

Aminosäure

Eine Aminosäure ist ein Molekül, das mindestens eine Aminogruppe und eine Carboxylgruppe enthält. Im Kontext der Proteinchemie stehen meist α-Aminosäuren im Mittelpunkt, bei denen beide Gruppen am gleichen zentralen Kohlenstoffatom gebunden sind.

α-Aminosäure

Bei α-Aminosäuren sitzen Aminogruppe, Carboxylgruppe, Wasserstoffatom und Seitenkette am α-Kohlenstoffatom. Die Seitenkette entscheidet wesentlich über Eigenschaften wie Polarität, Ladung, Löslichkeit und Wechselwirkungen in Proteinen.

Zwitterion

Aminosäuren können gleichzeitig eine positiv geladene Ammoniumgruppe und eine negativ geladene Carboxylatgruppe tragen. Diese Form nennt man Zwitterion. Sie erklärt viele Stoffeigenschaften, zum Beispiel hohe Schmelzpunkte und gute Wasserlöslichkeit vieler Aminosäuren.

Peptidbindung

Eine Peptidbindung entsteht, wenn die Carboxylgruppe einer Aminosäure mit der Aminogruppe einer anderen Aminosäure unter Abspaltung von Wasser reagiert. Dabei entsteht eine Amidbindung, die Aminosäuren zu Peptiden und Proteinen verknüpft.

Proteinstruktur

Proteine bestehen aus Aminosäureketten, deren räumliche Struktur durch Wechselwirkungen zwischen Seitenketten stabilisiert wird. Die Struktur bestimmt die Funktion, etwa bei Enzymen, Transportproteinen oder Rezeptoren.

Stundensequenz: Aminosäuren im Chemieunterricht unterrichten

Die folgende Unterrichtsreihe ist auf 8 Einzelstunden angelegt. Du kannst sie als kompakte Reihe, Doppelstundenstruktur oder vertiefende Sequenz im Bereich organische Chemie und Biochemie einsetzen.

Stunde 1: Einstieg über Proteine und Lebensweltbezug

Leitfrage: Warum sind Aminosäuren für Lebewesen so wichtig?

Als Einstieg eignet sich ein lebensnaher Impuls: Proteinpulver, Ernährungsetiketten, Enzyme, Muskeln, Haare oder Medikamente. Die Schüler:innen sammeln zunächst, wo ihnen Proteine und Aminosäuren im Alltag begegnen.

Methode: Impulsbild oder Produktetikett mit Think-Pair-Share.

Konkrete Aufgabe: Die Lernenden markieren auf einem Ernährungsetikett Begriffe wie Protein, Aminosäuren oder Eiweiß und formulieren Vermutungen: Was könnte chemisch hinter diesen Begriffen stehen?

Sicherung: Aminosäuren sind Bausteine von Peptiden und Proteinen. Ihre chemische Struktur bestimmt wesentlich, welche Eigenschaften und Funktionen Proteine später haben können.

Stunde 2: Grundstruktur von α-Aminosäuren erarbeiten

Leitfrage: Welche gemeinsamen Strukturmerkmale besitzen Aminosäuren?

In dieser Stunde steht die Molekülstruktur im Mittelpunkt. Die Lernenden vergleichen mehrere Strukturformeln und identifizieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Methode: Strukturvergleich mit farblicher Markierung funktioneller Gruppen.

Konkrete Aufgabe: Die Schüler:innen markieren Aminogruppe, Carboxylgruppe, α-Kohlenstoffatom, Wasserstoffatom und Seitenkette in verschiedenen Aminosäuren. Anschließend formulieren sie eine allgemeine Strukturformel.

Sicherung: Proteinogene α-Aminosäuren besitzen eine gemeinsame Grundstruktur. Die Seitenkette unterscheidet die einzelnen Aminosäuren und beeinflusst ihre Eigenschaften.

Stunde 3: Eigenschaften der Seitenketten vergleichen

Leitfrage: Warum verhalten sich Aminosäuren unterschiedlich?

Die Seitenketten sind entscheidend für die chemischen Eigenschaften. Schüler:innen sollen erkennen, dass Polarität, Ladung, hydrophobe Gruppen oder zusätzliche funktionelle Gruppen das Verhalten einer Aminosäure bestimmen.

Methode: Gruppenpuzzle zu Seitenkettentypen.

Konkrete Aufgabe: Jede Gruppe untersucht eine Kategorie: unpolare, polare, saure, basische oder schwefelhaltige Seitenketten. Die Lernenden ordnen Beispiele zu und begründen ihre Zuordnung anhand der Struktur.

Eigenschaft der Seitenkette Beispiel Folge für das Molekül
unpolar Alanin, Valin hydrophobe Wechselwirkungen möglich
polar Serin, Threonin Wasserstoffbrücken möglich
sauer Asparaginsäure, Glutaminsäure negative Ladung bei passendem pH-Wert
basisch Lysin, Arginin positive Ladung bei passendem pH-Wert

Transfer: Die Lernenden erklären, warum die Seitenkette für die spätere Proteinstruktur wichtig ist.

Stunde 4: Zwitterionen und pH-Abhängigkeit verstehen

Leitfrage: Warum können Aminosäuren als Säure und Base reagieren?

Aminosäuren besitzen sowohl saure als auch basische Gruppen. Dadurch eignen sie sich hervorragend, um Säure-Base-Konzepte auf organische Moleküle zu übertragen.

Methode: Reaktionsschemata mit pH-Skala.

Konkrete Aufgabe: Die Schüler:innen zeichnen die Struktur einer Aminosäure bei niedrigem, neutralem und hohem pH-Wert. Sie begründen, welche Gruppe protoniert oder deprotoniert vorliegt.

Sicherung: Aminosäuren können je nach pH-Wert unterschiedliche Ladungszustände einnehmen. Die Zwitterionenform ist für viele Eigenschaften zentral.

Für eine Verbindung zu Säure-Base-Grundlagen passt das Material Analytische Verfahren, Protolysereaktionen und Massenwirkungsgesetz.

Stunde 5: Peptidbindung als Kondensationsreaktion

Leitfrage: Wie werden Aminosäuren zu Peptiden verknüpft?

In dieser Stunde wird die Peptidbindung als Reaktion zwischen Carboxylgruppe und Aminogruppe eingeführt. Dabei lässt sich an bekannte Reaktionstypen aus der organischen Chemie anknüpfen.

Methode: Molekülmodell oder Strukturformel-Puzzle.

Konkrete Aufgabe: Die Lernenden legen zwei Aminosäuren als Strukturkarten zusammen und markieren, welche Atome bei der Wasserabspaltung beteiligt sind. Danach zeichnen sie das Dipeptid und die entstehende Peptidbindung.

Sicherung: Peptidbindungen entstehen durch Kondensation. Mehrere Aminosäuren können zu Oligopeptiden, Polypeptiden und Proteinen verknüpft werden.

Stunde 6: Von der Aminosäuresequenz zur Proteinstruktur

Leitfrage: Wie bestimmt die Reihenfolge der Aminosäuren die Struktur eines Proteins?

Jetzt wird der Blick vom Einzelmolekül auf größere Strukturen erweitert. Die Lernenden erarbeiten Primär-, Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur.

Methode: Strukturmodell mit Vergleichsdiagramm.

Konkrete Aufgabe: Die Schüler:innen ordnen Textbausteine, Abbildungen und Beispiele den vier Strukturebenen zu. Anschließend erklären sie, welche Wechselwirkungen die jeweilige Ebene stabilisieren.

Strukturebene Beschreibung Stabilisierende Faktoren
Primärstruktur Reihenfolge der Aminosäuren Peptidbindungen
Sekundärstruktur lokale Faltung, z. B. α-Helix oder β-Faltblatt Wasserstoffbrücken
Tertiärstruktur räumliche Gesamtstruktur einer Kette Wechselwirkungen der Seitenketten
Quartärstruktur Zusammenlagerung mehrerer Untereinheiten Wechselwirkungen zwischen Proteinuntereinheiten

Für eine vertiefende Anschlussreihe eignet sich Proteine: Struktur und Funktion im Detail.

Stunde 7: Aminosäuren, Enzyme und biologische Funktion

Leitfrage: Warum entscheidet die Struktur über die Funktion?

Diese Stunde verbindet Chemie und Biologie besonders deutlich. Schüler:innen untersuchen, warum aktive Zentren, Substratbindung, Ladungsverteilung und räumliche Passung von Aminosäuren abhängen.

Methode: Fallanalyse zu einem Enzymmodell.

Konkrete Aufgabe: Die Lernenden erhalten ein vereinfachtes Modell eines aktiven Zentrums. Sie markieren polare, unpolare, saure und basische Seitenketten und erklären, wie diese zur Substratbindung beitragen könnten.

Transfer: Die Klasse diskutiert, warum eine Veränderung der Aminosäuresequenz die Funktion eines Proteins verändern kann.

Stunde 8: Sicherung, Transfer und Bewertung

Leitfrage: Wie hängen Struktur, Eigenschaften und Funktion von Aminosäuren zusammen?

Zum Abschluss erstellen die Schüler:innen ein Struktur-Funktions-Schaubild. Dabei sollen sie den Weg von der Aminosäure über die Peptidbindung bis zur Proteinstruktur fachsprachlich korrekt darstellen.

Methode: Concept Map oder Lernprodukt mit Erwartungshorizont.

Konkrete Aufgabe: Die Lernenden erstellen eine Concept Map mit den Begriffen Aminogruppe, Carboxylgruppe, Seitenkette, Zwitterion, pH-Wert, Peptidbindung, Primärstruktur, Tertiärstruktur und Funktion. Anschließend erläutern sie zwei Verbindungen schriftlich.

Bewertung: Ein Erwartungshorizont kann Fachbegriffe, Strukturverständnis, Reaktionsdarstellung, Begründungen und Transferleistung berücksichtigen.

Aminosäuren im Chemieunterricht: Kompetenzen gezielt fördern

Fachkompetenz

Schüler:innen beschreiben die Struktur von α-Aminosäuren, erklären funktionelle Gruppen, Zwitterionen, Peptidbindungen und den Zusammenhang zwischen Seitenkette und Stoffeigenschaft.

Erkenntnisgewinnung

Die Lernenden werten Strukturformeln, Reaktionsschemata, Tabellen und Modelle aus. Sie leiten Eigenschaften aus Molekülstrukturen ab und prüfen Zusammenhänge zwischen chemischer Struktur und biologischer Funktion.

Kommunikation

Die Schüler:innen verwenden Fachbegriffe präzise und erklären komplexe Zusammenhänge in eigenen Worten. Dazu gehören Struktur-Funktions-Beziehungen, pH-Abhängigkeit und Proteinstruktur.

Bewertung

In Transferaufgaben beurteilen Lernende, warum Veränderungen an Aminosäuren oder Proteinen biologische Folgen haben können. So wird chemisches Wissen in medizinische, biologische oder ernährungsbezogene Kontexte eingebettet.

Differenzierung in der Unterrichtsreihe zu Aminosäuren

Unterstützung für schwächere Lernende

Aminosäuren können schnell abstrakt werden. Deshalb helfen visuelle Hilfen, wiederkehrende Strukturen und klare Schrittfolgen.

  • farbige Markierung von Aminogruppe, Carboxylgruppe und Seitenkette
  • Strukturformel-Vorlagen mit Lücken
  • Satzstarter für Struktur-Eigenschafts-Beziehungen
  • vereinfachte Tabellen zu Seitenkettentypen
  • pH-Skalen mit vorgegebenen Ladungszuständen
  • Molekülmodelle oder Strukturkarten

Hilfreich ist außerdem, jede neue Struktur konsequent auf dieselbe Grundfrage zurückzuführen: Welche Gruppe ist vorhanden, welche Eigenschaft folgt daraus und welche Funktion kann daraus entstehen?

Erweiterung für stärkere Lernende

Leistungsstärkere Schüler:innen können stärker mit Transfer, Begründung und Modellkritik arbeiten.

  • Vergleich verschiedener Aminosäuren anhand ihrer Seitenketten
  • Erklärung des isoelektrischen Punkts
  • Analyse von Mutationen und veränderten Proteinstrukturen
  • Vertiefung zu Enzymaktivität und aktivem Zentrum
  • Verknüpfung mit Signaltransduktion oder Zellbiologie
  • Bewertung biochemischer Anwendungen in Medizin oder Ernährung

Gerade offene Transferaufgaben eignen sich, um Anforderungsbereich III einzubinden. Die Lernenden sollen dann nicht nur erklären, sondern begründet beurteilen, welche Folgen eine Strukturänderung haben kann.

Typische Fehler und Herausforderungen beim Thema Aminosäuren

Funktionelle Gruppen werden erkannt, aber nicht gedeutet

Viele Schüler:innen können Amino- und Carboxylgruppe markieren, erklären aber nicht sicher, welche Eigenschaften daraus folgen. Deshalb sollten Struktur und Eigenschaft immer gemeinsam behandelt werden.

Zwitterionen werden als Sonderfall missverstanden

Die Zwitterionenform wirkt zunächst ungewohnt. Wichtig ist, sie nicht als Ausnahme, sondern als typische Folge der Säure-Base-Eigenschaften von Aminosäuren zu erklären.

Peptidbindung wird nur auswendig gelernt

Die Peptidbindung sollte als konkrete Reaktion nachvollzogen werden. Strukturkarten, Molekülmodelle oder schrittweise Reaktionsschemata helfen, die Wasserabspaltung verständlich zu machen.

Proteinstruktur wird zu biologisch behandelt

Natürlich ist der biologische Bezug wichtig. Im Chemieunterricht sollte aber sichtbar bleiben, dass Proteinstruktur auf chemischen Wechselwirkungen beruht: Wasserstoffbrücken, Ionenbindungen, hydrophobe Effekte und Disulfidbrücken.

Der Alltagsbezug bleibt zu oberflächlich

Proteinpulver oder Ernährungsetiketten sind gute Einstiege, ersetzen aber keine fachliche Vertiefung. Entscheidend ist, vom Alltag aus zur chemischen Struktur und zurück zur Funktion zu gehen.

Passendes Material: Aminosäuren und ihre Funktion

Wenn Du eine strukturierte Unterrichtsreihe zu Aminosäuren im Chemieunterricht planst, kann das Material Aminosäuren und ihre Funktion: Unterrichtsreihe Chemie eine passende Grundlage sein.

Das Material eignet sich besonders, wenn Du die Reihe nicht als isolierte Strukturformel-Einheit aufbauen möchtest, sondern den Weg von der α-Aminosäure über Peptidbindungen bis zur Proteinstruktur und biologischen Funktion zeigen willst. Laut Produktbeschreibung werden unter anderem Struktur und Eigenschaften von α-Aminosäuren, Peptidbindungen, Proteinstruktur sowie enzymatische Mechanismen und Signaltransduktionsprozesse behandelt.

Für den Unterricht ist das hilfreich, weil Schüler:innen die fachlichen Teilaspekte nicht nur einzeln bearbeiten, sondern als zusammenhängendes Struktur-Funktions-Konzept verstehen. Du kannst das Material für eine vollständige Unterrichtsreihe, für Vertiefungsstunden, zur Klausurvorbereitung oder als Grundlage für ein Gruppenpuzzle einsetzen.

Weitere passende Materialien für Chemie Sek II

Aminosäuren lassen sich gut mit weiteren Themen der organischen Chemie, Biochemie und analytischen Chemie verbinden. Besonders sinnvoll sind Materialien zu Proteinen, Fetten, Säure-Base-Chemie, Bindungen und organischen Reaktionstypen.

Als ergänzenden Blogimpuls kannst Du außerdem den Beitrag Chemie-Abitur: Prüfungswissen für die kommende Abiturprüfung nutzen, wenn Du Aminosäuren im Kontext prüfungsrelevanter organischer Chemie und Biochemie verorten möchtest.

Aminosäuren im Chemieunterricht als Brücke zur Biochemie

Das Thema Aminosäuren eignet sich besonders gut, um Schüler:innen auf biochemisches Denken vorzubereiten. Sie lernen, dass Moleküle nicht nur aufgrund ihrer Summenformel interessant sind, sondern aufgrund ihrer räumlichen Struktur, Ladungsverteilung und Wechselwirkungen.

Ein roter Faden für die Reihe kann deshalb lauten:

  1. Aminosäuren besitzen eine gemeinsame Grundstruktur.
  2. Die Seitenkette bestimmt wichtige Eigenschaften.
  3. Der pH-Wert beeinflusst den Ladungszustand.
  4. Peptidbindungen verknüpfen Aminosäuren zu Ketten.
  5. Die Aminosäuresequenz beeinflusst die Proteinstruktur.
  6. Die Proteinstruktur bestimmt wesentlich die biologische Funktion.

Diese Struktur hilft den Lernenden, Zusammenhänge zu erkennen, statt einzelne Fachbegriffe isoliert auswendig zu lernen.

FAQ: Aminosäuren im Chemieunterricht

Wie kann man Aminosäuren im Chemieunterricht einführen?

Ein guter Einstieg gelingt über Proteine aus Alltag und Biologie, zum Beispiel Ernährung, Enzyme oder Muskelaufbau. Danach wird die chemische Grundstruktur von α-Aminosäuren erarbeitet.

Was müssen Schüler:innen über Aminosäuren wissen?

Wichtig sind Aminogruppe, Carboxylgruppe, α-Kohlenstoffatom, Seitenkette, Zwitterionen, pH-Abhängigkeit und Peptidbindung. In der Sek II sollte außerdem der Bezug zu Proteinstruktur und Funktion hergestellt werden.

Warum sind Aminosäuren Zwitterionen?

Aminosäuren besitzen sowohl eine saure Carboxylgruppe als auch eine basische Aminogruppe. Dadurch können sie gleichzeitig positiv und negativ geladene Gruppen tragen.

Wie entsteht eine Peptidbindung?

Eine Peptidbindung entsteht durch eine Kondensationsreaktion zwischen der Carboxylgruppe einer Aminosäure und der Aminogruppe einer anderen Aminosäure. Dabei wird Wasser abgespalten.

Welche Methoden eignen sich für eine Unterrichtsreihe zu Aminosäuren?

Geeignet sind Strukturformel-Vergleiche, Molekülmodelle, Gruppenpuzzle zu Seitenketten, Reaktionsschemata, pH-Skalen, Concept Maps und Transferaufgaben zur Proteinstruktur.

Wie kann man Aminosäuren differenziert unterrichten?

Schwächere Lernende profitieren von farbigen Markierungen, Strukturkarten und Satzstartern. Stärkere Lernende können pH-Abhängigkeit, isoelektrischen Punkt, Enzymfunktion oder Strukturänderungen durch Mutationen vertiefen.

Warum sind Aminosäuren für die Proteinstruktur wichtig?

Die Reihenfolge und die Eigenschaften der Seitenketten beeinflussen, wie sich eine Polypeptidkette faltet. Dadurch entsteht die räumliche Struktur, die für die Funktion eines Proteins entscheidend ist.

Für welche Jahrgangsstufen eignet sich das Thema?

Aminosäuren eignen sich besonders für die Sekundarstufe II, also EF, Q1 und Q2. Je nach Vorwissen kann die Reihe stärker organisch-chemisch oder stärker biochemisch ausgerichtet werden.

Weitere Chemie-Unterrichtsmaterialien für die Sek II finden

Wenn Du weitere Reihen zu organischer Chemie, Säure-Base-Chemie, Kunststoffen, Biochemie, Thermodynamik oder analytischen Verfahren planst, findest Du passende Materialien auf der Übersichtsseite Chemie Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II EF, Q1 und Q2.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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